Umkämpftes Verwaltungszentrum in der Region Luhansk

„Die Lage ist unter Kontrolle“: Ukraine will Stadt Sjewjerodonezk nicht verloren geben

Der stellvertretende ukrainische Generalstabschef Olexij Hromow auf einer Pressekonferenz in der Hauptstadt Kiew

Der stellvertretende ukrainische Generalstabschef Olexij Hromow auf einer Pressekonferenz in der Hauptstadt Kiew

Kiew. Das ukrainische Militär will das umkämpfte Verwaltungszentrum Sjewjerodonezk in der Region Luhansk nicht aufgeben. „Die Lage ist schwierig, aber sie ist besser als gestern. Und sie ist unter Kontrolle“, sagte der stellvertretende Generalstabschef Olexij Hromow am Donnerstag vor Journalisten in der Hauptstadt Kiew. Zuvor hatten die ukrainischen Behörden mitgeteilt, die Großstadt sei größtenteils unter Kontrolle russischer Truppen.

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Es gebe sehr blutige Straßenkämpfe in der Stadt, sagte Hromow. Sjewjerodonezk gilt als letzte große ukrainische Hochburg in der Region Luhansk. Prorussische Truppen und das russische Militär stehen dort nach eigenen Angaben kurz vor der Machtübernahme.

Hromow und die stellvertretende Verteidigungsministerin Hanna Maljar zogen mit Blick auf den 100. Kriegstag an diesem Freitag Bilanz. „Unser Widerstand ist nach all den Monaten ungebrochen. Der Feind hat seine selbstgesteckten Ziele nicht erreicht“, sagte Maljar. „Wir sind bereit für einen Langzeitkrieg. Wir haben uns auf einen langen Krieg eingestellt.“ Der russische Präsident Wladimir Putin hatte den Einmarsch in das Nachbarland am 24. Februar befohlen. Als ein Ziel wurde immer wieder die komplette Einnahme der ostukrainischen Gebiete Luhansk und Donezk genannt. Das ist bisher nicht gelungen.

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Maljar lobte, dass nun endlich die „Dynamik der Waffenlieferungen“ aus dem Westen an Fahrt aufnehme. Sie machte aus Sicherheitsgründen keine Angaben zum Zeitpunkt und Ort der Lieferungen. Die Ukraine will mit den schweren Waffen unter anderem aus den USA und aus Deutschland den Vormarsch der russischen Truppen aufhalten und besetzte Städte befreien. „Es geht darum, dass wir uns verteidigen“, sagte sie auf die Frage, ob – wie von Moskau befürchtet – damit auch russisches Staatsgebiet angegriffen werden könnte.

Schwere Angriffe: Ukrainerin gibt Einblicke in Luftschutzkeller in der Region Luhansk

Momentan leben etwa 140 Menschen in dem Gebäude, zwischenzeitlich waren es auch schon einmal mehr als 600.

Vize-Generalstabschef Hromow sagte, dass Russland es mit seinen Luftschlägen und Artilleriebeschuss vor allem auch auf die „totale Zerstörung der Infrastruktur“ abgesehen habe, darunter Eisenbahnverbindungen. Es handele sich um das gleiche Vorgehen besonders mit Luftangriffen der russischen Truppen wie in Syrien. Trotzdem scheiterten sie dabei, ihre Ziele zu erreichen, sagte er.

RND/dpa

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