Russlands Angriffe auf Energieinfrastruktur

Täglich ein Blackout: regelmäßige Stromabschaltungen in der Ukraine angekündigt

Menschen gehen in der Dämmerung über den Platz der Unabhängigkeit in Kiew. (Archivbild) Der staatliche ukrainische Energieversorger hat am Samstag regelmäßige Stromabschaltungen in der Hauptstadt und sieben anderen Regionen des Landes angekündigt.

Menschen gehen in der Dämmerung über den Platz der Unabhängigkeit in Kiew. (Archivbild) Der staatliche ukrainische Energieversorger hat am Samstag regelmäßige Stromabschaltungen in der Hauptstadt und sieben anderen Regionen des Landes angekündigt.

Kiew. Der staatliche ukrainische Energieversorger hat am Samstag regelmäßige Stromabschaltungen in der Hauptstadt Kiew und sieben anderen Regionen des Landes angekündigt.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Das Unternehmen Ukrenergo, das die ukrainischen Hochspannungsleitungen betreibt, teilte mit, betroffen seien der Großraum Kiew sowie die Regionen Tschernihiw, Tscherkassy, Schytomyr, Sumy, Poltawa und Charkiw. Die Abschaltungen erfolgten täglich nach einem festgelegten Zeitplan und sollten etwa sechs Stunden dauern.

Die Ukraine hat mit Stromausfällen und einer Unterbrechung der Wasserversorgung zu kämpfen, seit Russland Ende Oktober mit massiven Raketen- und Drohnenangriffen auf die Energieinfrastruktur des Landes begann. Die Regierung in Moskau erklärte, sie reagiere damit auf Angriffe auf die Halbinsel Krim, die Russland 2014 völkerrechtswidrig annektierte. Die Ukraine wies die Vorwürfe zurück.

+++ Alle aktuellen News im Liveblog +++

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Mehrere Ortschaften unter russischem Beschuss

Städte und Gemeinden in der Ukraine waren bis zum frühen Samstagmorgen erneut Ziel von russischem Beschuss. Auf die Stadt Nikopol wurden in der Nacht nach Angaben von Gouverneur Walentyn Resnitschenko etwa 40 Granaten abgefeuert. Die russischen Streitkräfte beschossen demnach die Stadt und die Umgebung mit schwerer Artillerie. Zwei Brände brachen aus, mehr als ein Dutzend Wohn- und Versorgungsgebäude sowie eine Gasleitung wurden beschädigt, wie Resnitschenko bei Telegram mitteilte. In der Region hätten die ukrainischen Streitkräfte außerdem eine Drohne abgeschossen.

In der Region Mykolajiw im Süden des Landes wurden durch den nächtlichen Beschuss ländlicher Gebiete mehrere Häuser beschädigt. Verletzt worden sei niemand, sagte Gouverneur Witali Kim auf Telegram. Auch Saporischschja im Osten wurde unter Beschuss genommen. Die Gebäude von drei Unternehmen und mehrere Autos seien beschädigt worden, erklärte Gouverneur Oleksandr Saruch. Im Osten waren acht Städte und Dörfer Ziel von Angriffen, darunter Bachmut, Awdijiwka und Pokrowsk.

Nach Angaben des ukrainischen Präsidialamtes wurden innerhalb von 24 Stunden durch den russischen Beschuss mit Drohnen, Raketen und schwerer Artillerie drei Zivilisten getötet und acht weitere verletzt. In der von Russland besetzten Region Cherson, wo eine ukrainische Gegenoffensive im Gange ist, verschleppt das russische Militär nach Angaben des Präsidialamtes weiterhin Einwohner.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

„Härtere und längere“ Stromabschaltungen in der Region Kiew

Bereits am Freitag hatte die Presseabteilung von Ukrenerho mitgeteilt, die „Notabschaltungen“ von vier Stunden täglich oder mehr seien in der Region Kiew wieder aufgenommen worden. „Wegen erheblicher Schäden und Ungleichgewichten im Stromsystem sind längere Stromausfälle möglich“, hieß es.

Britische Experten: Russische Rekruten bekommen so gut wie keine Ausbildung

Das russische Militär ist nach Ansicht britischer Experten durch den Angriffskrieg in der Ukraine mit der Ausbildung neuer Rekruten überfordert.

Der lokale Gouverneur Oleksij Kuleba erklärte bei Telegram, die Region Kiew werde „härtere und längere“ Abschaltungen erleben als früher im Krieg. Oleh Synjehubow, der Gouverneur der Region Charkiw, verkündete bei Telegram, dass in seiner Provinz einstündige Abschaltungen täglich am Montag beginnen und die zweitgrößte Stadt des Landes, Charkiw, mit einschließen sollten. Die Maßnahmen seien nötig, um das von Russland angegriffene Stromnetz zu stabilisieren, sagte er.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warf Russland zuletzt angesichts der Zerstörung der Infrastruktur vor, deren „einzige Taktik ist der Terror“. Das könne nur zu einer Niederlage führen. Angesichts der Stromabschaltungen im Zuge der zerstörten Energieinfrastruktur meinte er, dunkel sei nicht ein Leben ohne Licht, sondern ohne Freiheit. Auch den harten Winter würden die Ukrainer überstehen. „Wir haben keine Angst vor der Dunkelheit.“

RND/AP/dpa

Mehr aus Politik

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen