Ehemalige First Lady im Interview

Michelle Obama über mögliche Trump-Kandidatur: „Entsetzt mich zutiefst“

Michelle Obama, ehemalige First Lady der USA, sieht einer erneuten Präsidentschaft von Donald Trump mit Sorge entgegen (Archivbild).

Michelle Obama, ehemalige First Lady der USA, sieht einer erneuten Präsidentschaft von Donald Trump mit Sorge entgegen (Archivbild).

Die ehemalige First Lady der USA, Michelle Obama, hat in einem gemeinsamen Interview von „Stern“ und „RTL“ ihre Sorge über eine weitere Präsidentschaftskandidatur von Donald Trump geteilt. Von den Midterm-Wahlen habe die zweifache Mutter daher auch nicht zu viel erwartet. „Ich bin Realistin“, so Obama. „In den vergangenen zwei Jahren hatten wir mit einer Pandemie zu kämpfen, mit Quarantänen. Unser Leben wurde auf den Kopf gestellt. Hier in Amerika erlebten wir eine beispiellose Spaltung der Menschen, rassistische Ungerechtigkeit, eine Revolte in unserer Hauptstadt. Wir fühlten uns alle alleingelassen.“

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In dieser Zeit habe sie ein Buch über ihre Ängste geschrieben, das nun unter dem Titel „Das Licht in uns“ erschienen ist. Darin reflektiere die ehemalige First Lady auch das politische Vermächtnis der Obamas. „In meinem Buch schreibe ich, dass ich mich manchmal gefragt habe, ob wir genug getan haben. Da bin ich ganz ehrlich. Das waren vielleicht die Momente meiner tiefsten Verzweiflung“, erzählte sie im Interview. „Wenn du persönlich so viel in eine Botschaft der Hoffnung investiert hast und dann siehst, wie die Dinge langsam zerfallen, dann kann man sich schon fragen: War das genug, was du versucht hast?“

Michelle Obama besorgt vor Trumps Kandidatur

Einer erneuten Kandidatur von Ex-Präsident Donald Trump blicke die 58-Jährige daher mit Schrecken entgegen: „Der Gedanke daran entsetzt mich zutiefst“, sagte sie im „Stern“-Interview.

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Wissen Sie, ich finde es immer wieder erstaunlich, dass zwar wenige Menschen zur Führung eines Landes befähigt sind, aber so viele zu wissen meinen, wie es besser geht.

Michelle Obama

Die Auswertung der Wahlergebnisse zeigt nun jedoch, dass die US-Demokraten ihre Sitze im Senat verteidigen und die Republikaner einige Niederlagen einstecken mussten. Die Frage, ob die Demokraten erneut mit Joe Biden in einen möglichen Wahlkampf gegen Trump ziehen sollten, wollte Michelle Obama nicht beantworten. „Wissen Sie, ich finde es immer wieder erstaunlich, dass zwar wenige Menschen zur Führung eines Landes befähigt sind, aber so viele zu wissen meinen, wie es besser geht“, erklärte Obama stattdessen. „Wir versuchen ja auch nicht, unseren Arzt zu belehren oder unseren Automechaniker. Ich lasse mich nicht darauf ein, im Nachhinein die politischen Entscheidungen anderer anzuzweifeln.“

Mike Pence erwägt Kandidatur gegen Trump

Derweil erwägt der frühere US-Vizepräsident Mike Pence eine Kandidatur für den Chefsessel im Weißen Haus und zeigt sich auch bereit, gegen seinen einstigen Weggefährten Donald Trump anzutreten. Letztlich müsse das amerikanische Volk darüber entscheiden, ob Trump noch einmal Präsident sein könne, sagte Pence in einem am Montag (Ortszeit) ausgestrahlten Interview des TV-Senders ABC. Er denke aber, dass es in der Zukunft bessere Alternativen geben werde.

Er selbst sei gemeinsam mit seiner Familie dabei, über eine Kandidatur für die Republikaner nachzudenken, sagte Pence. Und wenn das bedeuten sollte, gegen seinen einstigen Chef Trump anzutreten, sei er dazu bereit: „Dann wird es so sein.“

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Trumps Anhänger hatten am 6. Januar 2021 das Parlamentsgebäude erstürmt, während dort unter Vorsitz von Pence der Sieg des Demokraten Joe Biden bei der Präsidentenwahl im November 2020 offiziell besiegelt werden sollte. Trump hatte die Menschenmenge zuvor bei einer Kundgebung in der Nähe des Weißen Hauses mit einer Wiederholung seiner falschen Vorwürfe zu angeblichem Wahlbetrug aufgeheizt. Seine damaligen Äußerungen und sein Verhalten seien gefährlich gewesen und hätten zum Bruch zwischen den beiden geführt, sagte Pence im Interview. „Es war klar, dass er beschlossen hat, Teil des Problems zu sein.“

Kapitol-Attacke: Ausschuss prüft Schritte gegen Trump

Der Untersuchungsausschuss zum Angriff auf das US-Kapitol prüft Schritte gegen den Ex-Präsidenten, nachdem dieser gegen eine Vorladung vor Gericht zog.

Von Trump wird in der Nacht zum Mittwoch die Bekanntgabe einer erneuten Präsidentschaftskandidatur erwartet. Pence gilt bei den Republikanern mit Blick auf die Wahl 2024 als möglicher Konkurrent Trumps, genauso wie der Gouverneur von Florida, Ron DeSantis. Bei den Demokraten will Präsident Joe Biden Anfang kommenden Jahres entscheiden, ob er für eine zweite Amtszeit kandidieren will. Er ging aus der Parlamentswahl vergangene Woche gestärkt hervor, nachdem das in vielen Umfragen vorhergesagte Debakel für die Demokraten ausgeblieben war.

RND/al/dpa

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