„Alles arbeitet so langsam“

Vitali Klitschko fordert von Deutschland „schnelle Entscheidungen bei Waffenlieferungen“

Vitali Klitschko, Bürgermeister von Kiew und ehemaliger Boxprofi, spricht am Rande des Weltwirtschaftsforum in Davos.

Der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko hat von der Bundesregierung „schnelle Entscheidungen bei Waffenlieferungen“ für die Ukraine gefordert. Der Ukrainer warf Deutschland zögerliches Vorgehen im Krieg in der Ukraine vor. „Alles arbeitet so langsam“, sagte Klitschko bei einer Ansprache am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos. Auch Bundeskanzler Olaf Scholz wird am Donnerstagvormittag auf dem Weltwirtschaftsforum sprechen.

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+++ Alle Entwicklungen zum Krieg gegen die Ukraine im Liveblog +++

Die Ukraine kämpfe auch für die europäischen Werte. „Wir verteidigen euch alle“, so der Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt. Russland ginge so weit, „wie wir ihnen erlauben, zu gehen“, erklärte Klitschko. Auch ein Teil Deutschlands sei bereits Teil der Sowjetunion gewesen. Gleichzeitig bedankte sich der Beamte für die Unterstützung aus Deutschland trotz der großen Kritik auch aus der Ukraine. Deutschland sei einer der „der größten Unterstützer der Ukraine“ im russischen Angriffskrieg.

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Klitschko warf Russland in seiner Rede erneut „Völkermord“ vor. Die Bilder in Butscha, Borodjanka und weiteren ukrainischen Städten hätten gezeigt, wie grausam die russische Armee gegen die Zivilbevölkerung der Ukraine vorgehe. Angesichts des Ausmaßes erneuerte auch der Bürgermeister die Forderung nach Verteidigungswaffen. Klitschko dankte den EU-Staaten für die Aufnahme von Geflüchteten und die Solidarität mit der Ukraine.

Selenskyj: „Die Ukraine kämpft, bis sie ihr gesamtes Territorium zurück hat“

Zuvor adressierte auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Weltgemeinschaft in mehreren Videoansprachen. Auch Selenskyj verlieh seiner Forderung nach mehr militärischer Unterstützung erneut Nachdruck und rief die internationale Gemeinschaft auf, sich eindeutiger auf die Seite seines Landes zu stellen.

Selenskyj fordert mehr Druck auf Moskau

Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos forderte der ukrainische Präsident die Vertreter und Vertreterinnen aus Politik und Wirtschaft dazu auf, mehr Druck auf Moskau auszuüben.

Er zeigte sich in einer Videoansprache am Mittwoch enttäuscht von den Beratungen beim Weltwirtschaftsforum in Davos in der Schweiz. „Egal, was der russische Staat tut, es gibt jemanden, der sagt: Lasst uns seine Interessen berücksichtigen“, sagte Selenskyj. „Und das trotz Tausender russischer Raketen, die die Ukraine treffen. Trotz Zehntausender getöteter Ukrainer. Trotz Butscha und Mariupol“.

Selenskyj reagierte dabei auf die Forderung einiger Staaten, die Ukraine solle für den Frieden in Europa auch Gebietsabtretungen in Kauf nehmen. Selenskyj wies dies erneut entschieden zurück. Das umkämpfte Land werde kein Gebiet abgeben. „Die Ukraine kämpft, bis sie ihr gesamtes Territorium zurück hat.“

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RND/dpa/hyd

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