Innenministerin will zum deutschen Auftaktspiel reisen

„Sicherheitsgarantie“ für WM-Besucher: Faeser zieht positives Fazit ihrer Katar-Reise

Nancy Faeser (SPD), Bundesministerin des Innern und Heimat, und Bernd Neuendorf, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).

Nancy Faeser (SPD), Bundesministerin des Innern und Heimat, und Bernd Neuendorf, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).

Doha. Kurz vor Ende der Reise nach Katar hatte Nancy Faeser ihr Fazit gezogen – und es war positiv. Es sei ihr wichtig gewesen, darauf hinzuwirken, „dass jeder in Katar sicher ist“, sagte die Bundes­innenministerin mit Blick auf die Fußball-Weltmeisterschaft in dem Emirat, die in knapp drei Wochen beginnt. „Diese Sicherheits­garantie habe ich erhalten.“ Und zwar vom katarischen Premier- und Innenminister, Scheich Khalid bin Khalifa bin Abdulaziz Al-Thani, höchstpersönlich.

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Die Garantie gelte im Übrigen für alle, egal, woran sie glaubten und wen sie liebten, fügte die SPD-Politikerin hinzu. Auch das habe Al-Thani bestätigt. Mit anderen Worten: Sie gilt nicht zuletzt für Schwule und Lesben, denen sonst in Katar eine Gefängnis- oder nach islamischem Recht sogar die Todesstrafe droht.

Faeser will zum deutschen Auftaktspiel reisen

Weil das so sei, werde sie nun zum ersten Spiel der deutschen Mannschaft gegen Japan am 23. November erneut nach Katar reisen. Das kündigte Faeser ebenfalls an. Denn sie ist ja nicht nur Innen-, sondern auch Sportministerin. Und während Innenminister bei Weltmeisterschaften üblicherweise zu den Auftaktspielen der deutschen Mannschaft reisen, reisen die Regierungschefs, in diesem Fall Olaf Scholz, spätestens zum Finale an – wenn es denn ein Finale mit deutscher Beteiligung gibt.

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Mit dieser Ankündigung haben sich allerlei Spannungen zwischen Deutschland und Katar gelöst.

MANCHESTER, ENGLAND - OCTOBER 27: Cristiano Ronaldo of Manchester United reacts during the UEFA Europa League group E match between Manchester United and Sheriff Tiraspol at Old Trafford on October 27, 2022 in Manchester, England. (Photo by Naomi Baker/Getty Images)

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Am ersten Tag der Reise hatte sich Faeser vor allem den Arbeits­bedingungen in dem Wüstenstaat gewidmet. Zu diesem Zweck war sie unter anderem mit Max Tunon zusammengetroffen, dem Büroleiter der Internationalen Arbeits­organisation (ILO) in Doha. Er sieht die Lage der Wanderarbeiter keineswegs so kritisch wie manche in Deutschland und hält etwa den Begriff Sklaverei für weit übertrieben. Im Gegenteil, Tunon sagt, in allen Golfstaaten würden gegenwärtig Arbeitsmarkt­gesetze reformiert, um Arbeitskräfte zu holen beziehungsweise zu halten. Katar gehe da sogar noch weiter als manche Nachbarn.

Faeser und Neuendorf treffen sich mit Infantino

Am Dienstag folgten ein Gespräch Faesers mit besagtem Al-Thani sowie ein Treffen mit dem Präsidenten des Fußballweltverbandes (Fifa), Gianni Infantino. Daran nahm auch der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, Bernd Neuendorf, teil, der die Ministerin auf der Reise begleitete.

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Das Gespräch mit ihrem katarischen Kollegen sei sehr angenehm und zugewandt gewesen, sagte die Ministerin anschließend. Es sei dabei neben der WM um die Terrorbekämpfung und die Lage in Afghanistan gegangen. Neuendorf kam auf den von ihm und anderen Ländern favorisierten Entschädigungsfonds für Wanderarbeiter und deren Angehörige zu sprechen. Viele Arbeiter ließen bekanntlich Gesundheit und Leben in Katar. Und sie waren anfangs, wie Dietmar Schäfers von der Bau- und Holzarbeiter Internationale als Augenzeuge berichtete, teilweise in Unterkünften untergebracht, in denen dieser nach eigener Aussage nicht mal seinen Hund hätte übernachten lassen.

DFB-Präsident sieht „intrinsisches Interesse“ bei einigen katarischen Verantwortlichen

Der DFB-Präsident erklärte nun, diesen Entschädigungsfonds zu schaffen, sei „ein Prozess“ mit realistischen Chancen. Zudem sehe er bei einem Teil der katarischen Verantwortlichen „ein intrinsisches Interesse“ an Veränderungen zum Besseren.

„Für mich ist es wichtig, mir vor Ort einen Eindruck geben zu lassen“, hatte Faeser kurz nach der Ankunft in Katar gesagt. Es sei „nicht das Ziel“ der Reise gewesen, „Forderungen aufzustellen“. Vor dem Heimflug hörte sich das zuversichtlicher an. Allerdings müsse man die Menschenrechte dauerhaft im Auge behalten, so die Ministerin. Und das nicht nur in Katar.

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