Junge Klimaexpertin der CDU

Wiebke Winter: Neuer Anlauf gegen Bremer SPD-Macht

Wiebke Winter (CDU), Bundestagskandidatin für den Bremer Wahlkreis 55, ist mit 25 Jahren jüngstes Mitglied im Bundesvorstand der CDU und Landesvorsitzende der Jungen Union in Bremen.

Wiebke Winter (CDU) ist mit 26 Jahren das jüngste Mitglied im Bundesvorstand der CDU.

Bremen und die SPD gehören historisch gesehen zusammen wie Matjes und Zwiebeln. Seit 1945 wird der Regierungschef in dem Stadtstaat von den Sozialdemokraten gestellt – ohne Unterbrechung. Die CDU will das 2023 ein für alle Mal ändern, indem sie ein Spitzenduo für die Bürgerschaftswahl aufstellt, das unterschiedlicher nicht sein könnte.

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Der 53-jährige Spitzenkandidat und Landwirt Frank Imhoff wird sich das Rampenlicht mit der 26-jährigen CDU-Klimaexpertin Wiebke Winter teilen, wie die Bremer CDU kürzlich mitteilte. Winter sieht in den unterschiedlichen Profilen und Hintergründen eine große Chance: „Um gute Politik zu machen, wollen wir als CDU ein Tandem aufstellen“, sagt Winter dem Redaktions­Netzwerk Deutschland (RND). „Frank Imhoff und ich ergänzen uns dabei ideal – und wir können sowohl die erfahrenere als auch die jüngere Generation gleichermaßen repräsentieren.“ Am fünften November soll die Landesliste und damit auch das Tandem final verabschiedet werden.

„Wir haben die Wahl 2019 gewonnen“

Das ähnelt auch der Wahlkampfstrategie anderer Parteien: In Schleswig-Holstein etwa hatten die Grünen zur Landtagswahl in diesem Jahr ebenfalls ein Tandem verschiedener Generationen und unterschiedlicher Hintergründe aufgestellt. Nur hat es die CDU in Bremen um einiges schwerer. Sie ist nicht bereits in der Regierung und muss sich in einem Stadtstaat behaupten, der seit Jahrzehnten sozialdemokratisch geprägt ist. Die CDU von Imhoff und Winter muss sich gegen die SPD von Amtsinhaber Andreas Bovenschulte durchsetzen und gegen seine Koalitionspartner Grüne und Linke, wenn sie Bremen künftig führen will.

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Bei der letzten Wahl im Jahr 2019 hatte sich ein Bündnis aus SPD, Grünen und Linken gebildet, obwohl die CDU stärkste Kraft wurde. Dieses Ergebnis bestärkt Winter allerdings: „Wir haben die Wahl 2019 gewonnen“, sagt die Bremerin, die Mitglied im CDU-Bundesvorstand ist. „Das wollen wir 2023 wiederholen – und noch mehr Menschen von uns und der CDU Bremen überzeugen, damit SPD, Grüne und Linke keine Koalition mehr gegen uns bilden können.“

dpatopbilder - 04.09.2022, Berlin: Friedrich Merz, CDU-Bundesvorsitzender und Unions-Fraktionsvorsitzender, lächelt, als er beim Sommerinterview des ARD-«Berichts aus Berlin» auf der Terrasse des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses spricht. Foto: Christoph Soeder/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Friedrich Merz und die CDU: eine Partei auf der Suche nach sich selbst

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Der Klimaschutz ist ihr politisches Zuhause

Genau wie bei der Personalwahl will die Bremer CDU bei der Themensetzung Generationen­gerechtigkeit berücksichtigen. „Bei der Bildung ist Bremen seit Jahren Schlusslicht“, kritisiert Winter. „Das wollen wir ändern.“ Der Klimaschutz, ein Kernthema von Winter, soll zudem im Mittelpunkt stehen. „Wir müssen dafür sorgen, dass Bremen bis 2040 klimaneutral wird“, fordert sie. „Dafür müssen beispielsweise alle Dächer leichter mit Solar und Gebäude besser mit Wärmepumpen ausgestattet werden können. Wir wollen zudem den Ausbau der E‑Ladesäulen massiv beschleunigen. Das wird Teil unseres Wahlprogramms sein.“

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Der Klimaschutz ist ihr politisches Zuhause: Vor einigen Jahren gründete sie den CDU-nahen Verein Klima-Union mit und kämpft seither innerhalb der Partei für die Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels. Keine einfache Aufgabe, immerhin hält Parteichef Friedrich Merz das Ziel nicht mehr für einhaltbar, wie er kürzlich in der ARD offenbarte.

Wir müssen dafür sorgen, dass Bremen bis 2040 klimaneutral wird.

Wiebe Winter,

CDU-Kandidatin Bremen

CDU will beim Klimaschutz an Kompetenz gewinnen

Die Wahl von Winter ins Spitzenteam ist auch ein Versuch der CDU, grundsätzlich beim Thema Klimaschutz an Kompetenz zu gewinnen. Es ist nicht das erste Mal: Beim Bundestags­wahlkampf 2021 war Winter Teil des Klimateams von CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet. Die kurzfristige Bildung des Teams brachte keinen Erfolg. Die CDU fuhr ihr historisch schlechtestes Ergebnis bei einer Bundestagswahl von 24,1 Prozent ein und schlitterte in die Opposition.

Armin Laschet (r), Unions-Kanzlerkandidat, hört bei einer Pressekonferenz nach der Sitzung des CDU-Präsidiums den CDU-Politikern Andreas Jung (l-r), Wiebke Winter und Thomas Heilmann zu, die ein Programm für Erneuerbare Energie vorstellen.

Senkt den Altersschnitt enorm: Wiebke Winter mit Andreas Jung (von links), Thomas Heilmann und Armin Laschet.

Winter persönlich erlebte einen Karrieredämpfer. Sie konnte sich im Wahlkreis nicht gegen den SPD-Kandidaten Uwe Schmidt durchsetzen. Der Wahlkampf der Jungpolitikerin überzeugte die Bremerinnen und Bremer offenbar nicht: Schmidt konnte sein Ergebnis gegenüber 2017 von 34 auf 36,95 Prozent ausbauen, während Winter auf Platz zwei mit 20,7 Prozent zurückblieb und etwa 4 Prozentpunkte weniger holte als ihre Vorgängerin im Jahr 2017. Für ihren Listenplatz reichten die Zweitstimmen nicht aus. Die Chancen, den Wahlkreis zu gewinnen oder über die Landesliste in den Bundestag einzuziehen, waren wegen der historischen SPD-Prägung in Bremen ohnehin eher klein. Mit der Bürgerschaftswahl holt die Jungpolitikerin noch mal Anlauf.

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Auf dem CDU-Parteitag am vergangenen Wochenende gehörte Winter zu den Frauen, die gegen eine Frauenquote stimmten. Obwohl junge Kolleginnen in anderen Landesverbänden nicht solche Chancen bekommen wie sie, sieht sie in ihrer Haltung keinen Widerspruch. „Wir werden in Bremen auch ohne Frauenquote eine paritätische Liste aufstellen. Daran sieht man, dass es auch ohne geht“, unterstreicht sie. „Zudem ist mir die Freiheit der Wahl sehr wichtig. Wir müssen allerdings die Strukturen in unserer Partei verbessern und hybride Sitzungen mit festen Start- sowie Endzeiten ermöglichen. Das haben wir nun auch auf dem Bundesparteitag beschlossen.“ Sie dürfe ja nicht die einzige junge Frau bleiben, die Teil eines Spitzentandems sei, sagt sie.

 

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