„I‘ll be back“

Action mit Worten und Umweltschutz - Arnold Schwarzenegger wird 75

Mit 75 Jahren steht Arnold Schwarzenegger weiter vor der Kamera, doch der Action-Held setzt heute stärker auf Appelle und Aktivismus.

Mit 75 Jahren steht Arnold Schwarzenegger weiter vor der Kamera, doch der Action-Held setzt heute stärker auf Appelle und Aktivismus.

Los Angeles. Schwere Muskelpakete und Action-Auftritte machten ihn weltbekannt. Als „Terminator“ (1984) prägte er den legendären Satz „I‘ll be back“ (Ich komme wieder). Das Versprechen hat Arnold Schwarzenegger eingehalten. Heute ist der gebürtige Österreicher nicht nur als Hollywood-Star, sondern auch als Umweltaktivist und als politischer Berater voll im Einsatz. An diesem Samstag (30. Juli) steht sein 75. Geburtstag an, doch an eine Rentner-Ruhepause ist nicht zu denken.

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Schwarzenegger steckt als Hauptdarsteller und ausführender Produzent mitten in der Produktion der Netflix-Spionage-Serie „Fubar“. Erstmals in seiner langen Schauspielkarriere tritt der Action-Star in einer Serien-Hauptrolle auf. Natürlich darf er auch wieder die Muskeln flexen. Der Altstar und Monica Barbaro (32, „Top Gun: Maverick“) spielen Vater und Tochter, die feststellen müssen, dass sie beide heimlich als CIA-Agenten arbeiten.

Bewegende Rede Schwarzeneggers an das russische Volk im März

Doch nur eine Rolle ist „Arnie“ seit langem nicht genug. Der Ex-Bodybuilder, frühere „Mr. Olympia“, „Mister Universum“ und Gouverneur von Kalifornien (2003 bis 2011) hat vor allem den Kampf gegen den Klimawandel zu seiner Mission gemacht.

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So schaltete er sich Mitte Juni vom Drehort im kanadischen Toronto per Video zum Austrian World Summit dazu, einer jährlichen Klimakonferenz in Wien, die von seiner Plattform Schwarzenegger Climate Initiative mitveranstaltet wird. Mit starken Worten mahnte der Action-Star zur Abkehr von fossilen Brennstoffen. Europa würde mit seinen Milliarden-Zahlungen an Russland für Brennstoffimporte Moskaus Angriffskrieg in der Ukraine mit finanzieren. „Wir haben Blut an den Händen“, wetterte Schwarzenegger. Der Westen verfüge über Technologien, um fossile Brennstoffe zu ersetzen. Es sei nun unsere „moralische Verpflichtung“, dies zu nutzen.

In einer bewegenden Videoansprache wandte sich Schwarzenegger im März an das russische Volk, sich gegen die Propaganda Moskaus zu wehren. Die Regierung habe die Bevölkerung und die Soldaten über die wahren Gründe für den Krieg in der Ukraine belogen. „Die Machthaber im Kreml haben diesen Krieg begonnen. Dies ist nicht der Krieg des russischen Volkes“, sagte Schwarzenegger.

Dei Bilderbuchkarriere des Arnold Schwarzenegger

Ein gutes Jahr zuvor, nach dem Sturm auf das Kapitol in Washington im Januar 2021, hatte der Wahl-Kalifornier in einer Rede „an meine amerikanischen Mitbürger und Freunde auf der ganzen Welt“ appelliert, die Spaltung des Landes zu überwinden. Der ehemalige US-Präsident Donald Trump habe einen Putsch versucht, „indem er die Menschen mit Lügen in die Irre führte“, sagte Schwarzenegger. „Präsident Trump ist ein gescheiterter Anführer. Er wird als der schlechteste Präsident aller Zeiten in die Geschichte eingehen.“ Schwarzenegger, traditionell ein Republikaner, hatte sich früh von seinem Parteikollegen Trump distanziert - und dem Demokraten Joe Biden seine Unterstützung ausgesprochen.

Im Rentenalter kommt Schwarzenegger nicht zu Ruhe. Mit seinen vielen Anliegen jettet er durch die Welt, natürlich auch zu Events in der früheren Heimat. In Kitzbühel feiert er gerne bei der alljährlichen Weißwurstparty vor den Hahnenkamm-Rennen beim Ski-Weltcup mit. Beim Münchner Oktoberfest war er schon öfter in Lederhosen zu Gast.

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Schwarzenegger hat eine Bilderbuchkarriere hingelegt. 1947 wurde der Polizistensohn in Thal in der Steiermark geboren, er wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Die erste Krönung - zum „Mister Universum“ - kam mit 20. Als Bodybuilder macht er in den USA Karriere, dann auch als Schauspieler - mit Akzent und einem unaussprechlichen Namen. Mit „Conan, der Barbar“ startete er 1982 in Hollywood durch. Auch mit Komödien wie „Twins - Zwillinge“ und „Kindergarten Cop“ konnte sich Arnie beweisen.

All das schilderte er 2012 in seinen Memoiren „Total Recall: Die wahre Geschichte meines Lebens“. Darin schrieb er auch über seine Glamour-Ehe mit der liberalen Kennedy-Nichte Maria Shriver. Sie haben vier gemeinsame Kinder. Im 29. Kapitel „The Secret“ (Das Geheimnis) packte er über seine Affäre mit der langjährigen Haushälterin der Familie aus. Das Verhältnis und die Folgen, ein jetzt 24-jähriger Sohn, hatte er seiner Frau damals verschwiegen, Shriver reichte die Scheidung ein. „Ich habe das total verbockt“, bilanziert Schwarzenegger das Ehe-Aus.

Letzter „Terminator“-Auftritt im Jahr 2019

Schwarzenegger ist mittlerweile zweifacher Großvater. Tochter Katherine (32), die mit dem Schauspieler Chris Pratt verheiratet ist, brachte im Mai ihre zweite Tochter zur Welt.

Im Kino zeigte sich der Muskelmann zuletzt 2019 in „Terminator: Dark Fate“ als gealterte Kampfmaschine, die das Kämpfen aber immer noch nicht verlernt hat. Im echten Leben muss der Action-Star allerdings ein paar Zugeständnisse ans Alter machen. „Kniebeugen und all diese Arten von schweren Beinübungen kann ich nicht mehr machen“, sagte er 2018 der US-Zeitschrift „Men's Health“. „Meine Knie sind zerschossen. Ich muss meine Knie schützen, weil ich Skifahren will.“ Er fahre auch sehr gerne Rad, überall auf der Welt.

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1997 hatte er sich erstmals einem Herzeingriff unterziehen müssen, als ihm eine Aortenklappe eingesetzt wurde. Die Ärzte wollten damit einen angeborenen Herzfehler korrigieren. Weitere Herzoperationen folgten 2018 und 2020. Schwarzenegger hat mehrere Motorrad-Unfälle hinter sich. 2006 brach er sich beim Skilaufen den Oberschenkel, eine neue Hüfte hat er auch schon.

Weniger Fleisch zu essen, hat ihm nach eigenen Angaben mehr Lebenszeit geschenkt. „Mein Kardiologe sagte mir, dass sich meine Arterien nicht mehr weiter verengen, seit ich mehr Gemüse und pflanzliche Produkte esse“, sagte Schwarzenegger im Oktober in einem Interview mit der BBC. „Ich habe meine Gesundheit verbessert, das hat mir zwei Jahre extra gegeben.“

RND/dpa

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