Seine 430-Millionen-Euro-Jacht ist zu groß: Jeff Bezos lässt Brücke in den Niederlanden abbauen

Amazon-Gründer Jeff Bezos.

Amazon-Gründer Jeff Bezos.

Amazon-Gründer Jeff Bezos lässt sich zurzeit in den Niederlanden die größte Segeljacht der Welt bauen, Probleme bereiten dabei allerdings nicht die kolportierten Kosten von rund 430 Millionen Euro, sondern eine historische Hafenbrücke in Rotterdam. Das 127 Meter lange Megaschiff ist schlicht zu groß, um das „De Hef“ genannte Bauwerk zu passieren und zum Meer zu gelangen. Doch wo ein Wille (und das nötige Kleingeld) ist, ist auch ein Weg: Die Konigshaven-Brücke soll abgebaut werden, um der Bezos-Jacht die Durchfahrt zu ermöglichen, berichtet das niederländische Portal „Rijnmond“. Die Kosten will der 58-Jährige zusammen mit dem Schiffbauer übernehmen.

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Die Rekordjacht, die schon seit Monaten immer wieder für Schlagzeilen sorgt, wird zurzeit bei der Firma Oceanco in Alblasserdam, einer Gemeinde östlich von Rotterdam, gebaut und steht kurz vor der Fertigstellung. Damit der Multimilliardär damit später allerdings tatsächlich die Weltmeere besegeln kann, muss das Schiff die 40 Meter hohe Konigshaven-Brücke an Europas größtem Hafen in Rotterdam passieren – angesichts der gigantischen Masten nicht möglich.

Die ehemalige Eisenbahnbrücke, „De Hef" in Rotterdam.

Die ehemalige Eisenbahnbrücke, „De Hef" in Rotterdam.

Behörden stimmten Brückenabbau zu

Der Schiffsbauer wandte sich deshalb an die zuständige Gemeinde und bat um einen temporären Abbau des Mittelteils der Brücke, die bereits seit 1993 nicht mehr ihrer ursprünglichen Funktion dient – damals wurde der Schienenverkehr in einen Tunnel verlegt. Bei den Behörden stieß Bezos dem Bericht zufolge auf offene Ohren, sie sollen dem Ansinnen bereits „aus pragmatischen Gründen“ zugestimmt haben, wie es heißt.

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„Aus wirtschaftlicher Sicht und zur Erhaltung der Arbeitsplätze betrachtet die Gemeinde dies als ein sehr wichtiges Projekt“, wird Marcel Walravens, bei der Gemeinde für die Brücke zuständig, vom Portal „Rijnmond“ zitiert. „Darüber hinaus wurde Rotterdam auch zur maritimen Hauptstadt Europas erklärt. Der Schiffbau und die Aktivitäten in diesem Sektor sind daher ein wichtiges Standbein der Gemeinde.“ Er ergänzte, dass der Mittelteil der Brücke wieder aufgebaut werde, wenn die Jacht sie passiert habe, und die Stadt auch nichts an dem Erscheinungsbild des Bauwerks ändern werde.

Kritiker können diese Argumente nicht überzeugen: „Beschäftigung ist wichtig, aber es gibt Grenzen für das, was sie unserem Erbe antun können und dürfen“, sagte Ton Wesselink von der Historischen Gesellschaft Rotterdam dem Bericht zufolge.

RND/seb

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