Streit um Weingut: Sting in Italien der Verleumdung beschuldigt

Der Musiker Sting.

Der Musiker Sting.

Mailand. Sting hat mit einer launigen Anekdote über den Kauf eines Weinguts in der Toskana eine Fehde vom Zaun gebrochen. Einem Erben des italienischen Herzogs, von dem der britische Sänger das Gut bei Florenz vor einem Vierteljahrhundert erstand, schmeckte die Schilderung des damaligen Geschäfts überhaupt nicht. Sting habe sich der Verleumdung schuldig gemacht und sich dann später nur halbherzig entschuldigt, warf ihm der Nachkomme vor.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Alles begann am 13. August mit einem Interview, das Sting dem Wochenmagazin „Sette“ gab. 1997 sei er zum Kauf des Weinguts Palagio überredet worden, nachdem ihm der Besitzer mit dem klangvollen Namen Simone Vincenzo Velluti Zati di San Clemente einen „exzellenten“ Rotwein angeboten habe, sagte der Sänger. Später habe sich der Wein aber als ein Barolo aus Piemont entpuppt, und überhaupt nicht als toskanischer Chianti.

Erbe: „Üble Nachrede, giftig und komplett falsch”

Im Magazinbeitrag war von einem „Schwindel“ und einem Trick die Rede, mit dem der Star zu dem Geschäft verleitet worden sei. Die Wahrheit über die Herkunft des Weins habe er erst nach dem Kauf des Weinguts herausgefunden, berichtete Sting weiter. So sei ihm aufgefallen, dass Gäste den Wein des Anwesens ins Gebüsch schütteten, statt ihn zu trinken. Schließlich hätten sich seine Frau und er entschlossen, Rache zu nehmen, indem sie „auch von Palagio-Weinbergen einen exzellenten Wein produzieren“ würden.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Der Herzog starb bereits 2012 im Alter von 86 Jahren, aber dessen Sohn schrieb eine lange, bissige Zurückweisung der Vorwürfe Stings. Was dieser von sich gegeben habe, sei „üble Nachrede, giftig und komplett falsch“, erklärte Simone Vincenzo Velluti Zati. Es wäre ganz und gar untypisch für seinen Vater gewesen, einen Barolo als Chianti auszugeben. Mit dem Interview und der Anekdote habe Sting nur Werbung für eine neue Bio-Pizzeria auf seinem Anwesen machen wollen und dabei „schlechten Geschmack“ an den Tag gelegt, schimpfte der Erbe. Sting habe nicht nur die Unwahrheit gesagt, sondern die Erinnerung an seinen Vater und seinen eigenen Ruf massiv beschädigt.

Sting reagierte am 24. August mit einem Brief. Es tue ihm aufrichtig leid. Er räume ein, dass die Geschichte „gegenüber dem Gedenken an Ihren hochverehrten Vater respektlos“ gewesen sei. Den Herzog nannte Sting „einen ehrbaren Mann“, der ihn nie in die Irre geführt habe. Seine Schilderungen seien eher selbstironisch zu verstehen. Es sei darum gegangen, dass er vor 25 Jahren „einen Barolo nicht von einem Stück Seife unterscheiden“ konnte.

Doch Velluti Zati gab sich mit Stings Mea culpa nicht zufrieden. Die Entschuldigung sei ein „notwendiger Akt“ des Sängers gewesen, der wenig überzeugend gewesen sei. Ob er weitere Schritte einleitet, hat er noch nicht entschieden.

RND/AP

Mehr aus Promis Regional

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Verwandte Themen

Letzte Meldungen

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Spiele entdecken