Von der Kitsch-Schauspielerin zur prämierten Produzentin: Der Wandel der Reese Witherspoon

Reese Witherspoon ist eine der erfolgreichsten Produzentinnen Hollywoods.

Reese Witherspoon ist eine der erfolgreichsten Produzentinnen Hollywoods.

“Ich bin bereit für eine Veränderung. Ich bin definitiv bereit”, sagt Reese Witherspoon 2014 in einem US-Interview mit “CBS News”. Die Schauspielerin schaut zu dem Zeitpunkt auf eine jahrzehntelange Karriere in Hollywood zurück. Doch seit einigen Jahren fällt Witherspoon eher mit Kinoflops und seichten romantischen Komödien auf. Schaut man sich ihre Karriere nur sechs Jahre später an, wird klar, dass sie sich von einer Popcorn-Schauspielerin zu einer der erfolgreichsten Produzentinnen im Business entwickelt hat. Alleine in diesem Jahr sind Witherspoons Serienproduktionen für 18 Emmys nominiert: Wie hat sie das geschafft?

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“Sie machen wirklich nichts für uns”

Weil es ihrer Meinung nach kaum interessante Rollen für Frauen in Hollywood gab, entscheidet sich die mittlerweile 44-Jährige dazu, eine eigene Produktionsfirma zu gründen. “Ich sprach mit meinen Freundinnen, die Schauspielerinnen sind, und wir sagten: ‘Da draußen gibt es nichts, sie machen wirklich nichts für uns”, erzählt sie 2017 in einem “ITV”-Interview. “Also dachte ich, na ja, dann gründe ich eine Firma, die ich selbst finanziere, und fange an, Rollen für Frauen zu entwickeln.” Und das hat sie auch gemacht: Blockbuster wie “Wild” (2014) oder “Gone Girl” (2014) wurden von ihrer Produktionsfirma “Hello Sunshine” produziert und bekamen sämtliche Award-Nominierungen. Später kommen auch Serien dazu, darunter zum Beispiel “Big Little Lies” (2017) und ganz aktuell “Little Fires Everywhere” (2020). In ihren Shows spielt die höchste Riege an Schauspielerinnen mit, darunter Nicole Kidman, Meryl Streep oder Kerry Washington.

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Ihre Kinder sind ihre Motivation

Witherspoons Familie gibt ihr den Antrieb. Auch dank ihres zweiten Ehemanns Jim Toth, den sie 2011 heiratet, schlägt sie beruflich gesehen eine neue Richtung ein. Dem US-Magazin “Harpers Bazaar” erzählt sie 2016 von einem Gespräch mit ihrem Mann: “Er sagte: ‘Du solltest Filme produzieren. Du liest mehr Bücher als jeder andere, den ich kenne. Du solltest einfach einige davon kaufen und sie in Filme verwandeln.” Bevor sie Toth kennenlernt, war sie vier Jahre alleinerziehend: In ihre zweite Ehe nimmt sie ihre Tochter Ava und ihren Sohn Deacon mit. Im September 2012 bekommt sie mit Toth einen weiteren Sohn: Tennessee James.

Witherspoons Kinder sind auch der Grund, warum sie Hollywood verändern will. “Ich möchte eine weibliche Perspektive auf Film bekommen, die meiner Tochter verständlich macht, was es bedeutet, auf eine andere Art und Weise eine Frau zu sein”, wie die Produzentin “Harpers Bazaar” sagt.

HOLLYWOOD, CALIFORNIA - DECEMBER 11: Reese Witherspoon (L) attends The Hollywood Reporter's Annual Women in Entertainment Breakfast Gala at Milk Studios on December 11, 2019 in Hollywood, California. (Photo by Rodin Eckenroth/Getty Images )

HOLLYWOOD, CALIFORNIA - DECEMBER 11: Reese Witherspoon (L) attends The Hollywood Reporter's Annual Women in Entertainment Breakfast Gala at Milk Studios on December 11, 2019 in Hollywood, California. (Photo by Rodin Eckenroth/Getty Images )

Erfolg an den Kinokassen

Nicht nur ihre Familie und ihre Schauspielkolleginnen scheinen von Filmen mit komplexen Frauenrollen überzeugt zu sein. Die Zuschauer sind es auch: “Gone Girl”, ein Thriller über eine psychopathische Ehefrau, spielt an den Kinokassen umgerechnet mehr als 314 Millionen Euro ein. Ihre Miniserie “Little Fires Everywhere” über Familiendynamiken in einem US-amerikanischen Vorort ist beim US-amerikanischen Streamingservice Hulu die meistgesehene Dramasendung. Witherspoon hat ein großes Ziel erreicht: Die Chefs der Hollywood-Filmstudios erkennen jetzt, dass Filme mit Frauen in vielschichtigen Hauptrollen viel Geld und Erfolg einbringen. “Ich kann nicht glauben, dass die Leute jetzt tatsächlich zuhören”, sagt sie der Nachrichtenseite “Fast Company”. Es sei eine Erleichterung “nicht die ersten 15 Minuten jedes Meetings damit verbringen zu müssen, über den Mangel an Inhalten für Frauen zu sprechen.” Jetzt heiße es gleich: “Ja, verstanden.”

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Hobby zu Geld gemacht

Doch woher bekommt Witherspoon ihre ganzen Ideen? Sie hat ihr liebstes Hobby zu Geld gemacht: Bücher lesen. Fast jede ihrer Produktionen entstammt aus aktueller Literatur von Frauen über Frauen, die sie auch selber liest. Doch nicht jedes Buch, das Witherspoon gefällt, kommt auf die Kinoleinwand oder ins Internet: In den Büchern muss etwas passieren, sie dürfen nicht zu viel “im Inneren” stattfinden, wie sie 2020 der US-Edition der “Vanity Fair” erzählt. Es ist nicht verwunderlich, dass Witherspoon sich schon die Rechte von den Erfolgsromanen der letzten Monate gesichert hat, so zum Beispiel “Ich, Eleanor Oliphant” von Autorin Gail Honeyman. Eine Geschichte über eine soziale Außenseiterin mit einer traumatischen, mysteriösen Vergangenheit.

Randgruppen sichtbar machen

Die Motive ihrer Filme und Serien sind eindeutig: Es sind Geschichten, die Randgruppen, ihre Erfolge und Probleme sichtbar machen, die Mutterschaft und Geburt als schön, aber schwierig darstellen. Auch aktuelle Themen wie #MeToo in der Medienbranche greift sie regelmäßig auf. Aber nicht nur auf der Leinwand erfüllt sie ihr Ziel, diverse Charaktere abzubilden. “Ich kann mich daran erinnern, dass ich in Filmen zu sehen war, in denen ich die einzige Frau am Set war mit 150 Männern”, berichtet sie der “Vanity Fair” über die Anfänge ihrer Karriere. So seien nur ein paar Frauen in der Garderobe gewesen. Deswegen beschäftigt sie auch hinter der Kamera fast nur Frauen: Tontechnikerinnen, Castingdirektorinnen oder Cutterinnen, sie alle haben ihren Platz am Reese-Filmset.

RND

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