Netflix-Doku veröffentlicht

Britischer Royal-Experte: „Harry und Meghan sind unberechenbar“

Jetzt packen sie aus: Prinz Harry und seine Frau Meghan, hier am 6. Dezember auf einer Gala in New York.

Jetzt packen sie aus: Prinz Harry und seine Frau Meghan, hier am 6. Dezember auf einer Gala in New York.

Lang erwartet, nun ist sie da – zumindest die ersten drei Teile: Die Rede ist von der Netflix-Doku über das royale Aussteigerpaar Harry und Meghan. Bereits ein Teaser und ein Trailer vorher geizten nicht mit Kamerablitzen und Tränen. Die ersten drei Folgen bauen darauf auf: Es wird viel Privates erzählt, viele Emotionen werden gezeigt, doch die Bombe platzen lässt das Paar nicht. Es gibt keine neuen, konkreten Vorwürfe gegen die britische Königsfamilie. Der britische Royal-Experte Richard Fitzwilliams spricht im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) über die Wirkkraft der Serie und die Bedeutung für das britische Königshaus.

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Herr Fitzwilliams, wie ist Ihr Eindruck der ersten drei Episoden?

Es geht natürlich in erster Linie um Geld und den Vertrag, den Harry und Meghan bei Netflix unterschrieben haben. Zweitens sind Harry und Meghan besessen davon, die Erzählung zu kontrollieren. Als sie von Oprah interviewt wurden, wurde keiner der kontroversen Punkte, die sie vorbrachten, untersucht. Und hier haben sie ihr eigenes Programm, das zwar von Netflix gesteuert wird, aber es ist die Seite von sich, die sie der Welt zeigen wollen. Und für ein Paar, das ständig über Privatsphäre spricht, ist die Anzahl der privaten und intimen Videos, Texte, Materialien und Fotos außergewöhnlich. Harry und Meghan sind unberechenbar. Sie machen ihre eigenen Regeln.

Der britische Royal-Experte Richard Fitzwilliams hat eigenen Angaben zufolge nach dem Tod der Queen in zehn Tagen insgesamt 129 Interviews gegeben. Nun ist er erneut sehr gefragt.

Der britische Royal-Experte Richard Fitzwilliams hat eigenen Angaben zufolge nach dem Tod der Queen in zehn Tagen insgesamt 129 Interviews gegeben. Nun ist er erneut sehr gefragt.

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Apropos Material: Im Vorfeld wurde bereits im Trailer ein Fehler gefunden, es wurde eine Pressemeute eingeschnitten von einem Event, bei dem Harry und Meghan gar nicht waren. Beeinflusst das die Glaubwürdigkeit der Doku?

Hilfreich ist es jedenfalls nicht.

Die große Bombe haben Harry und Meghan in den ersten drei Teilen aber nicht platzen lassen ...

Richtig. Im Trailer sprach Harry über „schmutzige Tricks“ und falsche Geschichten über sie. Das implizierte neue Anschuldigungen gegen den Palast. Bei Oprah konnten sie mit unverschämten Kommentaren davonkommen, die großen Schaden anrichteten. Bisher gab es so etwas in der Doku noch nicht. Die Erzählung über Verbindungen der Royals zur Sklaverei in den vergangenen Jahrhunderten findet der Palast sicher nicht sympathisch, aber es waren keine Anschuldigungen gegen einen einzelnen Senior Royal dabei. Es gab nichts, was die königliche Familie zu neuen Sorgen veranlassen würde. Aber man muss bedenken, dass noch ein zweiter dreistündiger Abschnitt kommt, in dem die Teile des Trailers, die sensationell erschienen, auftauchen und erweitert werden könnten.

Eine Szene gibt es, in der Meghan über William und Kate sagt, „dass die äußeren Formalitäten in ihnen auch tief drinstecken“. Ist das versteckte Kritik?

Der springende Punkt daran ist, dass es formelle Codes unter den Royals gibt und die Implikation war, dass diese etwas veraltet sind. Aber das ist kein ernsthafter Angriff.

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„Was man gesehen hat, war die Liebesgeschichte eines Paares“

Was haben die drei ersten Folgen stattdessen geliefert?

Was man gesehen hat, war zweifellos die Liebesgeschichte eines Paares. Zudem hat man offensichtlich den enormen Druck gesehen, der unter der Presse herrschte, und den Hass zwischen den Sussexes und der britischen Presse. Man sieht, dass diese Serie nicht für Großbritannien ist und ihnen egal ist, was die britische Öffentlichkeit denkt, sondern es an das amerikanische Publikum und die ganze Welt gerichtet ist. Es geht viel um die romantische Seite des Paares, und es ist eine Tatsache, dass ihre Chemie zusammen ziemlich gut vor der Kamera ist.

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Glauben Sie, es wird eine Reaktion des Palastes auf die Doku geben?

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Definitiv nicht. Ich glaube auch nicht, dass das der Fall gewesen wäre, wenn es große Vorwürfe gäbe. Der Punkt ist ja: Was soll der Palast machen? Harry veröffentlicht auch noch seine Biografie „Spare“ am 10. Januar. Das ist ein ziemlich bitterer Titel, und auch hier wird erwartet, dass der Inhalt aussagekräftig sein könnte. Die Sussexes haben gerade zudem eine Auszeichnung als abtrünnige Mitglieder der königlichen Familie bekommen, weil sie sich angeblich gegen eine 1000 Jahre alte Institution gewehrt haben, den Ripple of Hope Awards von der Robert-F.-Kennedy-Stiftung. Tatsache ist, dass sie der königlichen Familie gegenüber sehr kritisch eingestellt sind und viel Schaden angerichtet haben.

Harry macht in der Doku auch einen Zusammenhang zwischen der Brexit-Stimmung und dem Rassismus in britischen Klatschmedien sowie in den sozialen Medien gegen Meghan auf. Was halten Sie davon?

Ja, das hat er. Großbritannien wirkt wie ein etwas vergiftetes, engstirniges und rassistisches Umfeld, um darin zu leben. Es besteht kein Zweifel, dass der Brexit dabei auch eine Rolle spielt. Tatsächlich befasst sich ein Großteil der bisherigen Doku mit Fragen der Privatsphäre, Verletzungen durch die Presse und Rassismus.

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