Verbrauchertipps

Ferienhaus darf durch Energiekosten nicht nachträglich teurer werden

Die steigenden Energiekosten wirken sich auch auf Ferienhauspreise aus.

Die steigenden Energiekosten wirken sich auch auf Ferienhauspreise aus.

Berlin/Kehl. Auf den Urlaub freuen sich die meisten lange im Voraus - und buchen schon ein Ferienhaus oder eine Ferienwohnung. Doch mit den steigenden Energiekosten auch im europäischen Ausland stellt sich die Frage: Wie wirkt sich das im Urlaub aus? Wird das ausgewählte Domizil dadurch teurer?

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Generell ist erst mal wichtig zu wissen: Ob eine nachträgliche Preiserhöhung zulässig ist, richtet sich nach nationalem Recht. Für deutsche und zum Beispiel dänische Feriendomizile gilt: Eigenmächtige nachträgliche Veränderungen von Kosten sind nicht rechtens. „Es gilt, was im Vertrag vereinbart wurde“, sagt Sabine Blanke vom Europäischen Verbraucherzentrum Deutschland (EVZ). Das beziehe sich auf alle vertraglich vereinbarten Kosten.

Einseitige Erhöhung ist nicht zulässig

Es wurde schon auf verschiedenste Weise versucht, die Kosten auf die Mieterinnen und Mieter umzulegen, berichtet die Juristin: Sei es durch eine schlichte Mitteilung vorab, dass der vereinbarte Preis steigen werde. Sei es durch eine Staffelung, in der immer wieder die aktuellen Kosten benannt werden.

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Eine solche einseitige Erhöhung ist meist nicht zulässig. Betroffene sollten am besten den Vermieter umgehend schriftlich darauf hinweisen, dass sie diese nicht akzeptieren, rät die Verbraucherschützerin.

Sogar einen Fall, in dem ein Vermieter einfach einen höheren Betrag als vereinbart abgebucht hat, hat Blanke betreut. Sie rät: Sollte das passieren, sollten Mieter nicht eigenmächtig rückbuchen. Sondern eine Rückerstattung mit Frist von vier Wochen vom Vermieter verlangen - mit Verweis auf den Vertrag. Ist das nicht erfolgreich, sollte man überlegen, sich rechtliche Beratung zu holen.

Einigung auf Kulanz ist möglich

Enthält der Vertrag den Hinweis, dass weitere Anpassungen der Energiepreise jederzeit notwendig sein können, rät sie dringend ab: „Am besten sollte man das gar nicht erst unterschreiben.“ Es sollte immer ein genauer Cent-Preis für die Kilowattstunde oder eine feste Pauschale festgehalten sein.

Dagegen sich mit dem Vermieter freiwillig über eine Anpassung zu verständigen, spricht hingegen nichts. „Vielleicht kennt man den Vermieter persönlich oder man fährt einfach gerne noch mal in diese Wohnung“, sagt Blanke. Dann entscheidet der Kunde, welchen Betrag er zu zahlen bereit ist.

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Bei Ferienhäuser sollte immer  Es sollte immer ein genauer Cent-Preis für die Kilowattstunde oder eine feste Pauschale festgehalten sein.

Bei Ferienhäuser sollte immer Es sollte immer ein genauer Cent-Preis für die Kilowattstunde oder eine feste Pauschale festgehalten sein.

Perspektivwechsel: Was der Verband den Vermietern rät

Eine Möglichkeit für die Vermieter, um nicht auf den steigenden Energiekosten sitzen zu bleiben: Nach Zählerstand abzurechnen. Das ist in Deutschland jedoch eher nicht üblich: Insgesamt rechnet bislang nur ungefähr jeder zehnte Vermieter seine Energiekosten nach Verbrauch ab. Die Abrechnung nach Verbrauch sei aufwendig und könne insbesondere auf Stammgäste abschreckend wirken, sagt Michelle Schwefel, , Geschäftsstellenleiterin vom Deutschen Ferienhausverband (DFV).

Denn die Mieten für Ferienwohnungen und -häuser werden meist im Voraus bezahlt. Im Unterschied zu Ländern wie etwa Dänemark ist es in Deutschland meist die Regel, Energie- und Heizkosten pauschal schon in die Miete einzurechnen.

Laut Preisangabenverordnung (PAngV) ist eine Abrechnung nach Verbrauch zwar möglich, der Verband rät dennoch davon ab. Vermieter müssten auch den Zeitfaktor und die Kundenzufriedenheit im Blick behalten, heißt es.

Im Zweifelsfall würden Mieter lieber ein Objekt wählen, das pauschal abgerechnet wird. Für den Urlaubsgast sei es wichtig zu wissen, woran er ist, so der Verband. Ein moderater Aufschlag auf die Gesamtmiete von etwa zehn Prozent sei für Gäste vertretbar.

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RND/dpa

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