Mehr Schutz und neue Projekte: Was Reisende 2022 auf Mallorca erwartet

Touristinnen und Touristen sonnen sich am Strand von El Arenal auf der Balearen-Insel Mallorca.

Touristinnen und Touristen sonnen sich am Strand von El Arenal auf der Balearen-Insel Mallorca.

Während erneut eine Corona-Welle nun mit der Omikron-Variante in ganz Spanien wütet (Sieben-Tage-Inzidenz in liegt Spanien bei 956,8, auf Mallorca 600), lassen sich die Mallorquiner aber nicht von neuen Plänen für das kommende Jahr abhalten. Denn für die vom Tourismus abhängige Baleareninsel steht im kommenden Jahr viel auf dem Spiel.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Touristensteuer soll Corona-Maßnahmen finanzieren

Die Lieblingsinsel der Deutschen zieht alle Register, damit sich die Wirtschaft 2022 erholen kann und ein coronabedingter Kollaps ausbleibt. So sollen etwa die Einnahmen aus der 2016 eingeführte Touristensteuer im kommenden Jahr nicht wie bislang in Umweltprojekte fließen, sondern für Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus verwendet werden. Das teilt die Finca-Vermittlung fincallorca.de in dem von ihr verfassten Schreiben „Mallorca News 2022″ mit, das dem RedaktionsNetzwerk (RND) Deutschland exklusiv vorliegt.

Demnach setzt die Kommission zur Förderung des nachhaltigen Tourismus ihre Ansprüche für ein Jahr aus und wird erst danach wieder zu Tagungen zusammenkommen. Im Jahr 2023 sollen die Steuermittel dann wieder ihrem ursprünglichen Verwendungszweck zugutekommen. Wie hoch die Steuer für Urlauberinnen und Urlauber jeweils ist, hängt sowohl von der Saison als auch von der Art der Unterkunft ab.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Mallorca will weiterhin in Nachhaltigkeit investieren

Obwohl im kommenden Jahr weniger Mittel zur Verfügung stehen werden, will die Insel in ihren Bemühungen um das Aufhalten des Klimawandels nicht nachlassen. Die Entwicklung hin zu einem nachhaltigen Reiseziel mit einer niedrigen CO₂-Emissionsrate sei weiterhin oberstes Ziel.

Als Vorzeigeprojekt wird in dem Schreiben die ehemalige Zementfabrik in Lloseta genannt, die zu einer Wasserstofffabrik umgebaut wird und bei der Produktion künftig komplett auf Solarenergie zurückgreifen wird. Die Inbetriebnahme steht für 2022 an, Besucherinnen und Besucher haben dann auch die Möglichkeit, mit Brennstoffzellen-Bussen oder -Mietwagen über die Insel zu fahren. Zusätzlich wollen die Autovermieter den Anteil der E-Fahrzeuge kräftig ausbauen. Auch die Zahl der Ladestationen soll deutlich nach oben gehen.

Nach unten gedrückt werden soll hingegen die Zahl der Falschparkenden, was die Insel mit einer stärkeren Präsenz der Polizei und zusätzlichen Radarkontrollen erreichen will. Ein praktischer Nebeneffekt der verstärkten Kontrollen sind die zusätzlichen Einnahmen. Ganze 7 Millionen Euro sollen durch das Ausstellen von Strafzetteln zusätzlich eingenommen werden.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Plus bei Reisenden aus dem Ausland erwartet

Die angekündigten strengeren Kontrollen werden die Touristinnen und Touristen aber höchstwahrscheinlich nicht vom Urlaub auf Mallorca abhalten. Den „Mallorca News 2022″ zufolge werden im kommenden Jahr sogar wieder deutlich mehr Reisende aus dem Ausland auf der Insel erwartet. Reyes Maroto, die Tourismusministerin der Zentralregierung, geht davon aus, dass die Balearen 2022 von allen spanischen Destinationen die meisten Touristinnen und Touristen anziehe.

Aktuell liegen die Buchungen insgesamt 50 Prozent über dem Vorjahresniveau, so die Finca-Vermittlung in ihrem Schreiben. Mehrere Airlines haben bereits angekündigt, Mallorca im kommenden Jahr in hoher Frequenz anfliegen zu wollen. United Airlines hat sogar erstmals einen Direktflug von New York nach Palma in den Flugplan aufgenommen. Das stimmt optimistisch. So optimistisch, dass Fluggesellschaften und Reiseanbieter Urlauberinnen und Urlaubern zu einer frühzeitigen Planung raten, um nicht leer auszugehen.

Kreuzfahrt-Limit: Mallorca erlaubt ab 2022 maximal drei Schiffe im Hafen

Für Kreuzfahrten wird es allerdings komplizierter. Denn ab dem Jahr 2022 führt Mallorca eine Obergrenze für Kreuzfahrtschiffe im Hafen ein. Maximal drei Kreuzfahrtschiffe dürfen ab dem Jahr 2022 gleichzeitig im Hafen von Palma de Mallorca liegen. Darauf hat sich die Balearen-Regierung mit der internationalen Vereinigung der Kreuzfahrtreedereien Clia sowie Vertretern der großen Reedereien bei einem Treffen in Hamburg geeinigt.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Auch die Größe der Schiffe wird demnach eingeschränkt: So darf nur eines der drei Schiffe eine Kapazität von mehr als 5000 Passagierinnen und Passagieren haben, und maximal dürfen 8500 Kreuzfahrttouristinnen und ‑touristen an einem Tag im Hafen von Palma ankommen. Die Einigung gilt für fünf Jahre, 2022 soll ein Übergangsjahr sein, wie die „Mallorca Zeitung“ berichtet. Damit ist Palma de Mallorca nach Angaben der Balearen-Regierung das erste Kreuzfahrt-Reiseziel, das ein solches Limit in Absprache mit den Reedereien beschlossen hat.

Da bereits etliche Anläufe terminiert waren, dürfen im nächsten Jahr noch an festgelegten Tagen maximal vier Kreuzfahrtschiffe pro Tag in Palma festmachen. Mallorca erwartet 2022 damit 460 Anläufe von größeren Kreuzfahrtschiffen mit mehr als 500 Passagieren – 14,5 Prozent weniger Anläufe als im Jahr 2019.

Die Insel lockt mit vielen Veranstaltungen

Neben Strand und Meer lockt die Insel im kommenden Jahr dennoch auch mit einem prallen Veranstaltungskalender: Soweit Corona den Plänen keinen Strich durch die Rechnung macht, wird es auf der Insel 2022 zehn verkaufsoffene Sonntage geben. Außerdem dürfen sich Bootsfans auf die Internationale Bootsmesse freuen, die vom 28. April bis zum 1. Mai stattfinden soll.

Außerdem stehen laut den „Mallorca News 2022″ mehrere Sportevents auf dem Programm, darunter eine Segelregatta und ein internationaler Triathlon. Auch Konzerte und Festivals sollen wieder stattfinden, wenn die Corona-Zahlen auf der Insel nicht erneut in die Höhe schnellen.

RND/jaf

Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen