Schutz für Wale: Erste Reederei ändert Routen im Mittelmeer

Die Fluke eines Pottwals (Physeter macrocephalus) ragt beim Abtauchen aus dem Meer.

Die Fluke eines Pottwals ragt beim Abtauchen aus dem Meer (Symbolfoto).

Im Mittelmeer vor der Südwestküste Griechenlands ist einer der wichtigsten Lebensräume der Pottwale. Gleichzeitig ist das Gebiet eine stark befahrene Route von Container- und Kreuzfahrtschiffen. Und damit leben die imposanten Meeressäuger in ständiger Gefahr von Zusammenstößen, weil sie von Kapitänen übersehen werden und selbst nicht ausweichen können.

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Viele Tiere sterben an den Verletzungen, die sie sich durch einen Aufprall zuziehen. An griechischen Stränden werden immer wieder tote Pottwale angespült, mehr als die Hälfte sind Opfer von Zusammenstößen.

„Nur die Spitze des Eisbergs“

Doch die tatsächliche Zahl der betroffenen Tiere dürfte erheblich größer sein: „Die Wale, die mit Propellerspuren und Schnitten tot an der Küste gefunden werden, sind nur die Spitze des Eisbergs“, erklärt Alexandros Frantzis, wissenschaftlicher Direktor des Pelagos-Cetacean-Institutes, das seit 1998 die Wale in der Region beobachtet. Er gehe davon aus, dass bis zu 20-mal so viele auf diese Art unbemerkt auf See sterben und niemals registriert werden.

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MSC lenkt Kreuzfahrt- und Containerschiffe um

Nun reagiert der weltgrößte Reedereikonzern Mediterranean Shipping Company (MSC) und ändert die Routen seiner Schiffe entlang der Westküste Griechenlands, um das Risiko von Kollisionen mit Pottwalen zu verringern. MSC reagierte mit der Routenänderung auf Bitten von Umweltschutz­organisationen, zu denen auch das Pelagos-Institut gehört. Nach eigenen Angaben ist MSC die erste große Reederei, die ihre Fahrtrouten aus Tierschutzgründen verlegt.

Die Frachtschiffe des Unternehmens haben die größte Containerkapazität der Welt, MSC Cruises belegt im globalen Kreuzfahrtgeschäft Platz drei. Die Kursänderungen sollen für alle Schiffe der Reederei gelten. Die NGOs erhoffen sich nun eine Art Dominoeffekt in der Branche: „Wenn der gesamte Schiffsverkehr in diesem Gebiet diese kleinen Anpassungen vornehmen würde, könnte das Risiko für Pottwale, von Schiffen angefahren zu werden, um fast 75 Prozent reduziert werden.“

Noch maximal 300 Pottwale im östlichen Mittelmeer

Pottwale gehören zur Gruppe der Zahnwale und können bis zu 2000 Meter tief tauchen. Männliche Pottwale können bis zu 20 Meter lang und 41 Tonnen schwer werden, Weibchen sind mit durchschnittlich elf Metern Länge und 14 Tonnen Gewicht kleiner.

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Der Hellenische Graben ist ein zentraler Lebensraum der beeindruckenden Tiere – er ist sogar das einzige Gebiet im östlichen Mittelmeer, in dem Familiengruppen beobachtet wurden. Sie sind das ganze Jahr über dort unterwegs, vor allem entlang der 1000-Meter-Tiefenlinie südwestlich der Küsten von Kreta und des Peloponnes.

Die Rote Liste der IUCN stuft die Meeressäuger, die Herman Melville zum Roman „Moby Dick“ inspirierten, im östlichen Mittelmeer als „stark gefährdet“ ein. Ihre Population umfasst nur noch 200 bis 300 Tiere.

RND/gei

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