Wie teuer wird unser Urlaub 2022?

Ein Airbus der Fluglinie Eurowings startet vom Hamburg Airport.

Die Deutschen sind im Reisefieber und lassen sich offenbar auch von steigenden Corona-Zahlen nicht von der Planung ihres Sommerurlaubs abbringen. Über die Hälfte aller derzeit in Reisebüros und auf Onlinereiseportalen getätigten Buchungen entfallen bereits auf die warme Jahreszeit, wie der Deutsche Reiseverband (DRV) auf Nachfrage des RedaktionsNetzwerks Deutschland berichtet.

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„Wir rechnen mit einem starken Sommergeschäft und erwarten, dass Reisewillige ihren aufgrund der Pandemie aufgeschobenen oder ausgefallenen Urlaub in diesem Jahr nachholen werden“, sagt DRV-Pressesprecherin Kerstin Heinen. Was die Reisebranche freut, könnte sich auf den Geldbeutel von Reisenden allerdings negativ auswirken – denn wo die Nachfrage steigt, steigen meist auch die Kosten.

Ferienhäuser in Deutschland 25 Prozent teurer als 2019

So berichtet beispielsweise die Ferienhaussuchmaschine Holidu, dass Ferienhäuser in Deutschland in diesem Sommer mit durchschnittlich 128 Euro pro Nacht und Unterkunft 25 Prozent teurer sind als im Jahr 2019 – also vor Ausbruch der Corona-Pandemie. Laut der Auswertung der Fernhaussuchmaschine wird es für Urlauberinnen und Urlauber auf Sylt mit 190 Euro pro Nacht und Unterkunft diesen Sommer besonders teuer. Gleiches gilt für Garmisch-Partenkirchen (185 Euro) und Rügen (171 Euro). Wesentlich preiswerter sind dagegen Ferienhäuser im Bayerischen Wald (83 Euro) und im Schwarzwald (110 Euro).

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Im Ausland zählen aktuell zwei bei deutschen Reisenden beliebte Urlaubsländer zu den hochpreisigen Destinationen: In Griechenland kostet ein Ferienhaus im Sommer durchschnittlich 226 Euro pro Nacht und Unterkunft, in Spanien 189 Euro. Am günstigsten sind aktuell Häuser in Tschechien (102 Euro), Ungarn (109 Euro) und Polen (116 Euro). Unterkünfte in Schweden sind mit 133 Euro pro Nacht und Unterkunft zurzeit ebenfalls noch erschwinglich.

Preise für Mietwagen auf Rekordniveau

Hohe Preise müssen Reisende auch in diesem Jahr bei Mietwagen in Kauf nehmen. Wie Frieder Bechtel von der Plattform billiger-mietwagen.de auf Anfrage des RedaktionsNetzwerks Deutschland berichtet, kosten Mietwagen für Reisen bis einschließlich Ende September 2022 aktuell durchschnittlich 46,55 Euro pro Tag – das seien noch mal 9 Prozent mehr als im ohnehin schon teuren vergangenen Jahr und 58 Prozent mehr als im Vor-Corona-Jahr 2019.

Der Hauptgrund für die hohen Preise: Angebot und Nachfrage. Während sich viele Reisende auch im dritten Corona-Jahr am liebsten in einem Mietwagen fortbewegen, um das Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus möglichst gering zu halten, mussten die Vermieter ihre Flotten infolge der Pandemie minimieren. Zum einen zwang der monatelange Stillstand viele Anbieter zu einem harten Sparkurs, zum anderen fehlt ihnen zu Beginn eines Jahres, wenn üblicherweise neue Fahrzeuge bestellt werden, die Planungssicherheit, so der Betreiber des Mietwagenportals.

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Wie im vergangenen Jahr sind auch 2022 die Mietwagenpreise auf der Urlaubsinsel Mallorca besonders hoch. Im Zeitraum bis einschließlich Ende September müssen Urlauberinnen und Urlauber pro Tag im Schnitt 44,08 Euro zahlen. Das sind noch mal 4 Prozent mehr als im vergangenen Jahr und 115 Prozent mehr als vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie. Im Monat April, wenn in Deutschland Osterferien sind, liegt der Preis sogar bei 46,79 Euro pro Tag.

Viele Flugpreise günstiger als vor der Corona-Pandemie

Etwas aufatmen können Reisende hingegen beim Blick auf die Flugpreise für diesen Sommer. Wie eine Auswertung des Vergleichsportals Idealo ergab, sind einige Flüge im Reisezeitraum vom 1. Juli bis zum 30. September 2022 aktuell zwar etwas teurer als im gleichen Zeitraum im vergangenen Jahr, im Vergleich zum Jahr 2019 ist der Großteil der Flüge allerdings günstiger.

Beispielsweise kostet ein Hin- und Rückflugticket für das türkische Urlaubsziel Antalya im September 2022 durchschnittlich 136 Euro – das sind 10 Prozent mehr als im September 2021 (124 Euro), aber 19 Prozent weniger als im September 2019. Für eine Flugreise nach Lissabon müssen Urlauberinnen und Urlauber diesen September im Schnitt 94 Euro zahlen, 62 Prozent mehr als 2021, jedoch 5 Prozent weniger als 2019.

Corona-Tests und Reiseschutz verursachen zusätzliche Kosten

Touristinnen und Touristen müssen in diesem Jahr auch Reisekosten einplanen, die vor Ausbruch der Pandemie nicht anfielen: Corona-Tests beispielsweise. Zu den Ländern, in denen alle Urlauberinnen und Urlauber bei der Einreise einen Test vorzeigen müssen, gehören unter anderem die bei Deutschen beliebten Reiseziele Bulgarien, Griechenland und Italien.

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Während Schnelltests in Deutschland zurzeit mindestens einmal pro Woche kostenfrei durchgeführt werden können, müssen Reisende für eine PCR-Test in der Regel zwischen 60 und 200 Euro auf den Tisch blättern. Wie hoch der Preis ausfällt, hängt davon ab, wie schnell das Testergebnis vorliegen muss.

Ein weiterer Kostenfaktor ist der Reiseschutz. Damit Urlauberinnen und Urlauber im Falle einer Infektion abgesichert sind, bieten viele Reiseveranstalter dieses Jahr besonders umfangreiche Pakete an. Der sogenannte Corona Reiseschutz Premium der FTI Touristik schlägt etwa mit 14,90 Euro zu Buche, die Veranstalter der DER Touristik Group bieten neben ihrem kostenfreien Sicher-Super-Sorglos-Paket ein Reiseschutzpaket für 13 Euro an.

Geld sparen durch Frühbucherangebote

Um die Urlaubskasse in diesem Jahr zumindest ein wenig zu entlasten, sollten Reisende die Frühbucherangebote der Veranstalter nutzen, empfiehlt der Deutsche Reiseverband. Die Angebote, durch die Urlauberinnen und Urlauber häufig bis zu 30 und 50 Prozent auf den regulären Katalogpreis sparen könnten, würden meist bis Ende Februar oder Ende März gelten, so DRV-Pressesprecherin Heinen.

Besonders attraktiv seien die Angebote für Familien, die im Sommer möglichst günstig verreisen möchten – Frühbucherangebote ließen sich häufig mit günstigen Kinderfestpreisen kombinieren. „Aber auch alle anderen Gäste profitieren von den Frühbucherangeboten, wenn sie ihre Reise länger im Voraus planen. Gerade, wenn ein bestimmter Abflughafen, ein ganz bestimmtes Reiseziel oder Hotel gewünscht sind, macht die frühzeitige Buchung Sinn. Und spart zusätzlich auch noch Geld.“

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