Chaos an Ausflugsorten: Winterberg macht dicht, gesperrte Straßen im Harz

Polizisten und eine Mitarbeiterin des Ordnungsamtes fordern auf einer Piste im Skigebiet in Winterberg die Besucher zum Gehen auf. Nach dem großen Andrang in den letzten Tagen sind die Pisten und Parkplätze nun gesperrt.

Polizisten und eine Mitarbeiterin des Ordnungsamtes fordern auf einer Piste im Skigebiet in Winterberg die Besucher zum Gehen auf. Nach dem großen Andrang in den letzten Tagen sind die Pisten und Parkplätze nun gesperrt.

Vom Sauerland bis in den Harz: Ferien, Schnee und Corona-Pandemie haben dazu geführt, dass es viele Menschen nach draußen zieht. Der Andrang in den deutschen Wintersportorten ist nach wie vor groß, oftmals zu groß. Die Folge sind überfüllte Parkplätze, kilometerlange Staus und nicht eingehaltene Abstandsregeln. Immer mehr Politiker, Bürgermeister und die Polizei appellieren daher an potenzielle Besucher, entweder zu Hause zu bleiben oder die besonders beliebten Orte zu meiden. Einige Ausflugsziele setzen sogar harte Corona-Maßnahmen um oder werden komplett abgeriegelt. Ein Überblick.

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Keine Anreise: Winterberg sperrt Straßen, Parkplätze und Skigebiete

Nachdem der Wintersportort Winterberg im Sauerland tagelang von Touristen überrannt wurde, zog die Stadtverwaltung harte Konsequenzen: Fast alle Skipisten und viele Parkplätze werden von diesem Sonntag bis vorerst 10. Januar gesperrt, darüber informiert die Stadt in einem neuen Amtsblatt.

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Konkret gilt ein Betretungsverbot für folgende Bereiche: Pisten in Altastenberg, Neuastenberg, Niedersfeld, Winterberg, Züschen und die dazugehörigen Parkplätze. Darüber hinaus dürfen der Bereich rund um den Kahlen Asten und der Großraumparkplatz Bremberg nicht betreten werden. Der starke Besucherandrang habe zu einer Situation geführt, “die wir aus eigener Kraft nicht mehr stemmen konnten”, begründet die Stadtverwaltung die Maßnahmen.

Polizei: “Winterberg muss abgesperrt werden”

Doch trotzdem zog es am Sonntagvormittag erneut viele Ausflügler in die Stadt und das Umland, und zahlreiche Tagestouristen hielten sich offenbar nicht an das Betretungsverbot auf den Skipisten. Daher wurden nun auch mehrere Straßen Richtung Winterberg gesperrt, darunter die B480 sowie die Hochsauerlandstraße. Seit 11.25 Uhr werden alle Fahrzeuge, die auf dem Weg ins verschneite Winterberg sind, umgeleitet, schreibt die Westfalenpost unter Berufung auf die Polizei. Die twittert: “Winterberg muss abgesperrt werden.” Mit diesen Maßnahmen ist Touristen die Anreise nun praktisch unmöglich.

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Bereits seit dem 30. Dezember gilt im Stadtgebiet Winterberg für bestimmte Bereiche – Pisten und Parkplätze, Kahler Asten – eine erweiterte Maskenpflicht. In den vergangenen Tagen wurden allerdings immer wieder Verstöße gegen die Corona-Schutzverordnung festgestellt und gegen die Personen wurden auch Anzeigen geschrieben, darüber berichtet die “Westfalenpost”.

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Die Stadtverwaltung hat auf ihrer Webseite auch einen eindringlichen Appell veröffentlicht: „Wir lieben unsere Berge. Ihr auch. Aber in diesen Zeiten müssen wir diese Liebe ruhen lassen, denn der Ansturm führt zu Stau und zu Menschenaufläufen. Verstopfte Straßen, fehlende Parkplätze und viele potenzielle Kontakte. Wer will das schon! Tu dir das doch nicht an.

Willingen: Keine Anreise für Touristen mehr möglich

Auch ein weiterer beliebter Wintersportort im Hochsauerland macht dicht: Die Zufahrtsstraßen nach Willingen in Hessen sind gesperrt. Und im Laufe der Woche sollen alle Skipisten, Rodelhänge sowie die Parkplätze im Skigebiet polizeilich geschlossen werden - analog zu Winterberg zunächst bis zum 10. Januar, berichtet die Waldekische Landeszeitung. Der Landkreis soll eine entsprechende Verfügung erlassen. Die Lage habe sich mit den Sperrungen in Winterberg und dem dort seit diesem Sonntag geltenden Betretungsverbot verschärft, teilen die Betreiber der Ettelsberg-Seilbahn in Willingen mit.

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Harz: Parkplätze voll, L 504 in Richtung Torhaus gesperrt

Auch im Harz zeichnet sich ab, dass sich das Chaos fortsetzen wird. Polizei und Stadt appellieren eindringlich, den Harz zu meiden. Doch vergebens. Auch am Sonntag herrschte wieder reger Verkehr, viele Parkplätze waren bereits am Morgen komplett voll. Die L 504 in Richtung Torhaus ist inzwischen gesperrt. Die Polizei Goslar bittet via Facebook: “Die Parkplätze im Oberharz sind zum Teil schon stark ausgelastet. Nutzt bitte auch die extra ausgewiesenen Behelfsparkplätze an der B 4 und der B 242.”

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Schnee und Glätte verschärften die Situation: Auch die B4 musste daher zeitweise gesperrt werden. Inzwischen ist die Strecke zumindest bergab aber wieder frei, in Richtung Torfhaus bleibt die Sperrung laut Polizei bestehen, wie die “Hannoversche Allgemeine Zeitung” berichtet. Ein Video des Winterdienstes auf Facebook zeigt, wie Autokolonnen bei dichtem Schneefall auf der Straße stehen:

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Thüringer Skigebiete überfüllt

Auch in den Thüringer Skigebieten gehören überfüllte Ski- und Rodelpisten, zugeparkten Straßen sowie Einsätze von Polizei und Ordnungsbehörden in den vergangenen Tagen zum Alltag. Auch am Sonntag rechnet die Polizei mit einer Überlastung der Parkplätze. Sie appelliert über Facebook an Ausflügler: “In diesem Zusammenhang bitten wir euch darum, die Anreise in die lokalen Skigebiete zu überdenken.”

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Feldberg im Taunus für Autos gesperrt

Anfang der Woche hatte es auf dem Gipfel geschneit – seither wird der 881 Meter hohe Große Feldberg im Taunus von Ausflüglern überrannt. Die Parkplätze reichten nicht aus und die Autos werden kreuz und quer geparkt, sagt Hartmut Müller, stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Schmitten, gegenüber der „Frankfurter Neuen Presse”. Das Verkehrschaos sei eine „große Katastrophe“.

Die Stadt zog harte Konsequenzen: Der Große Feldberg bleibt für Autofahrer gesperrt, bis mindestens zum 4. Januar. Auch der öffentliche Personennahverkehr wird in diesem Gebiet eingestellt. Die Parkplätze auf dem Feldberggipfel waren nicht nutzbar.

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Schwarzwald: Dobel ändert Verkehrsführung

Das Verkehrschaos auf dem Dobel im Schwarzwald über die Weihnachtsfeiertage hat ebenfalls Konsequenzen. Bürgermeister Christoph Schaack will eine bis März geltende Einbahnstraßenregelung im Dobler Oberdorf einführen, berichten die Badischen Neuesten Nachrichten. Diese Maßnahme solle Staus durch Gegenverkehr sowie am Straßenrand parkende Autos vermeiden. Außerdem prüft die Gemeinde von Dobel, ob die Gebühren für die öffentlichen Parkplätze erhöht werden.

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Erbeskopf in Rheinland-Pfalz: Zufahrt gesperrt

Seit Dienstag ist die Landesstraße 164 zum Erbeskopf im Hunsrück tagsüber zwischen 8.30 Uhr und 16.00 Uhr gesperrt, um chaotische Verkehrsverhältnisse aufgrund hoher Besucherzahlen zu verhindern. Die Hauptzufahrt zum höchsten Berg von Rheinland-Pfalz (816 Meter) war - wie auch die Zufahrtsstraßen zu den Wintersportgebieten Schwarzer Mann und Wolfsschlucht bei Prüm (Eifelkreis Bitburg-Prüm) - zunächst bis Sonntag gesperrt. Ob die Maßnahme auch in der kommenden Woche bestehen bleibt, entscheide am Montag die Kreisverwaltung, teilte die Polizei am Sonntag mit.

RND/gei

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