Rechte bei Zugausfällen und Verspätungen

Einschränkungen wegen des Unwetters? Was Bahnreisende wissen müssen

Reisende sollten sich wie bei Sturmtief „Zeynep“ im Februar auf zahlreiche Zugausfälle einstellen.

Nach ersten Vorboten am Donnerstag sollen weite Teile Deutschlands am Freitag von Unwettern heimgesucht werden. Das Wetterkontor warnt vor schweren Unwettern ab 13 Uhr mit Sturm und Hagel in verschiedenen Regionen des Landes. Zunächst gab es Unwetter­warnungen in Nordrhein-Westfalen, danach in Rheinland-Pfalz. Ab 17 Uhr arbeitet sich die Unwetterfront über Niedersachsen und Hessen weiter nach Sachsen-Anhalt und Thüringen vor, ehe sie gegen 20 Uhr Brandenburg, Berlin und Sachsen erreicht.

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Die Deutsche Bahn warnt bereits vorab vor möglichen Zugausfällen und Beeinträch­tigungen im Bahnverkehr. Für Reisende, die am Freitag und auch Samstag früh unterwegs sind, könnte es ungemütlich werden – sie sollten definitiv mehr Zeit einplanen.

+++ Alle Entwicklungen zu den Unwettern in Deutschland im Liveblog +++

Welche Züge fallen bereits aus?

Bereits beim Unwetter am Donnerstag sind an einigen Stellen Schäden entstanden, die den Bahnverkehr beeinflussen. Die Westfranken­bahn beispielsweise kann nicht wie geplant verkehren, da ein Stellwerk in Klingenberg am Main beschädigt wurde. Der Zugverkehr zwischen Aschaffenburg Hauptbahnhof und Miltenberg, RE 87, RB 84/88, ist beeinträchtigt. Die Bahn meldet, dass vor allem Zugfahrten Richtung Aschaffenburg nur stark eingeschränkt möglich sind, Regionalbahnen mit Verspätungen fahren und der Regionalexpress in Richtung Aschaffenburg in Miltenberg wendet. Wer den RB 56 von Hanau nach Schöllkrippen nutzt, muss ebenfalls wegen eines defekten Stellwerks mit Verspätungen rechnen, da Züge die Strecke nur langsam befahren können.

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In Rheinland-Pfalz und dem Saarland verkehren Züge bereits seit Donnerstag mit reduzierter Geschwindigkeit, Reisende sollten mit Verspätungen und kurzfristigen Fahrtausfällen rechnen, meldet die Bahn. Betroffen davon sind die Linien RB 38 zwischen Kaisersesch und Andernach, die RB 55 von Landau (Pfalz) nach Pirmasens, die RB 64 von Kaiserslautern nach Pirmasens, die RB 68 von Pirmasens nach Saarbrücken sowie die RB 77 von Dillingen nach Niedaltdorf.

Auf welchen Zugstrecken ist mit Ausfällen und Verspätungen zu rechnen?

Die Deutsche Bahn geht von Einschränkungen im Westen, Osten und in der Mitte Deutschlands aus, zudem könnte auch der Bahnverkehr in Niedersachsen und Bremen betroffen sein. Aktuell gibt es am Freitagabend keine unwetter­bedingten Ausfälle oder Störungen, die nicht mit den beiden beschädigten Stellwerken zu tun haben. Die Deutsche Bahn bittet Reisende vor allem im Nahverkehr, sich online oder über die Navigator-App der DB zu informieren.

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Was passiert mit meinen Tickets?

Fahrgäste, die für den heutigen 20. Mai ein Ticket für Fern­verkehrs­züge gekauft haben und wegen des Unwetters die Fahrt nicht antreten können, weil beispielsweise Züge ausfallen, können ihre Fahrkarte ab sofort bis einschließlich 27. Mai flexibel nutzen. Das gilt für alle Fahrkarten, die bis einschließlich 19. Mai gekauft wurden.

Ich habe eine Sitzplatz­reservierung für einen ausgefallenen Zug – was tun?

Sitzplatz­reservierungen können vom 20. bis zum 27. Mai kostenfrei umgetauscht werden – auch, wenn Reisende aufgrund der zu erwartenden Umstände ihre Reise nicht antreten.

Ich habe ein City-Ticket gekauft. Gilt das am neuen Reisetag?

Wer ein City-Ticket gekauft hat, muss wohl draufzahlen: Am neuen Reisetag muss ein neues Ticket für die Fahrt vom und zum Bahnhof gekauft werden, teilt die DB auf ihrer Website mit. Das City-Ticket ist von der Unwetter­kulanz­regelung der Bahn ausgenommen.

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Verspätung und Zugausfall – welche Rechte haben Reisende?

Wenn der Zug mehr als 60 Minuten Verspätung hat oder ganz ausfällt, haben Reisende die üblichen Fahrgast­rechte und bekommen bis zu 100 Prozent des Fahrpreises erstattet. Die Bahn informiert online über die Fahrgastrechte und stellt dort auch Formulare und Links zur Verfügung.

Wer mit mindestens 60 Minuten Verspätung am Zielbahnhof rechnen muss, kann kostenfrei umdrehen und zum Startbahnhof zurückkehren – zum Beispiel, wenn eine Fahrt dann keinen Sinn mehr ergibt. In diesem Fall erfolgt eine Erstattung des vollen Fahrpreises. Es ist auch möglich, die Reise abzubrechen und sich den nicht genutzten Anteil erstatten zu lassen.

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Ansonsten gelten die bisherigen Regeln: Ab 60 Minuten Verspätung am Zielbahnhof werden 25 Prozent des Reisepreises für die einfache Fahrt erstattet, ab 120 Minuten Verspätung 50 Prozent. Bahnkundinnen und ‑kunden haben die Wahl, ob ihnen die Entschädigung ausgezahlt werden soll oder sie einen Gutschein erhalten wollen.

Sinnvoll kann es sein, sich schon im Zug vom Personal bestätigen zu lassen, dass der Zug verspätet ist. Außerdem kann das Personal das Fahrgast­rechte­formular aushändigen. Alternativ können Bahnreisende auch online in ihrem Kundenkonto die Entschädigung beantragen.

Unwetter am Freitag: Wann die Gewitter in welcher Region ankommen

Am Freitag wird es in Teilen Deutschlands starke Unwetter geben. Zuerst trifft es in den Mittags­stunden in Nordrhein-Westfalen ein. Wann es danach wohin zieht, skizziert ein Meteorologe für das RND.

Ich bin wegen des Unwetters gestrandet – was tun?

Wenn aufgrund eines Sturms der Bahnverkehr so stark beeinträchtigt ist, dass Reisende frühestens am nächsten Tag weiterfahren können, muss die Bahn entweder eine Ersatz­­beförderung – beispielsweise per Bus oder Sammeltaxi – anbieten oder für eine kostenfreie Übernachtungs­­unterkunft sorgen, darauf weist die Verbraucher­­zentrale hin.

Steckt der Zug auf der Strecke fest, muss die Bahn alle Reisenden aus dem Zug zum nächsten Bahnhof bringen. Die Bahn kann diese Ansprüche nicht mit dem Hinweis auf höhere Gewalt ablehnen, heißt es.

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RND/msk

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