1:3 im Kellerduell gegen Verl

„Bodenlos, lethargisch“: Kabinenkrach und Abschiedsstimmung beim TSV Havelse

Geknickt: Fynn Lakenmacher nach dem 1:3 gegen Verl.

Geknickt: Fynn Lakenmacher nach dem 1:3 gegen Verl.

Garbsen. Die Musik war an sich schon laut, doch bei diesem Titel meinten sie es besonders gut. Als ob sie die Spieler aufwecken wollten. Die Einlaufmusik „Heart of Courage“, ein Instrumentalstück von Nick Phoenix und Thomas Bergersen, heißt übersetzt so viel wie „Herz voller Mut“. Den Spielern des TSV Havelse rutschte das Herz vielmehr in die Hose. Als es im Abstiegskampf der 3. Liga darauf ankam, versteckten sie sich. Und bemühten nach dem 1:3 gegen den SC Verl das Phrasenschwein.

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Schmähgesänge das i-Tüpfelchen auf verkorksten Nachmittag

Das von den Garbsenern zum Endspiel stilisierte Kellerduell war eine eindeutige Angelegenheit – für den Vorletzten. Die Havelser Leistung macht wenig Hoffnung darauf, dass die Mannschaft von Trainer Rüdiger Ziehl die sieben Punkte Rückstand auf das rettende Ufer noch aufholen kann. Die knapp 80 mitgereisten Gästefans unter den nur 402 Zuschauenden durften hingegen zum ersten Mal nach acht sieglosen Spielen in Folge wieder feiern. Ihre Schmähgesänge waren das i-Tüpfelchen auf einen verkorksten Nachmittag.

Vor allem die erste Halbzeit war ein Offenbarungseid. Nach einem langen Einwurf geriet der TSV in Rückstand (12.). Wenig später musste Nils Piwernetz mit einer Muskelverletzung raus. Und dann ließ Noah Plume im Strafraum auch noch den Fuß gegen Joel Grodowski stehen. Leandro Putaro vollendete vom Punkt locker-lässig zum 0:2 (34.).

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„Schon bevor ich reinkam, war es lauter als sonst“

Niklas Tasky dürfte zu den erfahrenen Spielern gehört haben, die in der Halbzeitpause, das versucht haben, was die laute Einlaufmusik nicht geschafft hat. „Die erste halbe Stunde war bodenlos, lethargisch, von den Zweikämpfen und der Stimmung her. Da habe ich die Mannschaft nicht erkannt“, sagte der 31-Jährige, der nach 26 Minuten für Piwernetz ins Spiel gekommen war. In der Kabine habe es richtig gekracht, sagte der Innenverteidiger: „So kann man sich einfach nicht verkaufen im Abstiegskampf.“

Hatte auch der Trainer deutliche Worte gefunden? „Es war einfach eine schlechte Leistung in der ersten Hälfte“, sagte Ziehl. „Das wurde von mir angesprochen, aber auch schon bevor ich reinkam, war es lauter als sonst. Weil es einfach nicht gepasst hat. Das war offensichtlich. Das, was uns auszeichnet, war heute nicht auf dem Platz.“

Wirklich ins Spiel fand das Schlusslicht auch danach nicht. Stattdessen machte Nico Ochojski frühzeitig den Deckel drauf (66.). Das 1:3 durch den ersten Drittligatreffer von Torben Engelking fiel viel zu spät. Und so ergaben sie sich in ihr Schicksal. Nach dem Abpfiff machte sich Abschiedsstimmung breit.

„Vielleicht hilft es uns, dass der Druck jetzt weg ist“

„Klar ist es rechnerisch noch möglich, aber wir sind auch realistisch genug, dass es ganz, ganz schwierig wird. Es wäre schon ein sehr großes Fußballwunder, wenn wir das noch schaffen würden“, sagte Tasky. „Vielleicht hilft es uns, dass der Druck jetzt weg ist.“ Man sei erst abgestiegen, wenn es rechnerisch nicht mehr möglich ist, sagte Engelking. „Und wir haben jetzt noch sieben Spiele. Von daher müssen wir weiter dran glauben. Wir haben jetzt gar nichts mehr zu verlieren, können befreit aufspielen.“

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Die Gesänge der Gästefans waren das ganze Spiel über gut zu hören. Bereits nach 40 Minuten stimmten sie „Oh, wie ist das schön“ an. Bei ihnen lebt die Hoffnung weiter. Während die Havelser ihren Mut suchen.

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