Abbruch bei Stand von 3:5

Verletzungsdrama in Halle: Saisonstart zum Vergessen für die Motoballer des MSC Pattensen

Schmerzhafter Nachmittag: Die Spieler des MSC Pattensen, hier in einer früheren Partie gegen den MBC Kierspe, müssen in Halle leiden.

Schmerzhafter Nachmittag: Die Spieler des MSC Pattensen, hier in einer früheren Partie gegen den MBC Kierspe, müssen in Halle leiden.

Halle. Den Start in die Bundesliga-Saison hat sich der MSC Pattensen komplett anders vorgestellt. Statt der erhofften Punkte brachten die Niedersachsen von ihrem Auswärtsduell beim 1. MBC 70/90 Halle eine 3:5-Niederlage, viele Verletzte und großen Frust mit. Fünf Minuten vor Schluss stand nur noch ein fitter Gästeakteur auf dem Platz, daraufhin brach das Schiedsrichtergespann die Partie ab. Bei einem unverschuldeten Spielabbruch nach Vollendung des zweiten Viertels wird der zum Zeitpunkt des Abbruchs bestehende Spielstand gewertet, sprich: Das 3:5 aus Sicht des MSC gilt.

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„Es war das erwartet schwere Spiel. Und es ging extrem hektisch zu“, sagte Pattensens Trainer Michél Liebethal. „Anfangs ist es uns nicht geglückt, unser Spiel aufzuziehen und den Gegner wie geplant unter Druck zu setzen. Vielmehr sind wir häufig hinten reingedrängt worden.“ Die Führung der Hallenser machte Jan Berner wett, bevor erneut der MBC zuschlug. Zu Beginn des zweiten Viertels schloss Pattensens Yannik Schaper einen klasse Spielzug zum 2:2 ab. Doch bis zur Halbzeit trafen die Platzherren noch zweifach, dabei nutzten sie ihr Überzahlspiel – Berner saß eine Zeitstrafe ab.

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Nach dem Seitenwechsel erhöhte Halle gegen wiederum dezimierte Pattenser, dieses Mal hatte Tobias Schulz die Grüne Karte gesehen. Mit dem 3:5 durch Berner schien ein Ruck durch die Gästeformation zu gehen, sie kam immer besser rein und drückte dem Spiel nun ihren Stempel auf. „Die Partie kippte zu unseren Gunsten“, so Liebethal. Das Anschlusstor zum 4:5 schien zum Greifen nahe, als Schaper allein auf das MBC-Gehäuse zufuhr. Ein Hallenser Akteur verhinderte regelwidrig den Abschluss, „statt des klaren Elfmeters und einer Gelben Karte gab es nur einen Freistoß“, ärgerte sich Liebethal und sprach von einer Schlüsselszene. „Das war eine krasse Fehlentscheidung.“

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Yannik Schaper hat Glück im Unglück

Es sollte in anderer Hinsicht noch weit schlimmer kommen: Erst verdrehte sich Berner das Knie und musste raus. Im finalen Durchgang blieb Schaper nach einem spektakulären Sturz blutüberströmt am Boden liegen. „Zum Glück scheinen es nur Schürfwunden zu sein, und die Lippe war aufgeplatzt, aber das sah wirklich übel aus“, sagte Pattensens Coach. Dann traf es noch Jan Bauer mit einer Knieverletzung. Als schließlich auch Schulz (Hüfte) und Domenik Dinse (Knie) nicht mehr weitermachen konnten, verblieb mit Max Eder nur noch ein einziger Feldspieler. Laut Statuten ist der Schiedsrichter in so einem Fall verpflichtet, die Begegnung abzubrechen.

„Aufgrund der ersten beiden Viertel geht unsere Niederlage in Ordnung. Leider sind wir erst nach der Pause richtig in Fahrt gekommen, da haben wir dann gut Dampf gemacht bis zu den bitteren Verletzungen“, sagte Liebethal. „Ich hätte mir gewünscht, die Partie wäre eher abgebrochen worden, spätestens als wir nur noch drei Mann auf dem Feld hatten. Aber darauf hat sich Halle leider nicht eingelassen. Fair Play sieht anders aus. Ich bin echt enttäuscht vom Verhalten des Gegners.“ Nun sei Wunden lecken angesagt. Fast alle Mann müssten zum Arzt. „Ich befürchte Schlimmeres“, so der Coach – womöglich sei für den einen oder anderen die Saison schon vorbei.

Von Nicola Wehrbein

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