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Deutsche Meisterschaften

So viel Hannover steckt in den Finals

Hannovers Turnstars in Berlin: Andreas Toba (von links), Glenn Trebing und Mika Säfken.

Hannovers Turnstars in Berlin: Andreas Toba (von links), Glenn Trebing und Mika Säfken.

Mehrere deutsche Meisterschaften finden an einem Ort statt – über vier Tage verteilt: Am Donnerstag starten in Berlin die verschiedenen Wettkämpfe. Im Fokus stehen Turnen und die Leichtathletik. . Sie hoffen auf mehr Aufmerksamkeit: Bei den Finals in Berlin stehen Sportarten im Fokus, die sonst eher selten im Fernsehen zu erleben sind. Besonders wichtig ist das Multisport-Event in Berlin für die Turner und Leichtathleten. Ab Donnerstag geht es in der Hauptstadt zur Sache, aus Hannover sind etliche Athleten und Titelanwärter dabei.

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Turnen

Andreas Toba wollte die Finals schon absagen. Der Vizeeuropameister am Reck vom TK Hannover hat viele Probleme mit seinem Körper gehabt, so formuliert er das vorsichtig. „Nun freue ich mich aber riesig darauf“, sagt der 30-Jährige. Der Mehrkampf der Männer beginnt am Donnerstag um 14.30 Uhr.

Es begann mit einem Kapsel- und Bänderriss an der Hüfte, dann kam eine Corona-Infektion. Drei Wochen konnte Toba nicht trainieren. Es folgte ein Muskelbündelriss an der Brust. „Ich hatte Probleme mit den Schrauben“, so Toba, der sich vor zwei Wochen zudem den Finger auskugelte. Aber der Döhrener scheint rechtzeitig fit zu sein.

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Der erste große Wettkampf ist es für Mika Säfken, Kapitän des Mannschaftsmeisters TuS Vinnhorst. „Und ich gehe da nicht ohne Druck rein, denn es geht um meinen Kaderplatz in diesem und im nächsten Jahr“, sagt der 21-Jährige. Nach einer schweren Sprunggelenksverletzung hatte der Vahrenwalder diesen Platz zunächst verloren. „Ich will mich in der deutschen Szene zurückmelden und zeigen, dass ich an allen Geräten einsatzbereit bin“, bekräftigt Säfken. Er würde sich freuen, wenn es über den Mehrkampf für weitere Einzelfinals reicht. Am Samstag ab 11.30 Uhr geht es an Boden, Pferd und Ringen um Medaillen. Am Sonntag ab 13.30 Uhr folgen Sprung, Barren sowie Reck.

Ebenfalls vom TK Hannover dabei ist Glenn Trebing, er ist in der Trainingsgruppe mit Toba und Säfken. „Ich freue mich auf die Finals, weil es der erste nationale Vergleich ist und wir gut vorbereitet sind, um vorne anzugreifen“, sagt der Südstädter. Wie Toba turnt er in der Bundesliga für Vizemeister TV Schwäbisch-Gmünd Wetzgau. Für die EM in München, Höhepunkt der meisten Turner in diesem Jahr, haben die Finals keine Bedeutung, die Qualifikation steht erst in drei Wochen an.

Trampolin

Synchron-Europameister Fabian Vogel ist zuletzt zwar nicht bis ins Finale geflogen, in Berlin soll das aber klappen. „Ich will meinen Titel verteidigen“, sagt der Bad Kreuznacher, der in Hildesheim wohnt und am Stützpunkt Hannover trainiert. Am Donnerstag beginnen die Vorkämpfe bereits um 9 Uhr, um 11.55 Uhr sollen schon die Sieger gekürt werden. Zuletzt bei der EM in Rimini hatte Vogel mit dem Stuttgarter Matthias Pfleiderer triumphiert. Im Einzel überzeugte Vogel im Vorkampf und erreichte das Halbfinale. Rang zehn reichte dann allerdings nicht zum Sprung ins Finale der besten acht. Der 26-jährige Sportsoldat bewies jedoch seine gute Form.

Schwimmen

Sie ist nun mal die schnellste Schwimmerin in der Disziplin Schmetterling, und da lässt es sich Angelina Köhler von Hannover 96 nicht nehmen, rasch aus Budapest von der Weltmeisterschaft einzufliegen. Bei den Finals will die 21-Jährige am Donnerstag über 100 und 50 Meter ihren Titel verteidigen. Zudem ist sie über 50 und 100 Meter Freistil gemeldet. An allen vier Wettkampftagen ist bei den Schwimmern volles Programm, Hannover entsendet eine regelrechte Armada. Insgesamt 21 Aktive sind gemeldet, allein zwölf von Waspo 98.

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Mit dabei ist Freistilspezialist Sven Schwarz, der 2021 zweimal Kurzbahnbronze bei der EM gewonnen hat. Er peilt die Titel über 1500 und 400 Meter an. Florian Wellbrock und Lukas Märtens sind noch bei der WM im Einsatz, damit fehlen in Berlin seine ärgsten Kontrahenten.

Auf den Start über 800 Meter verzichtet Schwarz, auch hier ist der 20-Jährige Titelverteidiger – aber diese Strecke ist in diesem Jahr nicht so wichtig. Für Waspo 98 schwimmt er unter anderem mit Neuzugang Poul Zellmann am Freitag in der 4-x-100-Meter-Staffel. „Ganz schön kurze Distanz, aber es wird schon gehen“, flachst Schwarz.

Olympionike Zellmann ist 26 Jahre alt, er wechselte im Winter von der SG Essen. Zellmann ist am Samstag über 200 Meter Freistil mit der schnellsten Zeit gemeldet und gilt als Titelanwärter.

Vom SV Aegir 09 tritt Alaa Maso, einst aus Syrien geflüchtet, für die SGS Hannover an. Der 22-Jährige hat über 100 und 50 Meter Freistil Chancen auf eine Finalteilnahme. Auch die SG Rethen/Sarstedt, die WSG Wunstorf sowie der SC Altwarmbüchen entsenden Starter zu den Finals.

Leichtathletik

An das Berliner Olympiastadion erinnert sich Luna Thiel (VfL Eintracht Hannover) besonders gerne. Vor drei Jahren wurde sie dort überraschend deutsche 400-Meter-Meisterin. Nun steigt bei den Finals auch die Leichtathletik-DM wieder in Berlin. Auch Thiel ist auf der Stadionrunde wieder dabei. „Ich hatte zur gleichen Zeit wie Imke Onnen Corona und bin erst seit einer Woche aus der Quarantäne raus. Aber in den Endlauf will ich in Berlin auf jeden Fall“, sagt Thiel.

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Bei Trainingskollegin Ruth Sophia Spelmeyer-Preuß steht nach Verletzungsproblemen noch ein Fragezeichen hinter dem Start.

Zehnkampfass Malik Diakite (Hannover 96) will den Spezialisten ein Bein stellen. Über 400 Meter ist er derzeit die Nummer vier in Deutschland. „Da habe ich schon das Ziel, mich für einen der sechs Plätze in der 4-x-400-Meter-Staffel der Männer oder im Mixed bei der WM in drei Wochen zu empfehlen“, sagte Diakite.

Auch Lea Ahrens (VfL Eintracht) hat über 400 Meter Hürden große Ambitionen. Wie auch Imke Onnen (96) im Hochsprung. Gleich sieben Mittel- und Langstreckler aus Hannover sind dabei: Svenja (5000 Meter) und Maximilian Pingpank (1500 Meter) von Hannover Athletics, Jasmina Stahl (5000 Meter/96) sowie vom VfL Eintracht Fleur Schulze, Smilla Kolbe, Jana Schlüsche (alle 800 Meter) und Marie Pröpsting (1500 Meter). In den Hammerwurfring steigen Torben Schaper und Cathinca van Amerom (beide VfL Eintracht). Joshua Ahrens (96) ist über 100 Meter am Start.

Triathlon

Auf Wiedergutmachung sinnt Justus Nieschlag nach seinem verunglückten Auftritt beim Weltcup in Huatulco (Mexiko). In Berlin geht es bei den Finals auch im Triathlon um die deutschen Titel. Der Athlet vom Lehrter SV startet Donnerstag in der Staffel, Sonntag im Einzel über die Sprintdistanz.

„In Mexiko hatte mein Zimmergenosse einen Magen-Darm-Infekt und ist gar nicht gestartet“, sagte der Lehrter. Er startete, war aber mit Platz 47 in 55:55 Minuten alles andere als zufrieden. „Ich fühlte mich schon im Rennen nicht so. Aufgeben war aber keine Option“, sagte Nieschlag. Dass auch er sich den Magen-Darm-Virus eingefangen hatte, merkte er erst auf dem Rückflug von Mexiko via Frankfurt nach Berlin am Montag. „War kein schöner Flug. Ich hoffe, dass ich das schnell wieder in den Griff bekomme. Sonntag will ich schon um den Titel kämpfen.“

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Im Ejot-Team TV Buschhütten kämpfen er und auch Jonas Schomburg (Waspo 98 Hannover) gemeinsamen im zweiten Bundesliga-Rennen der Saison um Punkte. Doch in der Einzelwertung kämpfen die beiden Olympiastarter gegeneinander.

Kanu

Paulina Paszek hat sich in 2021 bei ihren ersten Finals einen Namen gemacht, die Kanutin des Hannoverschen KC (HKC) fuhr zum Sprinttitel über 160 Meter. Die inzwischen 24-Jährige strahlte mehr als ihre Medaille. Nun tritt sie in Berlin nicht nur an, um Gold zu verteidigen, sie will auch im Mixed eine Medaille. „Ich traue Paulina absolut alles zu“, sagt ihr Landestrainer Jan Francik. Am Freitag um 13.18 Uhr startet sie im Halbfinale mit Max Lempke, dem Vierer-Olympiasieger von Tokio.

Am Samstag beginnt um 9 Uhr die Einzelkonkurrenz. Dabei ist auch Sabrina Hering vom HKC, die nach langwieriger Corona-Infektion zwar noch immer Probleme hat, „aber im Sprint sollte es kein Problem sein, den kann sie“, so Francik.

HKC-Ass Jakob Thordsen ist in Topform, verzichtet indes auf die Finals, er ist kein Sprintspezialist und hat schon die WM in Kanada im Visier.

Im K1 fährt Anton Budimir vom KC Limmer, der 19-Jährige ist am Sonntag ab 13.20 Uhr im Einsatz. „Anton hat sich über die Nordgruppe qualifiziert. Er hat sehr starke Konkurrenz, aber wir warten mal ab, er ist für eine Überraschung gut“, sagt Francik.

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Rudern

Besonders gut ist es nicht gelaufen für Hannovers Ruderinnen zuletzt beim Weltcup in Poznan. Für den gesamten Verband war es ein Rückschlag. Daher sind die Finals für sie eher eine Etappe, wichtiger ist der nächste Weltcup in Luzern (8. bis 10. Juli).

Nominiert sind Frauke Hundeling sowie Lena Osterkamp vom DRC Hannover sowie Marie-Cathérine Arnold vom Hannoverschen RC. Die Wettkämpfe beginnen am Samstag (10 Uhr) und am Sonntag (9.45 Uhr) auf der Spree an der Oberbaumbrücke. Wie die Boote besetzt werden, dürften die Bundestrainer erst kurzfristig entscheiden. Es wird erwartet, dass die Crews im Vergleich zum Weltcup getauscht werden.

Ferner sind auch die Strecken beim Rudern verkürzt und damit telegener, das kommt den Athleten nicht entgegen – allenfalls als Test für ihre Sprintqualitäten.

Von Stefan Dinseund Matthias Abromeit

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