Auswärtsniederlage

Die Sensation bleibt aus: Havelse unterliegt in Kaiserslautern mit 0:3

Gleich klingelt's zum ersten Mal im Kasten des TSV Havelse: Terrence Boyd befördert den Ball zum 1:0 über die Linie.

Gleich klingelt's zum ersten Mal im Kasten des TSV Havelse: Terrence Boyd befördert den Ball zum 1:0 über die Linie.

Kaiserslautern. „Ein Unentschieden wäre ein Erfolg, ein Sieg eine Sensation“, hatte Rüdiger Ziehl die Ausgangslage vor dem Auswärtsspiel beim 1. FC Kaiserslautern umschrieben. Geworden ist aus beidem nichts, lediglich die Erkenntnis, dass seine Mannschaft sich am altehrwürdigen Betzenberg deutlich besser verkauft hat als im Hinspiel in Hannover, als es eine derbe 0:6-Packung setzte, konnte der Trainer des TSV Havelse aus diesen 90 Minuten ziehen. Diesmal unterlag das Kellerkind der 3. Liga dem Aufstiegsaspiranten „nur“ mit 0:3 (0:1).

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„Es gilt jetzt, zu regenerieren und den Kopf hochzuhalten“, sagte Ziehl hinterher. Der volle Fokus gelte von nun an dem Heimspiel gegen den SC Verl am kommenden Samstag, „da haben wir ein Endspiel. Da müssen wir gewinnen, das ist einfach Fakt.“

Die ersten Chancen der Partie gehörten jedoch den Havelsern, und es waren richtig gute: Zunächst drang der in die Startelf zurückgekehrte Fynn Lakenmacher nach starker Balleroberung bis zur Grundlinie vor und spielte den Ball in den Rücken der Abwehr. Über einen ersten Block rollte das Spielgerät vor die Füße von Nils Piwernetz, der aus aussichtsreicher Position abschloss. Doch auch sein Schuss wurde geblockt (6.). Kurz darauf setzte sich erneut Lakenmacher durch, dieses Mal auf der linken Seite, chippte den Ball im Sechzehner vors Tor, wo Kaiserslauterns Alexander Winkler nicht zu klären vermochte. Leonardo Gubinellis Schuss aus Nahdistanz konnte Torhüter Matheo Raab gerade noch mit dem Bein abwehren (9.).

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Wie im Hinspiel gehörte die Anfangsphase also dem Aufsteiger, der erste Treffer indes erneut dem ehemaligen Bundesligisten – bezeichnenderweise nach einer Ecke: Die Hereingabe von Hendrik Zuck in den Fünfmeterraum verlängerte erst Winkler mit dem Kopf, dann Philipp Hercher im Fallen mit der Hand und schließlich Torjäger Terrence Boyd mühelos mit dem Fuß ins Tor (9.). Schiedsrichter Patrick Ittrich hatte die Regelwidrigkeit nicht gesehen, und den Videobeweis gibt es in der 3. Liga nicht – insgesamt also ein extrem ärgerlicher Gegentreffer. Zumal Ziehl im Vorfeld explizit vor den Standards der Gastgeber gewarnt hatte, was es angesichts von bis dato 20 Treffern nach ruhendem Ball (Liga-Bestwert) nicht einmal bedurft hätte.

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Der Treffer gab Kaiserslautern spürbar Rückenwind, Boyd mit seinem Kopfball knapp am langen Pfosten vorbei (18.) sowie Hercher (19.) und Marlon Ritter (21.) mit Distanzschüssen kamen dem 2:0 schon bedrohlich nah. Die Begegnung nahm nun den erwarteten Verlauf, Kaiserslautern ließ den Ball laufen und suchte immer wieder den im Winter aus Halle verpflichteten Boyd, Havelse ohne seine Stützen Tobias Fölster, Julius Düker und Kianz Froese hoffte auf Nadelstiche, die bis zum Pausenpfiff allerdings ausblieben. Vielmehr hätte der ständige Unruheherd Boyd beinahe aus ganz spitzem Winkel nachgelegt, Havelses Keeper Norman Quindt war jedoch am kurzen Pfosten auf dem Posten (40.). Auf der anderen Seite des Spielfelds kam Lakenmacher nach einer Freistoßflanke von Leon Damer zwar zum Kopfball, gefährlich wurde es aber nicht (43.).

Auch im zweiten Durchgang gehörte der erste nennenswerte Abschluss dem Außenseiter, Damers Distanzschuss geriet allerdings deutlich zu unplatziert, flog weit am Gehäuse des FCK vorbei (47.). Deutlich besser machte es Hercher, der nach einem Doppelpass mit und zugleich wunderbar in Szene gesetzt von Mike Wunderlich aus etwa sieben Metern zum 2:0 vollendete (53.). Vor den 20.650 Zuschauern enthusiastischen Zuschauern war dies gleichbedeutend mit der frühen Vorentscheidung.

Immerhin: Die Gäste aus Garbsen ließen sich nicht hängen und abschießen wie im ersten Aufeinandertreffen in dieser Saison. Definitiv nicht von Nachteil war in dieser Hinsicht, dass bereits nach knapp einer Stunde der Feierabend für Boyd gekommen war. Denn der hätte sich eine Gelegenheit wie jene in der 62. Minute sicherlich nicht entgehen lassen, als der für ihn eingewechselte Muhammed Kiprit mit dem Abschluss wartete, bis sich Quindt auf den Ball warf. Wunderlich konnte es fünf Minuten später immerhin auf die Beschaffenheit des Platzes schieben, als er den Ball am Ende eines Konters freistehend aus elf Metern auf die Tribüne jagte...

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Und dann hätte es doch noch einmal spannend werden können: Lakenmacher steckte den Ball per „No-Look-Pass“ in den Strafraum auf den durchgestarteten Piwernetz durch, der plötzlich frei vor Raab auftauchte – und am stark reagierenden Schlussmann scheiterte (67.). Statt dadurch neuen Mut zu schöpfen, fing sich der TSV im Anschluss an einen weiteren schnellen Gegenstoß das 0:3: Am Ende der Kette nagelte Ritter den Ball nach mustergültiger Hereingabe Herchers von rechts am chancenlosen Quindt vorbei in die Maschen (72.). Es ging fortan nur mehr darum, das Ergebnis im erträglichen Rahmen zu halten. Es gelang.

TSV Havelse: Quindt - Riedel, Arkenberg, Plume, Teichgräber, Piwernetz - Damer (88. Rufidis), Jaeschke (80. Tasky), Langfeld (75. Engelking), Gubinelli - Lakenmacher

Von Ulrich Bock

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