Spiel gegen Herne

Die TKH-Luchse feiern leise nach ihrem Sieg

Mit den Gedanken in der Ukraine: Die TKH-Spielerinnen und ihre Cheerleaderinnen,

Mit den Gedanken in der Ukraine: Die TKH-Spielerinnen und ihre Cheerleaderinnen,

Hannover. Sie hätten diesen wichtigen Sieg normalerweise ausgiebiger gefeiert. Die TKH-Luchse bezwangen in der Basketball-Bundesliga den Herner TC mit 74:69 und behielten in einer engen Schlussphase diesmal die Nerven. Aber es war alsbald still, die Spielerinnen machten nicht viele Worte. Zwei entscheidende jedoch schrieb Tessa Stammberger auf einen Zettel, den TKH-Kapitänin Aliaksandra Tarasava beim Gruppenbild zeigte. „No war“, kein Krieg, stand da schlicht und einfach. Es gab stehenden Applaus von den rund 200 Fans. „Es war sehr emotional“, sagte Trainerin Sidney Parsons, „und zugleich unglaublich wichtig. Wir haben gewonnen, egal wie, haben drei Viertel gut gespielt.“

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Alle Augen waren zunächst auf eine Cheerleaderin des TKH gerichtet. Shania Rosenbusch von der Formation „Red Pepper“ wurde vor dem Spiel weit hoch gehoben und trug eine ukrainische Fahne. Eine artistische, schöne Geste der Solidarität war das. „Es ist sehr schlimm, was dort passiert. Ich unterstütze die Ukraine von hier aus“, sagte die 18-Jährige.

Belarussin Tarasava zeigt sich berührt

Ebenfalls berührt zeigte sich Tarasava, sie ist Belarussin und hat Freunde in Charkiv, der zweitgrößten und umkämpften Stadt. Die 33-Jährige ließ sich aber wenig anmerken und markierte die ersten beiden Punkte per Freiwurf. Die Luchse begannen stark und präzise. Zwei Dreier von Samantha Roscoe am Stück brachten die 13:2-Führung.

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Herne kam in einer überaus körperbetonten Partie jedoch rasch zurück, weil in der TKH-Abwehr in dieser Phase nicht alles passte. Ein weiterer Dreier Roscoes sowie der von Tarasava bedeuteten eine 23:16-Führung zur ersten Viertelpause. In dieser Höhe pendelte sich der Vorsprung für längere Zeit ein.

Im zweiten Abschnitt trafen die Luchse gegen Herne weiter aus der Ferne, diesmal war es Finja Schaake mit einem Doppelpack zum 31:22. Die Partie wurde noch intensiver, es gab etliche ringkampfverdächtige Einlagen. Patricia Brossmann rutschte aus und in eine Gegnerin und bekam dabei heftig einen auf die Nase. Sie kam jedoch zurück und erzielte den nächsten Dreier zur 47:34-Halbzeitführung. „Es war sehr physisch, wir haben das gut gemacht. Auch wenn das Team noch müde ist von den vielen Spielen und Corona“, so Parsons.

Roscoe mit der Vorentscheidung

Dieses Polster verteidigten die Luchse im dritten Viertel, 60:47 stand es vor der letzten Pause. Dann holten die Luchse plötzlich keine Rebounds mehr, auf 60:53 schmolz der Vorsprung. Parsons stampfte mit dem Fuß auf und schimpfte. Den Gästen gelang nun aber ebenfalls nicht mehr viel. Die TKH-Kapitänin ging voran, als es höchste Zeit war: Tarasava markierte die nächsten vier Punkte. „Sasha war stark, sie hat Führungsqualität gezeigt“, lobte Parsons. Dennoch war Herne dran, in der Schlussminute auf Schlagdistanz. Beim Stand von 70:67 für die Luchse verwandelte die sehr gute Roscoe ihre beiden Freiwürfe, das war vorentscheidend. „Wir müssen diese positive Energie jetzt mitnehmen“, so Parsons, „haben gezeigt, dass wir siegen können.“

TKH-Punkte: Roscoe 19, Tarasava 16, Moten 9, Morwawiec 9, Schaake 8, Brossmann 5, Zipser 4, Eckerle 4.

Von Stefan Dinse

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