2. Bundesliga

Königsdörffer hat das letzte Wort im Nordduell: Hannover 96 unterliegt dem Hamburger SV spät mit 1:2

Augen zu und durch: Hannovers Nicolo Tresoldi im Kopfballduell mit HSV-Kapitän Sebastian Schonlau.

Augen zu und durch: Hannovers Nicolo Tresoldi im Kopfballduell mit HSV-Kapitän Sebastian Schonlau.

Hannover. Seit Wochen freut sich Hannover auf dieses Fest des norddeutschen Fußballs. Strahlende Sonne, hoffnungsfrohe Fans – sie wurden nur vom Resultat enttäuscht. Das Nordduell bot Tempo, Kampf und zum Teil auch Klasse.

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Der Hamburger SV entschied die rassige Partie durch einen Treffer von Ransford-Yeboah Königsdörffer in der 90. Minute mit 2:1 für sich. 96 verlor nach sechs Spielen ohne Niederlage zum ersten Mal wieder. Knapp zwar, aber auf Strecke war der HSV das gefährlichere Team.

Für die Spitze war 96 nicht reif genug

49.000 Fans in der vollen Arena sangen und feuerten ihre Freunde aus dem Norden euphorisch an. Hamburg bleibt an der Spitze der 2. Liga, 96 bleibt irgendwie noch auf Tuchfühlung und beide Mannschaften untermauerten ihren Anspruch, im Aufstiegskampf mitmischen zu wollen. Für die Spitze war 96 nicht reif genug und lief in der Nachspielzeit in den entscheidenden Konter, den Königsdörffer vollendete.

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Der 96-Plan war klar: Hamburg beim Spielaufbau über die Flügel früh anlaufen, zu Fehlern zwingen. Und es dauerte keine vier Minuten, bis dieser Teil des Plans aufging. Miro Muheim rutschte weg, Sei Muroya war zu Stelle und schob den Ball ins leere Tor, das beim HSV unter Trainer Tim Walter im Spielaufbau häufig leer dasteht. Torwart Daniel Heuer Fernandes bewegt sich stets derart weit vor der Kiste, wie es nicht einmal Manuel Neuer wagen würde. Tor also verlassen, Happy Hour in Hannover, die volle Hütte bebte – 1:0 für 96. So hätte es weiterlaufen können. Tat es aber nicht.

Die Partie strahlte Derbystimmung aus

Der Hamburger SV drehte 96 nach der starken Anfangsphase den Hahn ab. Immer nach dem Walter-Muster: Langsam aufbauen und dann lang raus nach rechts, wo Bakery Jatta mehrmals durchstartete. Statt Jatta brach aber Moritz Heyer rechts durch, Derrick Köhn kam nicht nah genug ran und Julian Börner grätschte den Ball ins eigene Tor (15. Minute).

Die Spieler garnierten die wilde Anfangsphase bis zum 1:1 und die Folgezeit mit harten Zweikämpfen, garniert durch ständiges Gemecker des HSV-Trainers Walter. Köhn, Fabian Kunze und Cedric Teuchert mussten am Kopf behandelt werden. Bei HSV-Trickser Sonny Kittel brannte die Sicherung durch, als Muroya am Boden liegen blieb. Kittel zählte den Japaner aggressiv an – und sah von Weltschiedsrichter Felix Brych dafür Gelb. Brych hatte Mühe, die Gemüter zu beruhigen. Von wegen Freundschaft zwischen großem und kleinem HSV: Die Partie strahlte Derbystimmung aus. Ein Duell zweier Mannschaften, die um jeden Preis an der Spitze der 2. Liga bleiben wollen.

Der überragende Ron-Robert Zieler hält 96 im Spiel

Mit dem Unterschied, dass der Hamburger SV reifer für die Spitze wirkte, nicht ohne Fehler, aber mit mehr Zug zum Tor. Von Teuchert und dem erst 18 Jahre jungen Nicolo Tresoldi im 96-Angriff kam bis zur Pause nicht viel bis gar nichts. 96-Trainer Leitl schaute sich das noch sieben Minuten in der zweiten Hälfte an und brachte dann Sebastian Kerk.

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Der Wechsel zeigte Wirkung, 96 entfachte nun Wucht, die zuvor gefehlt hatte. 96 hielt das Duell nun ausgeglichen, der HSV konterte. Über Jatta, Kittel – aber der überragende Torwart Ron-Robert Zieler hielt Hannover im Spiel. Ein herrliches Tempo, das nun beide Freunde aus dem Norden abspulten.

Hamburg bliebt hartnäckig und gefährlicher

Für Tresoldi war das Pensum nach einer Stunde torlos erfüllt. Hendrik Weydandt kam, seit jeher für einen Treffer gegen Hamburg gut. Weydandt versuchte es per Kopf (72.), mit einem Doppelpass (76.), mit einem Zuspiel auf Muroya (78.). Eine aufregende Phase folgte mit viel Gezerre und Gezeter und Gegrätsche, aber zu aufgeregt aus 96-Sicht, um Angriffe auch mal zu Ende zu spielen. Hamburg bliebt hartnäckig und gefährlicher und setzte den entscheidenen Punch durch Königsdörffer.

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Gefahr besteht bei Hannover 96 offensichtlich aber nicht, nach Siegen gegen schwächere Gegner gegen die Oberen der Liga gleich einzuknicken. Die Leistung gegen das beste Team machte den vielen Fans zumindest etwas Mut.

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Von Dirk Tietenberg

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