Montag kommt Berlin

Nach dem 0:0 in Köln erhöht der Trainer des TSV Havelse das Risiko

Zählt nicht: Havelses Keeper Norman Quindt lässt einen Ball nach vorn abprallen, Seokju Hong staubt zum 1:0 ab – stand aber im Abseits.

Zählt nicht: Havelses Keeper Norman Quindt lässt einen Ball nach vorn abprallen, Seokju Hong staubt zum 1:0 ab – stand aber im Abseits.

Garbsen. Ganz ehrlich? Es hätte den Spielverlauf auf den Kopf gestellt – was ihnen herzlich egal gewesen sein dürfte. 89 Minuten war der TSV Havelse der Musik zumeist hintergerannt, Viktoria Köln hatte gefühlt mehr als 80 Prozent Ballbesitz und die besseren Chancen. Doch dann behauptete Kapitän Julius Düker in der gegnerischen Hälfte den Ball, spielte einen simplen Doppelpass mit Fynn Lakenmacher. Über Kianz Froese gelangte der Ball schließlich zu Leon Damer, dessen Schuss über die Latte strich. Kölns Keeper Moritz Nicolas war außer sich, motzte seine Vorderleute an. Während die Vorlagengeber Düker und Froese sich die Haare rauften. Auf diesen einen Moment hatten sie gehofft, konnten ihn allerdings nicht nutzen.

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„Idee wäre beinahe richtig gut aufgegangen“

„Das wäre sicherlich glücklich gewesen“, sagte TSV-Trainer Rüdiger Ziehl nach dem 0:0. „Aber unsere Idee wäre beinahe richtig gut aufgegangen.“ Ohne die Stamminnenverteidigung Noah Plume, der im Sportpark Höhenberg wie Julius Langfeld wegen seiner fünften Gelben Karte fehlte, und der mittlerweile von Corona genesene Tobias Fölster waren die Gäste in erster Linie darauf bedacht, dass die eigene Null stand. Was nicht schön anzusehen war, aber nicht nur Niklas Tasky und Fynn Arkenberg machten ihre Sache ordentlich. „Wir spielen immer so, wie es der Gegner zulässt. Die ersten 20 Minuten“, sagte Manager Matthias Limbach, „habe ich mir schon Sorgen gemacht. Aber das halten die Gegner ja nicht durch.“

Stattdessen überstand der TSV die Anfangsminuten, verdiente sich das Glück des Tüchtigen und gestaltete die Partie in der zweiten Halbzeit zusehends ausgeglichen. Allein Kölns 18-jähriger Südkoreaner Seokju Hong hätte den Spielverhältnissen zu Beginn Ausdruck verleihen können. Tat er aber nicht. Genau wie Damer kurz vor dem Abpfiff.

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„Mit deutlich mehr Risiko auf drei Punkte gehen“

Und weil die Konkurrenz aus Würzburg, Verl, Berlin und Duisburg am Wochenende eben gänzlich leer ausging, haben die Garbsener immerhin einen Punkt auf das rettende Ufer aufgeholt. Für Ziehl war das torlose Unentschieden ohnehin nicht zu wenig, das 1:3 in der Vorwoche gegen die Kickers dagegen schon. Diesen Punkten trauert er immer noch nach. „Wenn man sich die beiden Spiele ansieht“, sagte der Trainer, „war Würzburg schlechter und gewinnt, und jetzt waren wir es und holen ein Unentschieden.“ Weswegen die Situation nicht nur nach Limbach auch nach dem 28. Spieltag unverändert ist: „Wir sind in Reichweite und schauen am letzten Spieltag am 14. Mai, zu was es gereicht hat.“ Beinahe gebetsmühlenartig wiederholt der Manager diesen Satz.

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Neuer Monat, neues Glück? Die Spiele werden jedenfalls nicht weniger, zehn stehen bis zum besagten 14. Mai noch aus. Was nun auf gewisse Art und Weise zu einem Umdenken beim Aufsteiger geführt hat: So destruktiv, wie am Freitag in Köln, wird er aller Voraussicht nach nicht noch einmal auftreten. „Klar ist“, sagt der Trainer, „dass wir in den nächsten Spielen mit deutlich mehr Risiko auf drei Punkte gehen werden.“ Also in einer Woche gegen Viktoria Berlin, am 12. März in Kaiserslautern und am 19. März gegen Verl.

Ziehls Plan – im Februar wieder zwei Punkte aufzuholen – ist nicht aufgegangen. Damers nächste Chance muss also sitzen.

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Von Christoph Hage

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