Thomas Westphal verlässt 96 nach 13 Jahren

„So etwas kann man sich nicht kaufen“

„Wir hatten eigentlich immer Erfolg“: Thomas Westphal (links) mit Mirko Slomka während des 96-Trainingslagers in Bad Radkersburg im Sommer 2010.

„Wir hatten eigentlich immer Erfolg“: Thomas Westphal (links) mit Mirko Slomka während des 96-Trainingslagers in Bad Radkersburg im Sommer 2010.

Hannover. Das Telefon klingelt in diesen Tagen regelmäßig. Zuletzt riefen sogar Ron-Robert Zieler und Per Mertesacker an, die sich mit der deutschen Fußball-Nationalmannschaft auf die WM in Brasilien vorbereiten, verrät Thomas Westphal. Ein bisschen stolz ist er schon, dass sich so viele langjährige Weggefährten bei ihm melden und ihm viel Glück bei seiner neuen Aufgabe wünschen. Die führt ihn nach 13 Jahren, in denen er als Teammanager bei Hannover 96 so etwas wie das „Mädchen für alles“ rund um die Mannschaft gewesen ist, zum Hamburger SV.

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Dass es dort ein Wiedersehen mit Mirko Slomka gibt, dem ehemaligen Trainer der „Roten“, ist natürlich kein Zufall. Westphal und den jetzigen HSV-Coach verbindet seit vielen Jahren eine enge Arbeitsbeziehung. „Wir kennen uns schon seit 1999, haben bei TeBe Berlin erst die A-Junioren und dann die 1. Herren zusammen gemacht – und eigentlich hatten wir immer Erfolg“, sagt der 41-Jährige. Dass er als gebürtiger Berliner im Sommer 2001 den Weg nach Hannover fand, hatte daher auch mit Slomka zu tun. Der war damals Kotrainer von Ralf Rangnick bei 96 – und erinnerte sich an Westphal.

Es folgten 13 Jahre, die der Familienvater nicht missen möchte. „Ich muss dankbar sein, dass ich so viel erleben durfte. So etwas kann man sich nicht kaufen“, sagt Westphal. In Erinnerung geblieben sind ihm natürlich vor allem die großen Erfolge. Etwa der Aufstieg in die Bundesliga 2002. „Da haben wir innerhalb kürzester Zeit einen Autokorso organisiert, es waren ja wilde Zeiten, und 96 war ein kleiner Verein“, sagt Westphal. Oder das erste Europa-League-Spiel gegen den FC Sevilla: „Da hat die ganze Stadt schon morgens geradezu vibriert.“ Vor allem aber erinnert er sich an die vielen Freunde, die er in den Jahren bei 96 gefunden hat: Altin Lala und Steven Cherundolo, Arnold Bruggink, Hanno Balitsch und Michael Tarnat – und aktuelle 96-Profis wie Szabolcs Huszti und Manuel Schmiedebach. „Da waren schon ganz besondere Persönlichkeiten dabei“, sagt Westphal. So wie auch Robert Enke, bei dessen Trauerfeier er 2009 einer der Sargträger war.

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Doch neue Erinnerungen an 96 werden jetzt nicht mehr dazukommen. Wobei Westphal – auf diese Feststellung legt er besonderen Wert – nicht im Bösen geht. „Nach 13 Jahren war es einfach an der Zeit, etwas Neues zu versuchen“, sagt er. Dass ihm 96 in Person von Klubchef Martin Kind und Sportdirektor Dirk Dufner dabei keine Steine in den Weg gelegt hat, rechnet er dem Klub hoch an. „Herr Kind ist einfach ein Ehrenmann, dass er mir diese Chance gibt.“ Denn als genau das wertet der ehemalige Altherrenkicker der SG 07 Linden den Wechsel nach Hamburg. „Trotz der vergangenen Saison ist der HSV ein Top-5-Klub“, sagt er. Und von der Organisation her auch einen Schritt weiter als 96. Wenn die Hanseaten nach dem Trainingsstart am 18. Juni auf China-Reise gehen, fliegen zehn HSV-Mitarbeiter einige Tage vorher nach Asien, um alles vorzubereiten. „Und ich kann ganz normal mit der Mannschaft fliegen“, sagt Westphal, für den das ein völlig neues Gefühl ist.

Sein neuer Arbeitsplatz liegt künftig also in Hamburg. Doch sein Lebensmittelpunkt bleibt Burgwedel, wo er mit der Familie lebt. Und auch 96 bleibt. In seinem Herzen.

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