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Laufevent

Wetter spielt nicht mit, aber Hannover-Marathon hat dennoch eine „große Strahlkraft“

Top-Stars: Rabea Schöneborn und Hendrik Pfeiffer am Freitag im Rathaus in Hannover.

Top-Stars: Rabea Schöneborn und Hendrik Pfeiffer am Freitag im Rathaus in Hannover.

Hannover.Es weht ein eisiger Wind auf dem Trammplatz. Arbeiter und Helfer sind dick eingepackt, um bei vier Grad die Kulisse für den Hannover-Marathon aufzubauen. Ein Transporter zieht eine Ladung Dixiklos von A nach B. Die vielen kleinen weißen Pavillons im Umfeld des Rathauses sind wegen der Schneemassen der vergangenen Nacht erst auf den zweiten Blick klar zu sehen. Um 15 Uhr öffnen die Abholschalter und die Stände der Laufmesse. Schnell bilden sich Schlangen, die Menschen frösteln. Im Neuen Rathaus ist es warm. „Das Wetter tut uns keinen Gefallen in diesem Jahr“, sagt Marathon-Chefin Stefanie Eichel auf der Pressekonferenz mit Oberbürgermeister und Gastgeber Belit Onay.

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In den letzten Jahren vor der Corona-Zwangspause strahlte jedes Mal die Sonne, die Temperaturen stiegen am Lauftag oft in Richtung 15 bis 20 Grad. Die bescheidenen Aussichten für Sonntag: Vormittags Temperaturen um den Gefrierpunkt, regnen soll es zum Glück erst am Nachmittag. Dann ist die 30. Jubiläumsausgabe des Hannover-Marathon praktisch vorbei. „Ich hatte eigentlich vor, kurz-kurz zu laufen“, sagt Favorit Hendrik Pfeiffer. Also klassisch mit kurzer Hose und ärmellosem Shirt. „Ich glaube, Handschuhe habe ich gar nicht dabei“, flachst Pfeiffer, der sich zur Not aber mit einer Mütze für seinen kahlen Kopf ausrüsten will. Pfeiffer kommt gerade aus einem dreimonatigen Trainingslager aus Kenia, als er auf der Zugfahrt nach Hannover die Schneelandschaft sah, musste der Düsseldorfer zucken. „Aber ich erinnere mich, dass ich meinen ersten Marathon 2016 auch bei drei Grad gelaufen bin. Insofern bin ich gar nicht so unzufrieden.“ Seine klaren Ziele: „Ich will den DM-Titel und mich für die EM qualifizieren.“

Mehr als 3500 Anmeldungen zur Meisterschaft

Die Austragung der Deutschen Marathon-Meisterschaft in Hannover ist ein Magnet für viele Profis. Die lange Distanz ist ohnehin so beliebt wie nie. Mehr als 3500 Anmeldungen sind online eingegangen. Rekord. Insgesamt gab es bis Dienstagmitternacht 18 098 Anmeldungen. Bei 18 400 ist die Grenze. Kurzentschlossene können sich noch online nachmelden oder am Sonntag vor Ort, sollten aber auf jeden Fall auf marathon-hannover.de schauen, ob die Schranke schon gefallen ist. Der Familientag am Samstag ist komplett ausgebucht.

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Auch wenn Athletenmanager Christoph Kopp angesichts der DM auf die Verpflichtung ausländischer Topläufer verzichtete, ist das Feld sehr international, 98 Nationen – von Afghanistan bis Vietnam – sind vertreten. „Zwei Jahre musste der Marathon pandemiebedingt ausfallen. Umso mehr freut es mich, dass es endlich losgeht“, sagt Oberbürgermeister Onay. Der Marathon habe einen „großen Imagefaktor und eine große Strahlkraft“, betont er. „Die Laufwelt wird Sonntag nach Hannover schauen.“ Er selbst schaut allerdings nicht zu. Entgegen der traditionellen Anwesenheit des Oberbürgermeisters der Stadt wird Onay am Sonntag nicht vor seinem Rathaus stehen und die Laufmassen anfeuern. Eigentlich sollte er auch den Startschuss geben. „Es gibt eine Terminüberschneidung“, richtet er aus.

Organisationschefin „aufgeregter denn je“

Beim Start am Sonntagmorgen um 9 Uhr wird Organisationschefin Stefanie Eichel „wie immer weinen. Diesmal aber vielleicht etwas mehr als sonst.“ Es macht sie emotional stolz, dass ihr Team beisammengeblieben ist und durch die schwere Zeit der Pandemie gegangen ist. „Die Herausforderungen sind täglich wachsend.“ Sie sei „aufgeregter denn je“. Programmierte Tränen also beim Start, aber „ein Lächeln im Ziel“ bei allen Teilnehmern, Helfern und Machern, das sei „das Allerwichtigste“.

Die Startzeiten im Überblick: 8.50 Uhr: Handbiker, 9 Uhr: Marathon (in vier Wellen bis 9.15 Uhr), 9.30 Uhr: Marathon-Staffeln, 10.45 Uhr: Halbmarathon (in fünf Wellen bis 11.25 Uhr), 13.30 Uhr: zehn Kilometer (in vier Wellen bis 14 Uhr), 14.05 Uhr: Walker, 14.10 Uhr: Nordic Walker.

Von Simon Lange und Christoph Dannowski

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