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DRESCHEFEST IN IMMENSEN

Das Dreschefest ist ein paar Meter umgezogen: Verein Freunde historischer Fahrzeuge in Immensen

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Die Freunde historischer Fahrzeuge freuen sich auf das Dreschefest. Foto: Michael Schütz

Der Verein Freunde historischer Fahrzeuge lädt nach zwei Jahren Corona-Pause wieder an den Mühlenberg

Der August ist im beschaulichen Immensen der Monat der großen Events. An diesem Wochenende läuft auf dem ehemaligen Ziegeleigelände Zytanien das Fuchsbau-Festival. In zwei Wochen steigt an gleicher Stelle das altehrwürdige Zytanien-Festival. Dazwischen - am Sonnabend, 20., und Sonntag, 21. August, findet am Mühlenberg am südlichen Ortseingang das ebenso altehrwürdige Dreschefest statt - zum ersten Mal wieder nach der letzten Ausgabe im Jahr 2019. Bedingt durch die Corona-Pandemie mussten die Feste 2020 und 2021 abgesagt werden. Jetzt endlich können sich wieder Menschen am Mühlenberg treffen, deren Leidenschaft Trecker, historische Fahrzeuge und dampfbetriebene Maschinen sind. Und an beiden Tagen können sich Besucher auf dem Gelände umschauen und sich die ausgestellten Gefährte ansehen.

Es geht ums Holz

Wie immer hat auch die 26. Ausgabe des Dreschefestes ein übergeordnetes Motto. In diesem Jahr steht das Thema Holz im Vordergrund. In regelmäßigen Abständen finden an den beiden Tagen Vorführungen einer mobilen, Sägemaschine statt. Dazu haben die Mitglieder der FhF in den letzten Wochen einen ordentlichen Stapel Holz gesammelt, um genügend Material für die Vorführungen zu haben. Das Sägewerk selbst kommt eigens für das Wochenende aus Steinhorst im Kreis Gifhorn nach Immensen.

Imme ist im Einsatz

Die Vorführungen mit dem Material Holz sind aber nicht die einzigen Attraktionen. Natürlich ist die Imme ebenfalls wieder im Einsatz. Die mobile englische Dampfmaschine aus dem Jahr 1904 ist ohne Zweifel der größte Schatz des Vereins und wird beim Fest für das Dreschen eingesetzt. Dafür haben die Vereinsmitglieder vor drei Wochen eigens Roggen geerntet. Das gedroschene Getreide wird nach dem Fest gegen eine Spende als Tierfutter abgegeben.

Weitere Vorführungen gibt es am eigens aufgebauten Wasserbassin, auf dem dampfbetriebene Bootsmodelle schippern. Wann welche Vorführung stattfindet, zeigt jeweils eine aufgestellte Uhr am Ort des Geschehens.

Fahrt auf dem Baumstamm

Nicht an eine bestimmte Uhrzeit gebunden sind die kleinen Modelle großer Dampfmobile im Maßstab 1:2 bis 1:6, die auf dem Gelände umherfahren. Alle diese kleinen Fahrzeuge sind Unikate. Besondere Gaudi macht dabei sicher die Fahrt auf dem vereinseigenem Hakotrak gezogenen Baumstamm. Vertreten ist auch die Landjugend, die an ihrem Stand nicht nur Kinderschminken anbietet. An einer künstlichen Kuh kann man sich dort auch als Melker ausprobieren. Für den Bewegungsdrang der Kinder wird eine Strohburg aufgebaut.

Große Schau historischer Ackerfahrzeuge und Pkw

Eigentlich ist das Dreschefest ein Treffen unter Gleichgesinnten. Aus Nah und Fern kommen Treckerfahrer und Dampf-Enthusiasten nach Immensen, um untereinander zu fachsimpeln. Das bringt mit sich, dass eine große Anzahl unterschiedlicher Fahrzeuge auf dem Gelände zu sehen sind - seien sie dampfbetrieben oder mit Diesel und Benzin unterwegs. Und so können sich die Besucher auf dem Gelände an so manchem schönen, historischen Fahrzeug erfreuen, vom schnaufenden Lanz Bulldog bis hin zum Unimog. Dazu hat der FhF noch andere Oldtimer eingeladen, sodass es neben den landwirtschaftlichen Nutzfahrzeugen auch historische Pkw oder Motorräder zu sehen gibt.

„Ab diesem Jahr heißt es eben nicht mehr auf dem Mühlenberg, sondern am Mühlenberg.“
Klaus Popp,
Vereinsvorsitzender, Freunde historischer Fahrzeuge e. V. (FhF)

Umzug durch den Ort

Ein Höhepunkt des Dreschefestes steht am Sonnabendvormittag ab 11 Uhr auf dem Programm. Dann machen sich viele der alten Ackerfahrzeuge auf einen Umzug durch den Ort, um sich auf dem Hof des 2. Vereinsvorsitzenden Dirk Wolko am Wiehenkamp zu treffen. Mit bis zu 150 Fahrzeugen rechnet der Verein bei dieser Parade.

Mühlenberg steht nicht mehr zur Verfügung

So ein Fest zu organisieren, ist für jeden ehrenamtlichen Verein ein Kraftakt. Nach zwei Jahren coronabedingter Pause ist das 26. Dreschefest aber eher so etwas wie ein Abenteuer. ,,Es ist wie ein Neuanfang", gibt der Vereinsvorsitzende Klaus Popp zu. Zum größten Teil liegt dieser Neuanfang in der Tatsache, dass der angestammte Platz auf dem Mühlenberg seit diesem Jahr nicht mehr nutzbar ist. Bisher habe der Besitzer, ein örtlicher Landwirt, den Mühlenberg für das Fest zur Verfügung gestellt. Demnächst soll dort aber ein Altenteilerhaus entstehen, sodass der Verein den Mühlenberg verlassen musste. Weit muss er allerdings nicht umziehen, denn das angrenzende Gelände hinter dem Mühlenberg haben die FhF gepachtet. ,,Dort haben wir auch Wasser- und Stromanschlüsse gelegt", erklärt Vorstandsmitglied Thore Grube. Deswegen könne jetzt alles, was vorher auf dem Berg stattfand, auf dem Acker geschehen. Dazu gehören Stände, Aussteller, Gastronomie und die Oldtimer. Zusätzlich haben die Vereinsmitglieder noch eine weitere Ackerfläche dazubekommen, die sich auf der gegenüberliegenden Seite des Verbindungswegs von Lehrter Straße und Ziegeleistraße befindet, sodass alle Vorhaben über die Bühne gehen können. ,,Ab diesem Jahr heißt es eben nicht mehr auf dem Mühlenberg, sondern am Mühlenberg", meint Popp.

Verein rechnet mit vielen Besuchern

Etwas Sorgen bereiten dem Verein auch die Teilnehmer- und Besucherzahlen. „Wir wissen nicht so richtig, womit wir rechnen sollen“, erklärt Popp. Entsprechend schwierig seien die Planungen, zum Beispiel bei der Kaffee-und-Kuchentafel, die der Verein immer vorbereitet. Dazu komme noch, dass einige Aussteller die Corona-Pandemie nicht überstanden hätten, ergänzt Grube. Bei den Besuchern wisse der Verein ebenfalls nicht, wie sie reagieren. „Wir wissen nicht, ob sie wieder rauswollen.“ Popp erwartet aber regen Zulauf. Andere Veranstaltungen nach der Corona-Pause seien gut besucht gewesen.

Was die Fahrzeugbesitzer angeht, könnte es zu einer Verringerung kommen. Zwar würden aus der Region sicher wieder viele kommen, mutmaßen die Mitglieder. Aber in der Vergangenheit reisten auch viele aus anderen Bundesländern an. Bei den derzeitigen Spritpreisen würden sich potenzielle Teilnehmer vermutlich gut überlegen, auf die lange Reise zu gehen.

Im Verein selbst habe die Corona-Pandemie ebenfalls Spuren hinterlassen, meint Popp. „Man konnte sich wegen der Beschränkungen nicht so häufig treffen.“ Dabei sei in den letzten Jahren der Schwung ein wenig abhandengekommen. Die Vereinsmitglieder sind sich aber sicher: „Der Elan kommt wieder.“

Das Dreschefest am Mühlenberg (am Ortsausgang Richtung Lehrte) läuft am Sonnabend, 20., und Sonntag, 21. August, jeweils von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt beträgt 4 Euro. Kinder bis zwölf Jahre haben freien Eintritt.