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GESUNDHEIT, PFLEGE & SOZIALES

Zukunftsmarkt Gesundheitswesen

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Der Gesundheitsmarkt verändert sich stark und wird zum Wirtschaftsmotor. Foto: pexels-vidalbalielo-jr

Große berufliche Chancen durch neue und aktualisierte Berufe

Gesundheit als Fundamentalwert hat sich in den letzten Jahren tief in unserem Bewusstsein verankert und ist zum Synonym für hohe Lebensqualität geworden. Als zentrales Lebensziel prägt der Megatrend sämtliche Lebensbereiche, Branchen und Unternehmen, schreibt das Zukunftsinstitut aus Frankfurt am Main und Wien. Besonders durch den Kampf gegen die Corona-Pandemie und die Auswirkungen auf das persönliche Befinden sei ein neuer Focus auf Gesundheit als gesamtgesellschaftliche Aufgabe entstanden.

Die Gestaltung der Umwelt im Sinne der Gesundheit aller werde zur zentralen Zukunftsaufgabe und das Gesundheitsbewußstsein werde viel gesamtheitlicher gedacht, führt das Zukunftsinstitut weiter aus. Beim Essen ginge es heute nicht mehr um Nahrungsaufnahme, sondern vielmehr um einen eigenen Ernährungsstil, der mit Moral und Werten verwoben werde.

Das Gesundheitswesen verändert sich sehr stark und wird neue Tätigkeiten und Berufsfelder schaffen. Die Digitalisierung wird auch im Gesundheitswesen viele Berufe verändern.

Fitness präge heute ebenfalls den Lebenstil und lasse die Themen Gesundheit und Selbstoptimierung immer mehr verschwimmen, so das Zukunftsinstut. „Sportivity“ sei heute ein Lebensgefühl, welches sämtliche Bereiche des Alltags durchdringt. So werden Sport- und Funktionskleidung nicht mehr nur beim Work-out getragen – mittlerweile sind Leggings, Yogapants und Jogginghose genauso wie Outdoor-Marken Teil der Alltagskleidung und Ausdruck von Lebensstilen geworden, führt das Zukunftsinstitut weiter aus.

Dazu kommt die immer stärke digitale Durchdringung des Gesundheitswesens, beispielsweise mit Gesundheits-Apps oder Diagnosen per Video, die allerdings kontrovers diskutiert werden.

Digitalisierung verändert das Gesundheitswesen

Zur körperlichen Gesundheit steht zunehmend auch die psychische Balance im Interesse. Gerade die jüngere Generation achtet verstärkt auf eine Work-LiveBalance im Berufsleben. Darauf müssen sich Unternehmen einstellen und sie tun es auch. In Stellenbeschreibungen wird die Möglichkeit des Work-Life-Balance immer mehr herausgestellt. Das Gesundheitswesen verändert sich sehr stark und wird neue Tätigkeiten und Berufsfelder schaffen. Die Digitalisierung wird auch im Gesundheitswesen viele Berufe verändern. Roboter bis zu Softwareentwicklungen werden Aufgaben übernehmen, die heute noch von Berufsgruppen des Gesundheitswesens erledigt werden. Besonders die künstliche Intelligenz wird vieles im Berufsalltag der Menschen im Gesundheitswesen verändern.

Neue Berufe – jetzt visionär – in 10 Jahren Realität

Der Arzt Bertalan Meskó, Direktor of The Medical Futurist Institute in Ungarn, fragte sich, welche neuen Berufe entstehen könnten. Auf seiner Internetseite „The medical Futurist“ veröffentlichte er rund 21 Berufe, die es heute noch nicht gibt, wohl aber in den 2030iger Jahren vielleicht etabliert sein könnten. Da könnte es den „Gesundheitsdaten-Analysten“ geben, der die gesammelten Daten über unseren Körper bündelt und interpretieren kann oder den AI-Operations-Berater. Heute schon werden Operationen geprobt, in dem man die einzelnen Schritte der OP unter Zuhilfenahme von 3D-Abbildungen des zu operierenden Organs durchspielt. Dieser eventuell neue Beruf könnte den Eingriff visualisieren und durch die Realisation von „Dummies“ des Organs oder durch virtuelle Bildschirm-Realitäten konkretisieren. Der Telechirurg ist möglicherweise schon eher am Start, denn der Markt für Operationsroboter könnte sich in rund 5 Jahren mehr als verdoppeln. Die Kombination von Chirurgie und Robotik könnte zu einem eigenen Fachgebiet werden. Es sind neue Kompetenzen gefragt. Der Gesundheitsmarkt ist ein Zukunftsmarkt mit immensen Möglichkeiten.

Fachkräftemangel in allen Bereichen

Im Moment kämpft das gesamte Gesundheitswesen noch mit dem aktuellen Problem des Fachkräftemangels in allen Bereichen. Schon 2020 fehlten rund 56 000 Ärzte und rund 140 000 nichtärztliche Fachkräfte. Bis 2030 soll sich die Personallücke auf fast eine Million Personen mit 165 000 Medizinern und zirka 800 000 nichtärztlichen Fachkräften erhöhen.

Auch bei den Erzieherinnen und Erziehern besteht ein immenser Personalbedarf. Der von der Bertelsmann Stifung erstellte „Fachkräfteradar für Kita und Grundschule“ kommt zu dem Ergebnis, dass eine kindgerechte Personalausstattung und ausreichend Plätze in allen deutschen Kitas in diesem Jahrzehnt nicht zu realisieren seien. Bundesweit besteht zwischen dem prognostizierten Bedarf und dem voraussichtlichen Angebot eine Fachkräftelücke von 230 000 Erziehern. Nicht viel besser sieht es bei den Pflegefachkräften aus. In einer Meldung des Institutes der deutschen Wirtschaft in Köln könnten in Deutschland in der stationären Versorgung bis zum Jahr 2035 rund 300 000 Pflegekräfte fehlen. Die Einschätzung des IW Köln basiert auf Berechnungen des Statistischen Bundesamtes zur Entwicklung der Pflegebedürftigkeit in Deutschland. Laut der Pflegestatistik, die alle zwei Jahre aktualisiert wird, gab es noch im Jahr 2017 in Deutschland rund 3,4 Millionen Pflegebedürftige. Das sind 70 Prozent mehr als noch zu Beginn des Jahrtausends. Das zeigt die rasante Steigerung und den dringenden Bedarf an Fachkräften in diesem und allen weiteren Bereichen des Gesundheitswesens.

Neue Herausforderungen schaffen Personalbedarf

Die Nachfrage nach Gesundheit nimmt mit steigendem Einkommen zu. Sport, Ernährung, Wellness und Freizeit verbinden sich immer stärker mit der Erwartungshaltung bei Gesundheitsleistungen. Auch die Zuwanderung stellt neue Anforderungen. Auch hier entsteht neuer Bedarf mit interkulturellen Herausforderungen. Und auch der Klimawandel darf nicht vergessen werden. Besonders Hitzewellen und steigende Temperaturen sind eine Gefahr für Kinder, Kranke und ältere Menschen. Diese Klimaveränderungen und die Globalisierung begünstigen dazu die Verbreitung von Krankheiten. Ein Virus kann heute innerhalb weniger Stunden durch den Flugverkehr um die Welt getragen werden. Die Corona-Pandemie ist ein Beweis dafür – und sie wird wohl auch nicht die letzte sein, wie Mediziner, Forschung und Wissenschaft prognostizieren.

Große Perspektiven im Gesundheitsmarkt

Wer sich heute für einen Beruf innerhalb des Gesundheitswesens entscheidet, hat große Perspektiven. Arbeitslosigkeit dürfte im Gesundheitsmarkt auf Jahre hinaus kein Thema sein. Wenn man dazu noch bedenkt, dass einige Berufe im Wandel und andere im Moment noch visionär sind, aber in welcher Form auch immer, in den kommenden Jahren zur Realität werden können, macht sich ein Arbeitsmarkt auf, der an Dynamik, Möglichkeiten und Zukunftsperspektiven von kaum einer Branche übertroffen wird. Wer sich für eine der vielen Tätigkeiten im Gesundheitsmarkt entscheidet, setzt mit Sicherheit auf Zukunft.