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GESUNDHEIT, PFLEGE & SOZIALES

Top-Perspektiven in der Pflege und Pädadogik

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Die Berufe in der Pflege haben gute Zukunftsaussichten. Foto: pexels-antonishkraba

Demografischer Wandel bringt Berufschancen und zukunftssichere Jobs

Unsere Gesellschaft altert. In Zukunft wird es immer mehr pflegebedürftige Menschen geben. Zudem sinken aufgrund niedriger Geburtsraten gleichzeitig die Zahl der pflegenden Angehörigen und auch der Pflegekräfte. Auch die hohe Zahl an Singlehaushalten und der Arbeitsmarkt, in dem immer mehr Menschen in anderen Städten und Orten leben, führt dazu, das Angehörige nicht mehr, wie in früheren Jahrzehnten, für die Pflege ihrer Angehörigen zur Verfügung stehen. Darüber hinaus möchten ältere Menschen so weit wie möglich selbstbestimmt leben. Der demografische Wandel bietet aber auch Chancen. Die Menschen bleiben länger gesund und weit über das Ende der Erwerbstätigkeit hinaus leistungsfähig, sagt der Themenreport Pflege 2030. Über die Kernfamilie hinaus bildeten sich neue soziale Netzwerke von der Nachbarschaft bis zum Freundeskreis. Im Themenreport Pflege 2030 wird zudem betont, dass die Potenziale des bürgerschaftlichen Engagements noch lange nicht ausgeschöpft seien.

Demografie stellt erhebliche Herausforderungen

Die demographische Entwicklung stellt die Gesellschaft vor erhebliche Herausforderungen. Dazu zählen vor allem ältere Menschen, die pflegebedürftig sind und die versorgt werden müssen. So muss die Generation der heute 40- bis 50-Jährigen befürchten, dass sie in 20 oder 30 Jahren nicht mehr die Versorgung erhält, die sie benötigt.

Der Pflegereport der Bertelsmann Stiftung prognostiziert, dass die Zahl der Pflegebedürftigen bis 2030 um 50 Prozent steigen wird. Aber zugleich nimmt die Zahl der Pflegefachkräfte ab. Laut dem Pflegereport der Bertelsmann Stiftung werden im Jahr 2030 fast 500.000 pflegerische Vollzeitkräfte fehlen, sollte sich der derzeitige Trend so weiter entwickeln. Deshalb muss dringend gegengesteuert werden. Der pflegende Beruf muss attraktiver werden. Und genau dafür hat die Bundesregierung die Voraussetzungen geschaffen.

Pflegerefom bringt Neuerungen

Die Pflegereform 2022 bringt längst fällige Neuerungen. Pflegekräfte in der häuslichen Krankenpflege bekommen mehr Veranwortung und fachliche Anerkennung. Vor allem gibt es gute Nachrichten für Altenpflegefachkräfte. In Vollzeit verdienten sie durchschnittlich rund 3.000 Euro brutto und damit 155 Euro mehr als noch im Jahr 2018. Damit steigen die Einkommen von Altenpflegefachkräften stärker an als die Gehälter insgesamt.

Die beruflichen Perspektiven für Pädagogen sind sehr gut. Insbesondere durch den Ausbau der Kita-Betreuung wächst der Bedarf an Pädagogen, die sich auf frühkindliche Förderung spezialisiert haben.

Berufschancen und zukunftssichere Jobs

Pflegefachkräfte haben aufgrund des demografischen Wandels große Berufschancen und zukunftssichere Jobs. Wer interessiert ist an der Arbeit im Krankenhaus, auf Kinderpflegestationen oder in der Altenpflege, der sollte sich für den Beruf der Pflegefachkraft interessieren, der hilfsbedürftige Menschen versorgt und betreut. Zu den Aufgaben in diesem Beruf gehören die Wundversorgung, Hilfe bei der Nahrungsaufnahme und der Körperpflege, das Messen der Körperfunktionen der Patienten und das Dokumentieren der Ergebnisse und Veränderungen sowie das Legen von Kathetern und Sonden. Pflegefachkräfte wechseln Verbände, nehmen Blut ab und bereiten Operationen vor. Wenn es notwendig ist, verabreichen sie Medikamente und führen von Ärzten angeordnete Maßnahmen durch. Wer in diesem Beruf arbeiten möchte, braucht Geduld, Einfühlungsvermögen, Flexibilität und die Freude, hilfsbedürftige Menschen zu unterstützen. Wer das für sich in Anspruch nehmen kann, der sollte eine Ausbildung zur Pflegefachkraft in die engere Wahl ziehen. Als Pflegefachkraft kann man in der Gesundheits- und Krankenpflege arbeiten, aber auch in der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege. Hier hilft und unterstützt man Kinder und Jugendliche, aber auch Säuglinge, wie zum Beispiel Frühgeborene und Neugeborene.

Die Voraussetzungen für eine Ausbildung als Pflegefachkraft sind ein Realschulabluss. Aber auch mit einem Hauptschulabschluss können sich Auszubildende zur Pflegefachkraft bewerben, wenn sie eine bereits abgeschlossene Ausbildung vorweisen können.

Die neue Pflegefachkraft absolviert im Gegensatz zu den früheren Tätigkeiten in der Pflege eine generalistische Ausbildung. Der seit dem 1. Januar 2020 eingeführte Beruf der Pflegefachkraft vermittelt übergreifende Qualifikationen. Das bietet später einen leichteren Wechsel zwischen den einzelnen Pflegebereichen. Die Ausbildung dauert drei Jahre und ist schulisch einheitlich geregelt. Der theoretische Teil findet an Berufsfachschulen in staatlichen oder in privaten Einrichtungen statt.

Theorie und Praxis

Die Praxis wird im Krankenhaus, in einem Pflege- oder Altenheim oder in einem Hospiz erlernt. Als Alternative kann die Ausbildung mit einem Studium an einer Fachhochschule absolviert werden. In den ersten zwei Jahren ist die Ausbildung generalistisch. Danach gibt es die Möglichkeit, die Ausbildung mit dem Abschluss als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann zu beenden. Oder man spezialisiert sich im dritten Jahr auf den Abschluss als Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger oder Altenpfleger. Im ersten Ausbildungsjahr liegt die Ausbildungsvergütung bei 1141 Euro, im dritten Ausbildungsjahr sind es 1303 Euro. Das Einstiegsgehalt liegt zwischen Brutto 1800 bis 2400 Euro. Berufserfahrene Pflegefachkräfte können mit einem Bruttomonatsverdienst zwischen 2800 bis 3400 Euro rechnen.

Gesucht: Pädagogen und Erzieher

Die Berufe der Pädagogik gehören ebenfalls zu den stark gesuchten Fachkräften. Ob Sozialpädagogik, Heilpädagogik oder Erlebnispädagogik: Die Pädagogik bietet nicht nur Berufe mit Kindern, sondern Tätigkeiten in vielen Bereichen über die bekannten Jobs als Erzieherin oder Erzieher und dem Beruf des Lehrers hinaus. Für die Sozialpädagogik gibt es ein eigenes Studienfach an Universitäten und Fachhochschulen. Sozialpädagogen beschäftigen sich mit Kindern mit Entwicklungsstörungen, Menschen mit Handicap, in der Beratung von Familien und Jugendlichen. Heilpädagoginnen und Heilpädagogen kümmern sich um die Erziehung, Förderung und Unterstützung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Behinderungen, Verhaltensstörungen oder chronischen Erkrankungen. Sie helfen beim Ausbau vorhandener Fähigkeiten und beugen sozialer Ausgrenzung vor. Von der Sonderpädagogik über die Pflegepädagogik bis zur Kulturpädagogik und der Inklusivpädagogik gibt es weitere sehr interessante Tätigkeiten. Leicht ist der Quereinstieg für Erzieherinnen und Erzieher, Kinderpflegerinnen und Kinderpfleger und für Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen. Die beruflichen Perspektiven für Pädagogen sind sehr gut. Insbesondere durch den Ausbau der Kita-Betreuung wächst der Bedarf an Pädagogen, die sich auf frühkindliche Förderung spezialisiert haben. Aber auch in der Erwachsenenbildung wird qualifiziertes Personal gesucht. Heil- und Sonderpädagogen haben besonders gute Berufsaussichten.

Pädagogen können mit einem Bruttomonatsverdienst von durchschnittlich 3000 Euro zum Berufseinstieg rechnen. Auch Erzieherinnen und Erzieher haben beste Berufsperspektiven, denn bundesweit fehlen bereits jetzt über 100 000 Erzieherinnen und Erzieher. Studien rechnen bis zum Jahr 2030 sogar mit bis zu 230 000 fehlenden Fachkräften. Das Bruttomonatsgehalt von Erzieherinnen und Erziehern liegt bei rund 2700 Euro. Mit entsprechender Berufserfahrung sind Bruttomonatgehälter von rund 3300 Euro bis sogar über 5000 Euro möglich.

Die Tätigkeiten in der Pflege und im pädagogischen Bereich bieten große Zukunftsperspektiven. Wer sich nicht schon für einen der Berufe entschieden hat, der sollte sich informieren – es lohnt sich.