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GRÜSSE ZUM MUTTERTAG

Der 8. Mai: Ein historisches Datum

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Schon seit über 100 Jahren wird jährlich Muttertag gefeiert.

Es gibt einen Tag im Jahr, an dem sich die Mamas mal so richtig verwöhnen lassen dürfen. Das ist der Muttertag. Traditionell findet dieser immer am zweiten Sonntag im Mai statt. 2022 ist das der 8. Mai. Dieses Datum gilt sowohl für Deutschland, Österreich und die Schweiz als auch für einige andere europäische Staaten, aber nicht für alle. Das Vereinigte Königreich feiert ,, den Ehrentag der Mütter bereits Ende März.

Mit dem 8. Mai trifft er dieses Jahr tatsächlich auf ein historisches Datum, genau genommen auf den ersten offiziellen Mutter- tag überhaupt. 1914 wurde er erstmals nach jahrelangem Einsatz der amerikanischen Frauenrechtlerin Julia W. Howe und schließlich mit dem Fortführen durch Anna Marie Reeves Jarvis in den Ver- einigten Staaten von Amerika offiziell als nationaler Feiertag eingeführt. Fortan sollte jeder zweite Sonntag im Jahr als Muttertag gefeiert werden.

Die sogenannte Verehrung der Mütter hat aber schon viel früher begonnen. Dies zeigen Überlieferungen aus dem alten Rom oder Griechenland. Selbst in England war bereits im 13. Jahrhundert ein ,, mothering Sunday" bekannt. Offiziell eingeführt wurde er allerdings auch dort erst nach der kalendarischen Festlegung wie sie in den USA 1914 vorgenommen wurde. Ein gesetzlicher Feiertag ist dieser zumindest in Deutschland nicht. Das liegt zum einen am fehlenden kirchlichen Bezug und daran, dass er schließlich immer auf einen Sonntag festgelegt ist.

Der Einsatz von Anna Marie Reeves Jarvis beruhte vor allem auf dem Wunsch, einen Gedenktag für ihre Mutter zu ermöglichen. Diese hatte sich nämlich zusammen mit anderen Frauen und Müttern um Verwundete des amerikanischen Bürgerkrieges gekümmert oder Wohltätigkeitsveranstaltungen organisiert. Somit war sie regional bekannt. Bevor der Muttertag 1914 national verankert wurde, hatte Jarvis ihn bereits 1907 ins Leben gerufen.

In Deutschland wird der Muttertag oft fälschlicherweise mit den Nationalsozialisten in Verbindung gebracht, obwohl er bereits 1923 eingeführt wurde. Zur Zeit des Nationalsozialismus herrschte ein durch Propaganda geprägtes Frauenbild, nach dem die Frauen möglichst viele Kinder zur Welt brachten und sich ganz der Familie widmeten. Der Muttertag wurde 1933 als gesetzlicher Feiertag erklärt, der jenes damals geltende Ideal unterstützen sollte. Dies wird auch durch das Mutterkreuz deutlich, das Frauen mit acht Kindern verliehen wurde.

Erfunden haben die Nationalsozialisten der Muttertag aber keineswegs. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er in dieser Form schließlich wieder abgeschafft. Die amerikanischen Besatzungsmächte brachten den Muttertag in die westlichen Zonen zurück.

In Ostdeutschland stieß dies auf Ablehnung und es wurde stattdessen der Internationale Frauentag gefeiert. Erst nach der Wiedervereinigung wurde er dann auch in den östlichen Bundesländern anerkannt. Ips/ZK