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HELFER IN SCHWEREN STUNDEN

„In Gedenken - in Gedanken"

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Friedhöfe bieten Raum für Erinnerungen und laden zum Verweilen ein. Foto: Aeternitas

Tag des Friedhofs: Das neue Motto rückt Besinnung in den Fokus

In diesem Jahr lautet das Motto zum bundesweit stattfindenden Tag des Friedhofs „In Gedenken – in Gedanken“, denn alle zwei Jahre wird dieses erneuert. Das Motto steht für die Erinnerung an die Verstorbenen und dass die Würde des Menschen als elementar begriffen werden soll, auch über den Tod hinaus.

Unsere aktuelle Zeit und Gesellschaft lassen sich wohl am besten mit den Wörtern Effizienz, Flexibilität und Mobilität beschreiben. Aber wie lässt sich dies mit unseren Bedürfnissen, Wünschen und Hoffnungen vereinbaren? Die heutige Gesellschaft ist an Schnelllebigkeit kaum zu überbieten – gibt sie Trauernden auch den Raum und die Zeit für die Erinnerung an den Verstorbenen? Diese und ähnliche Fragen greift der Tag des Friedhofs auch in diesem Jahr auf.

Nicht wenige Städte und Gemeinden beteiligen sich Jahr für Jahr am dritten Septemberwochenende am „Tag des Friedhofs“. Zahlreiche Aktionen zeigen die Geschichte und Tradition einer gewachsenen Friedhofskultur vor Ort auf und bieten die Gelegenheit, sich dem Thema Friedhof mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten zu nähern.

Neben den Bereichen der Religion, Kultur und Historie, sind der Dialog und das lebendige Miteinander weitere wichtige Bestandteile des „Tag des Friedhofs“. Friedhöfe sind äußerst bedeutsame Orte. Sie bieten nicht nur Raum zum Trauern und spenden Trost, man findet dort auch Ruhe und Entspannung. So gewinnen viele Menschen dort neuen Mut und schöpfen Hoffnung.

Friedhöfe bieten einen geschützten Rahmen, in dem sich Trauernde in aller Stille und Würde von den Verstorbenen verabschieden können und um ihrer zu gedenken. Blumen und Pflanzen helfen dabei, die Trauer besser zu verarbeiten und wecken positive Gefühle. Sie stehen genauso für Leben, Erneuerung und Wachstum wie für Vergänglichkeit, Verfall und das Ende. Bewegt man sich im „Grünen Kulturraum Friedhof“, können Wohlbefinden, Entspannung sowie Heimatgefühle ausgelöst werden.

Das Ziel des aktuellen Mottos ist, dass ältere Generationen und auch deren Kinder und Enkelkinder den Friedhof als schöne Begräbnis- und Erinnerungsstätte kennenlernen, wahrnehmen und besuchen. lps/OPM

Friedhofs- und Bestattungskultur sind Themen

Auf dem Stadtfriedhof Engesohde erleben Besucher am Sonntag, 18. September, ein vielschichtiges Programm

Den Stadtfriedhof Engesohde aus neuen Blickwinkeln erleben: Das ist am kommenden Sonntag, 18. September, dem bundesweiten Tag des Friedhofs, möglich. Friedhofsverwaltung, Steinmetzbetriebe, Bestattungsinstitute und Gärtnerinnen der städtischen Friedhöfe zeigen ihre Arbeit zum Beispiel mit Mustergräbern, der lebendigen Werkstatt der Steinmetze oder dem Schaubaggern. Beim Mitmach-Angebot für Kinder und aktive Erwachsene kommen Maschinen und Geräte zum Einsatz, die zum beruflichen Alltag auf Friedhöfen gehören. Wer schwindelfrei ist, kann vom Hubsteiger das weitläufige Gelände des Friedhofs und die Silhouette der Stadt aus bis zu 35 Metern Höhe betrachten.

Die Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften, die ebenfalls an der Organisation mitgewirkt haben, bieten Beratung zu Patientenverfügung und Vorsorgemöglichkeiten. Ehrenamtliche vom BUND-Fledermauszentrum Hannover informieren rund um das Leben von Fledermäusen, die den Friedhof als Wohn- und Jagdquartier nutzen. Die Imkerin Petra-Christine Bauke stellt ihren Beruf vor, verkauft Honig und bietet Führungen zu ihren Bienenvölkern an.

Wirtschafts- und Umweltdezernentin Anja Ritschel eröffnet die Veranstaltung um 11 Uhr. Anschließend veranstaltet das Haus der Religionen eine interreligiöse Gedenkfeier. Verschiedene Führungen informieren über die Geschichte und Besonderheiten des Friedhofs, geben Einblicke in sonst verschlossene Mausoleen und nehmen die Gäste mit zu Grabstätten von besonderen Persönlichkeiten. Zum kulturellen Angebot gehört um 12.30 Uhr ein Konzert mit Mandoline und Gitarre. Um 15 Uhr bieten Dakini Böhmer, Klaus Urban und Kersten Flenter einen mal ernsten, mal heiteren oder augenzwinkernden literarischen Spaziergang an. Ein alter Brauch der Steinmetzinnung wird am Tag des Friedhofs gepflegt, damit er nicht in Vergessenheit gerät: Um 16 Uhr wird der „Bernhard“, ein verhauenes Grabmal, beigesetzt. Mit einer heiteren Lesung an der Grabstätte von Kurt Schwitters um 17 Uhr endet das Programm.

Das vollständige Programm liegt als Flyer in den Friedhofsbüros, Bibliotheken, Freizeitheimen und Bürgerämtern aus. Es steht zudem im Internet auf www.friedhöfe-hannover.de zum Herunterladen bereit.