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LANGE NACHT DER BERUFE

Auszubildende von Morgen nutzen oft Suchmaschinen und wünschen Offenheit

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SIE HABEN DIE AUSWAHL: Laut einer aktuellen Studie haben 71 Prozent der Azubis mehr als ein Ausbildungsplatzangebot bekommen. Foto: Christina Morillo / Pexels

UNBELIEBT: Statt eines Bewerbungsgesprächs per Video würden 87 Prozent der Befragten ein persönliches Kennenlernen bevorzugen

Rund 58 Prozent der Azubis haben während der Pandemie im Home-Office gearbeitet, gut 40 Prozent dort sogar mehr als die Hälfte ihrer Arbeitszeit verbracht. Das ist das Ergebnis der aktuellen Studie „Azubi-Recruiting Trends ". An der doppelperspektivischen Umfrage zum Azubi-Marketing und -Recruiting haben von Januar bis März dieses Jahres 5623 Azubis und Schülerinnen und Schüler sowie 1270 Ausbildungsverantwortliche teilgenommen.

Während 28 Prozent der Azubis die eigenen Home-Office-Erfahrungen als negativ für ihre Ausbildung empfanden, sahen sie 31 Prozent positiv. Home-Office für Azubis ist eigentlich eine rechtliche Grauzone, da Ausbildungsbetriebe eine ständige Betreuung sicherstellen müssen. Zwei von drei Azubis wünschen sich, dass die Gesetze nach der Pandemie so geändert werden, dass eine Ausbildung im Home-Office erlaubt ist. Unter dem Druck der Pandemie sind seit 2020 immer mehr Ausbildungsbetriebe dazu übergegangen, ihre Bewerbungsgespräche per Video-Interview zu führen. Die Bewerbenden sind davon nicht begeistert: 87 Prozent von ihnen ziehen das persönliche Gespräch einem Video-Interview vor. Nur 33 Prozent der Azubi-Bewerbenden würden es begrüßen, wenn Ausbildungsbetriebe auch nach Corona an der Praxis von Video-Bewerbungsgesprächen festhalten würden. 51 Prozent der für die Studie befragten Ausbildungsverantwortlichen planen, genau dies zu tun.

Den langfristigen Trend zum Kandidatenmarkt in der dualen Ausbildung hat Corona nicht gebrochen: 71 Prozent der befragten Azubis haben mehr als ein Ausbildungsplatzangebot bekommen. Knapp zwei Drittel haben einen Ausbildungsplatz in ihrem Wunschberuf gefunden. Die Studie zeigt, dass sich Azubi-Bewerberinnen und -Bewerber vor allem belastbare Informationen in der Bewerbungsphase wünschen. Diese bekommen sie nicht immer. Zwei Drittel von ihnen möchten schon im Vorfeld auf der Karriereseite über Verdienstmöglichkeiten nach der Übernahme informiert werden. Nur 6 Prozent der Ausbildungsbetriebe informieren jedoch darüber.

Insbesondere bei den Arbeitsinhalten gibt es große Abweichungen zwischen den Informationen in der Bewerbungsphase und der späteren Ausbildungswirklichkeit. Nur ein Drittel der Azubis gibt an, dass diese voll und ganz dem entsprechen, was zuvor angekündigt wurde.

Die Azubis von morgen googeln heute nach Ausbildungsangeboten, zwei Drittel wären über Suchmaschinenanzeigen gut erreichbar, jedoch schalten aktuell nur 11 Prozent der Betriebe Google-Anzeigen, um ihre Ausbildungsangebote bekannt zu machen.

Vor die Alternative „Tests" oder „Schulnoten" in der Auswahl gestellt, ziehen 75 Prozent der Azubi-Bewerbenden Tests den Schulnoten vor. Zwei Drittel der befragten Ausbildungs-Unternehmen setzen bei der Vorauswahl jedoch auf Schulnoten. Bei der Frage nach der Übernahme der Azubis in ein dauerhaftes Arbeitsverhältnis dagegen spielen Noten der IHK-Abschlussprüfung keine große Rolle. In 85 Prozent der Unternehmen wird die Entscheidung für die Übernahme schon vor Bestehen der Abschlussprüfung gefällt. Drei von vier Ausbildungsverantwortlichen stimmten der Aussage zu, dass die Entscheidung für die Übernahme vorrangig auf den praktischen Leistungen der Azubis beruht.