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Der Gasverbrauch hängt auch vom eigenen Verhalten ab

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Jedes Grad Raumtemperatur weniger spart sechs Prozent Heizkosten. Foto: Günter Richter/ pixelio.de

Im Haushalt und bei der Hygiene sind an mehreren Stellen Einsparungen möglich

Der Energieträger Gas war einst eine günstige Form, Wohnungen zu heizen und Industriegüter zu produzieren. Seit dem vergangenen Jahr ist diese Zeit vorbei. Viele Energieversorger haben schon 2021 angekündigt, die Preise drastisch zu erhöhen. Manche Endverbraucher waren und sind mit einer Erhöhung von bis zu 70 Prozent konfrontiert. Dabei war damals ein russischer Angriffskrieg nur ein sehr theoretisches Szenario. Der russische Überfall auf die Ukraine am 24. Februar hat die Preisspirale noch einmal angeheizt, sodass weitere Preiserhöhungen auf die Verbraucherinnen und Verbraucher zukommen werden. Im besten Fall denkt man dann darüber nach, die Urlaubsreise zurückzustellen, um zu sparen. Wer aber nur wenig Geld zur Verfügung hat, könnte in eine Situation kommen, darüber nachdenken zu müssen, ob entweder die Wohnung geheizt oder der Kühlschrank gefüllt wird. Der Zulauf bei den ehrenamtlichen Tafeln spricht Bände.

Die einzelnen Verbraucherinnen und Verbraucher können am Endpreis, der für Gas zu zahlen ist, nichts ändern - wohl aber am Verbrauch. Es heißt also, den Gasverbrauch zu senken, wo es nur geht. Und das nicht erst im Winter, sondern bereits jetzt. Welche Möglichkeiten gibt es dabei?

Duschen statt Baden

Duschen ist günstiger als Baden. Foto: Christin Klose/ dpa-tmn

In den meisten Fällen hilft es, das eigene Verhalten, das sich meist über Jahre eingespielt hat, zu ändern - zum Beispiel bei der täglichen Körperhygiene. Gerade an kalten Tagen, die wir im Winter wieder bekommen werden, ist ein Vollbad eine Wohltat. Eine gefüllte Badewanne ist aber auch ein enormer Energiefresser. Sie verbraucht ungefähr doppelt so viel Wasser wie eine Dusche. Wer also statt eines Bades duscht, spart nicht nur Wasser, sondern auch Gas, mit dem das Wasser erhitzt wird.

Aber auch beim Duschen selbst kann man sparen. Das geht zum einen über die Dauer des Duschvorgangs, aber auch mit moderner Technik. Ein sparsamer Duschkopf kostet nicht viel Geld und sorgt für geringeren Wasserverbrauch.

Gas wird zudem eingespart, wenn man beim Zähneputzen oder Rasieren nicht das (warme) Wasser laufen lässt.

In der Küche lässt sich ebenfalls Gas sparen, denn schmutziges Geschirr muss nicht vorgespült werden, sondern kann direkt in die Spülmaschine wandern. Beim Kochen auf einem Gasherd kann schon kurz vor dem Ende der Garzeit die Flamme ausgeschaltet werden. Die Restwärme genügt. Und beim Kochen sollten immer die Deckel auf den Töpfen bleiben.

Sind die Fenster dicht?

Die Heizung bleibt der neuralgische Punkt im Haushalt. Wer mit Gas heizt, sollte gerade jetzt im Sommer prüfen, ob Fenster und Türen gut abgedichtet sind. Wenn nicht, ist eine Nachrüstung zu empfehlen, um das Geld nicht buchstäblich zum Fenster hinauszuwerfen. Oft helfen schon ein paar Dichtungsbänder.

Auch wenn es viele nicht gern hören: Wenn die Heizung etwas kühler eingestellt ist, hat das spürbare Effekte auf die Gasrechnung. Jedes Grad weniger verringert den Verbrauch um rund sechs Prozent. Statt das Wohnzimmer von 20 Grad Raumtemperatur auf 21 oder 22 Grad zu erwärmen, können warme Socken und ein dicker Pullover eine Alternative bieten.

Nicht überall sind 20 Grad nötig

Und nicht überall sind 20 Grad nötig. Im Schlafzimmer reichen 16 Grad, die Küche kommt mit 18 Grad aus. Unter 16 Grad sollte die Temperatur allerdings nicht fallen, denn dann drohen Feuchtigkeit und Schimmelbefall. Heizkörper sollten nicht mit Möbeln zugestellt oder mit feuchter Wäsche zugehängt werden. Nur freie Heizkörper garantieren eine gute Wärmezirkulation.

Auf das Lüften sollte man trotzdem nicht verzichten. Allerdings hat es wenig Sinn, das Fenster stundenlang zum Dauerlüften auf Kipp zu stellen. Stattdessen empfiehlt sich das Stoßlüften. So kühlt der Raum selbst nicht aus.

Mit all diesen kleinen Stellschrauben beim Verbrauch und dem eigenen Verhalten wird man eine höhere Gasrechnung nicht vermeiden können. Aber ein bisschen lässt sich der kommende Preisschock damit erträglicher gestalten.