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Ein Haus muss warm angezogen sein

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Ein Haus muss warm angezogen sein. Foto: Fotolia

Das Leben ist teuer geworden. Insbesondere ist das der Fall, wenn es darum geht, die eigenen vier Wände auf eine angenehme Temperatur zu bringen. Zwar werden derzeit unzählige Wärmepumpen in Einfamilienhäuser eingebaut, um Umweltenergie zum Heizen zu nutzen. Aber viele Hausbesitzer sind noch auf die alte Gasheizung angewiesen, die einst eine kostengünstige Wärmequelle mit russischem Gas versprach. Seit Putins Krieg gegen die Ukraine ist das nicht mehr möglich. Die Gaspreise sind in ungeahnte Höhen gestiegen, und in der jetzt beginnenden Heizperiode gilt es zunächst, soviel Heizenergie zu sparen wie möglich.

Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer sollten allerdings perspektivisch auch darüber nachdenken, nicht nur sich selbst, sondern auch das Haus warm anzuziehen – mit anderen Worten: Ein gut gedämmtes Haus entlastet den Geldbeutel und die Umwelt.

Idealerweise sollte man das ganze Haus soweit wie möglich dämmen. Aber natürlich ist das ein Kostenfaktor. So ist es sinnvoll, sich zunächst die bestmögliche Stelle auszusuchen, mit der man beginnen kann. Hier geht der Blick nach oben.

Der Blick geht zum Dach

Mit einer Thermografie kann man die Schwach­stellen eines Hauses erkennen. Foto: Rainer Sturm/ pixelio.de

Die Physik gibt es uns vor: Warme Luft steigt nach oben. Das heißt, dass ein großer Teil der Heizungsluft durch das Dach entweicht, wenn es nicht gut gedämmt ist. Ob das der Fall ist, kann man am besten anhand einer Wärmebildkamera herausfinden. Energieberater können mithilfe der Thermografie die neuralgischen Punkte des Wärmeverlustes eines Hauses erkennen.

Letztendlich ist es aber auch gesetzlich vorgeschrieben, sich der Wärmedämmung des Dachs zu widmen. Die zurzeit gültige Energiesparverordnung besagt, dass die oberste Geschossdecke eines Hauses gedämmt sein muss, wenn es nach 2002 bezogen worden ist. Alternativ ist auch eine Dachdämmung möglich.

Es gilt also zu entscheiden, ob der Dachboden oder das Dach selbst gedämmt werden soll. Dabei kommt es auf die Nutzung an. Wird der Dachboden ausschließlich als ungeheizter Abstellraum genutzt, und ist ein Ausbau zum Wohnraum nicht vorgesehen, reicht die Dachbodendämmung. Diese hat den Vorteil, dass sie kostengünstiger ist als eine Dachdämmung.

Die Fassade wird meist von außen gedämmt

Die größte Außenfläche eines Hauses findet sich an der Fassade. Auch hier kann eine Dämmung auf längere Sicht Geld sparen. In der Regel greifen Hausbesitzerinnen und -besitzer zur Außendämmung, da damit die Wohnfläche nicht eingeschränkt wird. Eine Innendämmung ist lediglich dort angesagt, wo beheizte Räume an unbeheizte grenzen, wie etwa eine Garage.

Bei einer Fassadendämmung ist es sinnvoll, sich auch um die Fenster zu kümmern, damit sie nicht als Schlupfloch für die Wärmeenergie dienen. Allerdings macht es keinen Sinn, auf die Fassadendämmung zu verzichten und nur die Fenster auszutauschen. Dadurch würden Wärmebrücken entstehen, an denen nicht nur Wärme entweicht, sondern sich auch Feuchtigkeit bildet. Schimmel könnte die Folge sein.

Kellerdecke dämmen

Auch wenn Wärme nach oben steigt, hat ein ungeheizter Keller auf das Erdgeschoss Auswirkungen. Die Kälte des Fußbodens – gleichzeitig die Kellerdecke – muss mit mehr Heizenergie ausgeglichen werden. Eine Dämmung der Kellerdecke mit Dämmplatten kann dem entgegenwirken.

Am Beginn einer geplanten Sanierung – egal in welchem Bereich – sollte allerdings immer erst einmal die Begutachtung durch Expertinnen oder Experten stehen. Diese sind in der Regel auch gut informiert, ob und von wem es Förderprogramme für geplante Maßnahmen gibt.