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Gnocchi, Burger, Soße: Warum Kürbis nicht nur für Suppe taugt

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Tina Kollmann bringt Kürbis sogar im Burger unter: Für den Patty raspelt sie Kürbis und vermengt ihn mit etwas Kürbispüree, Ei, Haferflocken, Zwiebel, Knoblauch und Gewürzen zu einer Masse, die dann in der Pfanne ausgebacken wird. Dazu passt Ziegenkäse. Foto: Tina Kollmann/ foodundco.de/dpa-m

Die gute Nachricht für alle, die sich bislang nur zögerlich an den Kürbis herangetraut haben

"Man kann kaum etwas falsch machen", sagt die Foodbloggerin Tina Kollmann (foodundco.de). Das Herbstgemüse ist auch unglaublich vielfältig - sowohl in den Sorten als auch in der Zubereitung", sagt Kochbuchautorin Tanja Dusy. So schmackhaft eine Kürbissuppe auch durchwärmen mag: Das Gemüse kann deutlich mehr, als püriert im Topf zu landen.

Neben Hokkaido auch Butternut, Spaghetti und Delicata

Hokkaido ist der Klassiker unter den Kürbissorten. Sein großer Pluspunkt: Seine Schale kann mitgegessen werden und sein festes Fruchtfleisch eignet sich für fast alle Gerichte. Foto: Christin Klose/ dpa-mag

Wer Kürbis ,,mal anders" auf den Tisch bringen will, kann bereits bei der Wahl der Sorte damit beginnen. Der Klassiker ist der Hokkaido. ,,Der ist klein, rund und hat die Besonderheit, dass die Schale mitgegessen werden kann", sagt Dusy. Durch sein festes Fruchtfleisch eignet er sich für fast alle Gerichte.

Das gilt auch für den Butternut-Kürbis, der an seiner Birnenform und der karamellfarbenen Schale zu erkennen ist. Tanja Dusy: „Dieser Kürbis hat besonders viel Fruchtfleisch, da die Kerne nur im unteren Bereich sitzen." Deutlich spezieller ist der Spaghetti-Kürbis, dessen Hälften meist im Ofen geröstet werden. Sein faseriges Fruchtfleisch erinnert an dünne Spaghetti und lässt sich mit allem servieren, womit sich auch Nudeln toppen lassen.

Ein Hingucker ist der Delicata-Kürbis. ,,Er sieht mit seiner gelbgrünen Schale, die man übrigens mitessen kann, aus wie eine dicke Zucchini", sagt Tina Kollmann. Was alle Kürbissorten gemeinsam haben: Sie sind nicht aufdringlich, sondern kommen neutral, manchmal leicht süß daher. Mit der Wahl der Würzung, so Tanja Dusy, lässt sich Kürbis in unterschiedliche Richtungen stupsen.

"Viele Leute sagen, dass sie Probleme haben, Soßen ohne Tüten zu kochen. Mit Kürbis geht es ganz einfach."
Tina Kollmann, Foodbloggerin

Mit Orangensaft die Süße hervorkitzeln

Kürbis ist sowohl in den Sorten als auch in der Zubereitung sehr vielfältig. Foto: Christin Klose/dpa-mag

Wer geröstete Kürbiswürfel zum Salat gibt, kann durch etwas Orangensaft im Dressing seine Süße weiter hervorkitzeln. Denselben Effekt erreicht man, wen man in die Kürbissuppe zur Abwechslung mal etwas Honig gibt. ,,Kürbis lässt sich aber auch gut mit Säure kombinieren, etwa durch Essig oder Zitronensaft", sagt Dusy. Wer es scharf mag, kombiniert das Gemüse mit Chili oder Ingwer.

Welches Lieblingsgericht man auch hat: Die Wahrscheinlichkeit, dass man Kürbis darin unterbringen kann, ist groß. Ob Lasagne, Risotto, Curry, Flammkuchen oder Pizza: Fast jedes Gericht bekommt durch Kürbiswürfel oder -scheiben eine herbstliche Note. Kürbis lässt sich sogar zwischen den Brötchenhälften eines Burgers unterbringen. Für ein herbstliches Burger-Patty raspelt Tina Kollmann Kürbis und vermengt ihn mit etwas Kürbispüree, Ei, Haferflocken, Zwiebel, Knoblauch und Gewürzen zu einer Masse, die anschließend in der Pfanne ausgebacken wird. Dazu passt Ziegenkäse.

Soße aus der Tüte anrühren? Nein, mit Kürbis!

Kürbis-Püree lässt sich wie gestampfte Kartoffeln für Gnocchi nutzen. Das Fruchtfleisch dafür sollte gebacken und nicht gekocht werden. Foto: Coco Lang/Gräfe und Unzer Verl

Auch als Zutat für eine cremige Soße punktet der Kürbis. „Viele Leute sagen, dass sie Probleme haben, Soßen ohne Tüten zu kochen. Mit Kürbis geht es ganz einfach", sagt Tina Kollmann. Sie dünstet Schalotten und Knoblauch in einem Topf, gibt Kürbiswürfel hinzu und löscht alles mit Wasser ab. Sobald der Kürbis gar ist, wird er mit etwas Sahne püriert und abgeschmeckt. ,,Das ergibt eine wunderbare sämige Konsistenz. Die Soße passt zu Reis, Nudeln, Gnocchi oder lässt sich einfach mit dem Brot aufdippen."

Stichwort: Gnocchi. Das gegarte Fruchtfleisch des Kürbis eignet sich - gestampft oder püriert - als Grundlage für die kleinen Klöße. Tanja Dusy empfiehlt, den Kürbis im Ofen zu backen, anstatt ihn zu kochen: ,,Vorteil ist, dass im Ofen das Wasser verdunstet. Die Masse wird also nicht zu feucht und lässt sich besser verarbeiten." So lässt sich das Kürbispüree wie gestampfte Kartoffeln für Gnocchi nutzen. Zu den Kürbis-Gnocchi passt selbst gemachte Salbei- oder Haselnussbutter.

Tanja Dusy: ,,Kürbis", Gräfe und Unzer, 64 Seiten, 9,99 Euro, ISBN: 978-3833866197. Foto: Coco Lang/Grafe und Unzer Verl

Wer über den Herbst hinaus nicht auf Kürbis-Gnocchi verzichten mag, kann das Kürbispüree einfach einfrieren, um es bei Bedarf aufzutauen.

Kürbis-Twist für Waffelteig und ,,Arme Ritter"-Auflauf: Kürbispüree ist dabei eine echte Alleskönner-Zutat. Auch selbst gemachte Brötchen, Pancakes oder Waffeln bekommen - nicht nur optisch - einen neuen Twist, wenn man etwas Kürbispüree unter den Teig hebt.

Eine süße Resteverwertung ist ein Kürbis-Brot-Auflauf. „Dafür werden Kürbisspalten, Apfelspalten und Brotwürfel in einer Auflaufform geschichtet", sagt Tanja Dusy. Ganz im Stil von ,,Arme Ritter" werden die Zutaten dann mit einer Mischung aus Milch, Zucker und verquirltem Ei übergossen, ehe die Form in den heißen Ofen geschoben wird. dpa