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#WirSindLehrte

Bedeutende Orte in Lehrte

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Ein Gedenkstein erinnert an das Dorf Lereth.

Am Brink entstanden die ersten Höfe

Wer sich in der Lehrter Kernstadt auf die Suche nach Geschichte macht, wird dort interessante Orte finden. Seit einiger Zeit weisen an wichtigen Gebäuden und Orten vom Lehrter Heinrich Herzog gestaltete bronzene Tafeln auf deren Bedeutung hin. Eine Arbeitsgruppe des ehemaligen Verkehrsvereins hatte die erste dieser Tafeln im Jahr 2000 angebracht. Inzwischen hat das Stadtmarketing die meisten der Orte mit QR-Codes versehen, die die Geschichte per Smartphone erklären.

In unregelmäßiger Reihenfolge sollen diese Orte in „Wir in Lehrte“ vorgestellt werden.

Ursprungsort ­ Lehrtes

Dabei muss es nicht immer um Gebäude gehen. Einer der historisch interessantesten Orte kommt etwas unscheinbar daher, denn es ist eine Fläche im Alten Dorf. Doch Fläche ist tatsächlich bedeutsam, denn sie ist der Ursprungsort Lehrtes. An der Osterstraße, gegenüber der heutigen Polizeiwache, liegt der Brink. Dieser Platz ist sozusagen der Dorfanger des alten Dorfes Lehrte. Um diesen Platz herum fanden die ersten Ansiedlungen von Ackerbauern statt. Erstmals erwähnt wurde das Dorf Lereth im Jahr 1147. Ein Gedenkstein erinnert daran. Tatsächlich existierte die Ansiedlung zu diesem Zeitpunkt allerdings bereits seit einigen Jahrhunderten.

Lehrter Bach war ­die Grenze

Das Leben der Hofbewohner spielte sich zwischen Oster-, Hagen- und Marktstraße ab. Letztere hieß früher eigentlich Mühlenstraße. Die zentralen Punkte waren der Brink mit der angrenzenden Nikolauskirche und der etwas weiter westlich gelegene Lindenberg. Der Lehrter Bach, der heute weitgehend im Tunnel verläuft, war die Dorfgrenze.

Somit war Lehrte über viele Jahrhunderte nichts anderes als ein Bauerndorf, wie es viele in der Umgebung gab. Das Besondere am Alten Dorf, das in Lehrte heute immer noch so genannt wird, ist, dass es auch in der turbulenten Entwicklung Lehrtes zu Stadt seinen dörflichen Charakter bewahrt hat. Noch heute wird dort auf einigen Höfen Landwirtschaft betrieben. Das heutige geschäftige Zentrum Lehrtes scheint im Alten Dorf weit weg.

Dass es zu dieser Entwicklung zwischen neuer Stadt und altem Dorf gekommen ist, hat etwas mit der Erfindung der Eisenbahn zu tun. Die erreichte im Jahr 1843 das bis dahin beschauliche Lehrte. Hier entstand ein Bahnhof der neu gebauten Bahnlinie Hannover-Peine, der schnell zum Kreuzungsbahnhof der Ost-West- und Nord-Südverbindungen wurde. Das zog viel Industrie in die Umgebung des Bahnhofs, sodass hier industriell geprägte Bebauung entstand. Viele Arbeitsplätze um Konserven- und Zuckerfabrik kamen an den Bahnhof und ein neues Lehrte entstand – der heutige Ortskern um die Burgdorfer Straße. Die Lehrter Entwicklung fand seitdem an dieser Stelle statt. Das Alte Dorf um den Brink stand damit eher im Schatten dieser kleinen industriellen Revolution und konnte somit seinen Charakter bewahren.