Proteste bei Zulieferer Foxconn in China

Sechs Millionen iPhones weniger? Apple drohen massive Produktionsausfälle

Arbeiter stellen sich in der Foxconn-Fabrik in Wuhan an, um sich auf das Coronavirus testen zu lassen (Archivbild).

Arbeiter stellen sich in der Foxconn-Fabrik in Wuhan an, um sich auf das Coronavirus testen zu lassen (Archivbild).

Seit Tagen protestieren Mitarbeitende des Apple-Zulieferers Foxconn in China gegen die Arbeitsbedingungen. Für den iPhone-Hersteller bleibt das offenbar nicht folgenlos, das Unternehmen müsse mit einem Ausfall von sechs Millionen Geräten rechnen, wie das Nachrichtenportal „Bloomberg“ berichtet.

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Eine mit dem Vorgang vertraute Person sagte demnach allerdings, dass sich die Situation aktuell sehr dynamisch entwickle. Dementsprechend unsicher seien die Angaben. Im betroffenen Werk in der chinesischen Provinz Zhengzhou wird das Modell iPhone Pro hergestellt. Es handelt sich um die größte iPhone-Fabrik der Welt.

Am vergangenen Dienstag und Mittwoch protestierten Mitarbeitende dagegen, weniger Lohn als bei der Einstellung versprochen ausgezahlt zu bekommen. In sozialen Medien verbreitete Videos zeigten, wie Polizisten in weißen Schutzanzügen auf protestierende Arbeiter einschlugen und sie traten.

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Foxconn teilte am Donnerstag mit, ein technischer Fehler habe zu falschen Lohnabrechnungen geführt. „Wir entschuldigen uns für einen Eingabefehler in das Computersystem und garantieren, dass der tatsächliche Lohn derselbe ist wie in den offiziellen Einstellungsplakaten versprochen“, erklärte das Unternehmen. Apple teilte mit, es habe Mitarbeiter vor Ort in der Foxconn-Fabrik in Zhengzhou. „Wir prüfen die Situation und arbeiten eng mit Foxconn zusammen, um sicherzustellen, dass die Bedenken der Mitarbeiter berücksichtigt werden“, erklärte der Konzern mit Sitz in Cupertino in Kalifornien.

50 Prozent mehr Lohn versprochen

Im Oktober hatten Tausende Beschäftigte nach Beschwerden über unsichere Arbeitsbedingungen die Fabrik in Zhengzhou verlassen. Mit Neueinstellungen versucht Foxconn, die Lücken zu schließen. Das Unternehmen bot nach Angaben von Beschäftigten 25.000 Yuan (3400 Euro) für zwei Monate Arbeit an. Das sind fast 50 Prozent mehr als die höchsten Löhne, die normalerweise gezahlt werden. Mitarbeiter beklagten, nach ihrem Eintreffen sei ihnen gesagt worden, sie müssten zwei weitere Monate zu einem niedrigeren Lohn arbeiten, um die zugesagte Summe zu erhalten.

Der Disput fällt mit Lockdownmaßnahmen auch in Zhengzhou wegen steigender Corona-Infektionszahlen zusammen. In acht Bezirken der Stadt sollen 6,6 Millionen Menschen fünf Tage ihre Wohnungen nicht verlassen und sich täglich Covid-Tests unterziehen.

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Apple warnte bereits davor, dass sich die Auslieferung des iPhones 14 verzögern würde, nachdem die Mitarbeiter das Werk in Zhengzhou verlassen hatten und der Zugang zum Industriegebiet um die Anlage nach Corona-Fällen gesperrt worden war.

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RND/AP/miwu

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