Neuen Verbundstandort in Fernost

BASF-Chef beklagt „China-Bashing“ und will investieren – scharfe Kritik von Gewerkschaft

Martin Brudermüller, Vorstandsvorsitzender des Chemiekonzerns BASF.

Martin Brudermüller, Vorstandsvorsitzender des Chemiekonzerns BASF.

Ludwigshafen. Mit seiner Ankündigung, das Engagement des Konzerns in China weiter auszubauen, hat der BASF-Chef Martin Brudermüller Kritik auf sich gezogen. Der Vorsitzende der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), Michael Vassiliadis, sagte, der Chemiekonzern mache sich in der deutschen Industrie öffentlich zum „Frontrunner“ für eine Fortsetzung der bisherigen China-Strategie.

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„Ich warne davor, alles auf eine Karte zu setzen und die geopolitischen Risiken zu unterschätzen“, sagte Vassiliadis, dienstältester Aufsichtsrat bei BASF, dem Magazin „Spiegel“. Wenn BASF-Chef Martin Brudermüller „die Expansionspläne für China noch weiter antreiben und zugleich für die Standorte in Europa keine strategische Perspektive aufzeigen würde, wäre das nicht akzeptabel“. BASF wollte dazu keine Stellungnahme abgeben.

BASF will China-Geschäft noch weiter ausbauen

Brudermüller will die Kosten des Chemiekonzerns in Europa und vor allem in Deutschland so schnell wie möglich senken. In dieser Woche bekräftigte der Konzernchef im Rahmen der Veröffentlichung der Quartalszahlen, an der geplanten Investition von 10 Milliarden Euro in einen neuen Verbundstandort in China festhalten und den Umsatz in dem Land deutlich steigern zu wollen, wie unter anderem die Nachrichtenagentur Reuters berichtete. „Wir kommen in der Summe zum Schluss, dass es vorteilhaft ist, unser Engagement dort auszubauen“, sagte er demzufolge.

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Die Ankündigung der Bundesregierung, Deutschland werde in der Handelspolitik künftig einen schärferen Kurs gegen China fahren, hält Brudermüller für das falsche Vorgehen. Er fordert eine „Resilienzstrategie“ von der Bundesregierung. „Sie sollte hinaus in die Welt blicken und schauen, wo ist etwas nicht so, wie es sein sollte“, zitiert Reuters den Topmanager. Es gebe Defizite und Risiken nicht nur mit Blick auf China. „Ich glaube, es ist dringend notwendig, dass wir vom China-Bashing wegkommen und mal etwas selbstkritisch auf uns gucken.“

Brudermüller gehört Medienberichten zufolge der Wirtschaftsdelegation an, die Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) in der kommenden Woche auf seiner China-Reise begleitet. Scholz ist das erste Staatsoberhaupt, das mit Staatspräsident Xi Jinping zusammenkommt, seit dieser vom Parteikongress für eine dritte Amtszeit bestätigt wurde.

RND/dpa/seb

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