Kommentar

Der Umgang mit China ist auf zwei Arten naiv

Ein Container im Hamburger Hafen.

Ein Container im Hamburger Hafen.

Welche Folgen Naivität in Wirtschaft und Weltpolitik hat, erlebt Deutschland gerade auf die harte Tour am Beispiel Russland und Nord Stream. Nach diesem Lerneffekt ist es kein Wunder, dass angesichts der chinesischen Pläne für einen Einstieg beim Hamburger Containerterminal Tollerort überall lautstark vor Naivität im Umgang mit einer weiteren autoritären Großmacht gewarnt wird – völlig zu recht.

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Kaum besser ist allerdings eine andere Form der Naivität. In der – wieder mal emotionalisierten – Diskussion klingt durch, dass man Verbindungen zu China im Zweifel sowieso kappen und am besten ganz ohne das schwer verständliche und irgendwie bedrohliche Land auskommen solle.

Auch umgekehrt deutsche Beteiligung in China

Doch Vorsicht: Davon wird die Welt nicht besser. Wer glaubt, Deutschland könne die Handelsbeziehungen zur zweitgrößten Wirtschaftsmacht der Welt fallweise an- und ausknipsen, überschätzt sein Land. Es verdankt einen beträchtlichen Teil des Wohlstands dem Aufstieg Chinas – und nebenbei bemerkt ungezählten Beteiligungen deutscher Unternehmen dort. Ein vernünftiges und belastbares Verhältnis zu China ist genauso im europäischen Interesse wie das Verhindern von Erpressbarkeit durch eine chinesische Übermacht.

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 Containerschiff Cosco Shipping Aries 20.10.2022, DEU, Deutschland: Das Containerschiff Cosco Shipping Aries des chinesischen Unternehmens Cosco China Ocean Shipping Company liegt in der Nacht am Container-Terminal Tollerort der HHLA im Hamburger Hafen. Der geplante Verkauf von Teilen des Hamburger Hafens an den chinesichen Staatskonzern Cosco sorgt für Diskussionen auf Bundesebene. Hamburg Hamburg Deutschland *** Container ship Cosco Shipping Aries 20 10 2022, DEU, Germany The container ship Cosco Shipping Aries of the Chinese company Cosco China Ocean Shipping Company is moored at night at HHLAs Container Terminal Tollerort in the Port of Hamburg The planned sale of parts of the Port of Hamburg to the Chinese state-owned company Cosco i

Pekings langer Arm auf den Weltmeeren: Wer ist der umstrittene Investor für den Hamburger Hafen?

Chinas staatliche Reederei Cosco hat die letzten Jahre einen spektakulären wirtschaftlichen Aufstieg hingelegt. Die mögliche Investition in Deutschlands größten Hafen ist jedoch vor allem politisch motiviert.

Was folgt daraus für Hamburg? Die geplante Beteiligung ist sicher ein Puzzlestück in der staatlichen chinesischen Strategie, für sich genommen aber nicht bedrohlich. Warum nimmt man sie nicht als Verhandlungsmasse? Wenn sich ein chinesischer Staatskonzern an deutscher Infrastruktur beteiligen darf, muss dafür auch etwas auf der anderen Seite passieren. Öffnung sollte beidseitig sein. Alles andere wäre naiv.

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