Trotz globaler Krisen

Deutsche Wirtschaft wächst im dritten Quartal leicht

Eine Rangierlokomotive zieht im Hafen Wagen mit Containern. (Symbolbild)

Eine Rangierlokomotive zieht im Hafen Wagen mit Containern. (Symbolbild)

Wiesbaden. Die deutsche Wirtschaft ist trotz der Energiekrise im dritten Quartal gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im Vergleich zum Vorquartal um 0,3 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in einer ersten Schätzung mitteilte.

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Ökonomen hatten angesichts der wirtschaftlichen Folgen des Ukraine-Krieges im Schnitt dagegen mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung gerechnet. Sie erwarten, dass Europas größte Volkswirtschaft in den kommenden Quartalen schrumpft und damit in eine Rezession rutscht.

Lindner rechnet mit Mehreinnahmen von über 126 Milliarden Euro

„Gegenüber den Schätzergebnissen im Mai werden die nun vorliegenden Zahlen über die Jahre zusammen ein Plus von gut 126 Milliarden Euro zeigen.“ sagte Lindner.

Wirtschaft behauptet sich trotz schwieriger Bedingungen

Nach dem leichten Anstieg im zweiten Quartal von 0,1 Prozent habe sich die deutsche Wirtschaft trotz weltweit schwieriger Bedingungen behauptet, schreibt die Behörde mit Blick auf die anhaltende Corona-Pandemie, gestörte Lieferketten, steigender Preise und den Krieg in der Ukraine. „Die Wirtschaftsleistung im 3. Quartal 2022 wurde vor allem von den privaten Konsumausgaben getragen.“

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Das Wachstum hält sogar im Vergleich zum Vorkrisenniveau stand. Laut Angaben des Statistischen Bundesamts lag das Wirtschaftsplus im dritten Quartal um 0,2 Prozent über dem Wachstum des letzten Quartals 2019. Ausführliche Ergebnisse für das dritte Quartal 2022 will die Behörde Ende November veröffentlichen.

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Konsumforscher bewerten Situation weiter als angespannt

Ökonomen gehen davon aus, dass der deutschen Wirtschaft ein harter Winter bevorsteht. Zwar stabilisierte sich die Stimmung der Verbraucher zuletzt etwas. Die Situation bleibt nach Einschätzung der GfK-Konsumforscher aber angespannt. „Solange die Inflation hoch bleibt und Zweifel an einer uneingeschränkten Energieversorgung bestehen, wird sich das Konsumklima nicht spürbar und nachhaltig erholen können“, sagte GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl.

Die hohen Energiepreise belasten auch viele Unternehmen in Deutschland in wachsendem Maß. Die Stimmung in der Wirtschaft verschlechterte sich im Oktober erneut. Der Ifo-Geschäftsklimaindex fiel zum Vormonat geringfügig um 0,1 Punkte auf 84,3 Punkte. „Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft bleibt düster“, kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest.

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Für 2023 rechnen Volkswirte mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung

Für das Gesamtjahr 2022 sagen Prognosen noch ein Wachstum für die deutsche Wirtschaft voraus. Fürs kommende Jahr insgesamt rechnen Volkswirte mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung. Zwar dürfte der sich abzeichnende Konjunktureinbruch nach Einschätzung etlicher Ökonomen heftiger ausfallen als in vielen anderen Ländern Europas, aber bei weitem nicht so schlimm werden wie im Corona-Krisenjahr 2020. Damals war das Bruttoinlandsprodukt in Europas größter Volkswirtschaft um mehr als vier Prozent geschrumpft.

Die Bundesregierung erwartet für dieses Jahr noch ein Wirtschaftswachstum von 1,4 Prozent, im kommenden Jahr wird mit einem Rückgang um 0,4 Prozent gerechnet. Der Arbeitsmarkt sei aber nach wie vor robust. Die Ampel-Koalition will Verbraucher und Unternehmen wegen der hohen Energiepreise mit einem „Abwehrschirm“ in Höhe von bis zu 200 Milliarden Euro unterstützen.

RND/dpa/sic

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