Gestörte Lieferketten, steigende Lohnkosten

Energiekrise und Inflation: Bestattungen könnten teurer werden

Ein Sarg fährt automatisch in den Einäscherungsofen vom Krematorium Schönebeck. Das Krematorium hatte auf dem Dach Solarpanele installieren lassen, um die Energiekosten zu senken.

Ein Sarg fährt automatisch in den Einäscherungsofen vom Krematorium Schönebeck. Das Krematorium hatte auf dem Dach Solarpanele installieren lassen, um die Energiekosten zu senken.

Düsseldorf. Die hohen Preise für Energie und viele Materialien drohen auch Beerdigungen teuer werden zu lassen.

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„Ich habe von vielen Bestattern gehört, dass sie jetzt erst mal den Jahreswechsel abwarten wollen, wie sich die Preise weiter entwickeln“, sagte Elke Herrnberger, Pressesprecherin des Bundesverbands Deutscher Bestatter, der Deutschen Presse-Agentur. „Es wird so sein, dass die Bestattungen dem normalen Trend der Verbraucherkosten folgen werden.“

Und der weist derzeit stetig nach oben: Im Oktober legten die Verbraucherpreise nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Freitag gegenüber dem Vorjahresmonat um 10,4 Prozent zu. Es war der stärkste Anstieg seit etwa 70 Jahren.

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Prognose für ganze Branche nicht möglich

Die Bestatterbranche wird von mehreren Krisen gleichzeitig getroffen: Gestörte Lieferketten, die Energiekrise sowie steigende Kosten für Holz, Löhne und vieles andere machen der Branche zu schaffen. „Die Mehrheit der Krematorien hat als primäre Energiequelle Gas. Und das wird sich so schnell auch nicht ändern“, sagte Herrnberger. Allerdings gebe es auch „Bestattungsunternehmen, die von den gestiegenen Energiekosten kaum betroffen sind, weil sie beim letzten Umbau auf Photovoltaik und Elektroautos umgestiegen sind“. Eine Prognose für die gesamte Branche lasse sich daher kaum geben.

Welche Variante teurer ist - ob Feuer- oder Erdbestattung - das hängt von vielen Faktoren ab und lässt sich nicht pauschal sagen. „Es gibt die Kremations- und Überführungskosten. Dafür sind die Friedhofsgebühren für ein Urnengrab vielleicht nicht so hoch“, sagte Herrnberger.

Trauernden und Vorsorgenden rät sie, nicht den Preis über die Frage nach Feuer- oder Erdbestattung entscheiden zu lassen. „Da sollte man schauen, was der Verstorbene sich gewünscht hat, weil man beide Varianten individuell ausgestalten kann.“ Hier sollte der Bestatter beratend zur Seite stehen.

Viele Stellschrauben zur Kostensenkung sieht Herrnberger nicht: „Da die Bestattungsbranche eine hochpersönliche Dienstleistung ist, hat man da nicht viele Möglichkeiten.“ Die Hoffnungen ruhen auf kreativen, neuartigen Beisetzungsmöglichkeiten. „Dort kann man auch mit einem kleinen Portemonnaie eine schöne und würdevolle Bestattung durchführen“, sagte Herrnberger mit Blick auf Gemeinschaftsgrabanlagen. Es müsse nicht unbedingt ein Einzelgrab sein: „Bestatter kennen in der Regel die vielfältigen Angebote der ortsnahen Friedhöfe.“

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RND/dpa

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