Neuwagen werden teurer

Harte Zeiten für die Autoindustrie: Experten warnen vor steigenden Preisen

Ein Güterzug mit neuen Elektrofahrzeugen steht neben dem Werksgelände. Monatelang haben Lieferprobleme bei Halbleitern der Autobranche zu schaffen gemacht, nun schwächelt auch die Nachfrage: Die Industrie hat ihre Absatzerwartungen für das laufende Jahr deshalb erneut nach unten korrigiert.

Ein Güterzug mit neuen Elektrofahrzeugen steht neben dem Werksgelände. Monatelang haben Lieferprobleme bei Halbleitern der Autobranche zu schaffen gemacht, nun schwächelt auch die Nachfrage: Die Industrie hat ihre Absatzerwartungen für das laufende Jahr deshalb erneut nach unten korrigiert.

München. Wer sich trotz der schwierigen wirtschaftlichen Entwicklung für den Kauf eines Neuwagens interessiert, muss sich auf weiter steigende Preise einrichten. Die Hersteller treiben nach Einschätzung des Center Automotive Research (CAR) die Preise mit verdeckten und offenen Maßnahmen nach oben.

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So hätten Fiat und BMW bei gefragten Modellen jeweils die preiswerte Einstiegsvariante gestrichen, berichtete Studienleiter Ferdinand Dudenhöffer am Freitag. Zudem wurden die Rabatte bei frei im Internet konfigurierbaren Neuwagen zurückgenommen, weniger Fahrzeuge auf eigene Rechnung zugelassen und zudem die Preise für die sogenannten Auto-Abos einschließlich Versicherungen hochgesetzt.

Wie das Nachrichtenportal „welt.de“ in Bezug auf die Analyse des CAR berichtet, sind die Preise für die 30 meistverkauften Verbrennerautos im August um 7,5 Prozent gestiegen – bei E-Motoren lag der Preisanstieg sogar bei 8,2 Prozent. Zeitgleich seien die Rabatte so tief gefallen wie seit zehn Jahren nicht mehr. Die Experten gehen angesichts steigender Energie- und Rohstoffpreise zudem in Zukunft von weiteren Preissteigerungen aus.

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Vorläufig könnten die Hersteller noch die zahlreich aufgelaufenen Vorbestellungen abarbeiten, sagt Dudenhöffer. Doch das Bild werde sich bald ändern, wenn neben den steigenden Preisen auch noch die Kreditzinsen anziehen und gleichzeitig das Ausfallrisiko bei den Konsumentenkrediten steige. „Da mehr als zwei Dritteln der Neuwagenzulassungen von Privatkunden Kreditverträge zugrunde liegen, tritt ein doppelter Inflationseffekt auf“, warnt er. Auf die Autoindustrie kämen harte Zeiten zu.

Ifo-Institut: schlechtes Gesamtklima

Auch das Ifo-Institut sieht eine Verschlechterung der Lage der deutschen Autobranche. Laut einer Unternehmensbefragung fiel der Index von plus 7,5 Punkten im Juli auf minus zehn Punkte im August. Die Erwartungen hellten sich etwas auf, von minus vier auf null Punkte. Aber insgesamt war das Gesamtklima in der Autoindustrie damit erstmals seit April wieder unter null.

„Die allgemeine Eintrübung der Konjunktur zeigt sich auch in der Autobranche“, sagte Professor Oliver Falck am Freitag in München. „Dabei sind die Zulieferer deutlich schlechterer Stimmung als die Hersteller.“ Die Unternehmen zeigten sich im August auch zurückhaltender, Personal einzustellen. Der Indikator für die Beschäftigungspläne der Branche sank von plus 9,5 auf minus 3,6 Punkte.

RND/dpa/ag

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