Weniger Nachfrage für Bio und Alkohol

Familien wollen an Lebensmitteln sparen

An Obst und Gemüse wollen Verbraucher noch am wenigsten sparen. Anders sieht es bei regionaler und Bio-Ware aus.

An Obst und Gemüse wollen Verbraucher noch am wenigsten sparen. Anders sieht es bei regionaler und Bio-Ware aus.

München. Gerade hat der Bund angekündigt, sich mit bis zu 200 Milliarden Euro gegen explodierende Energiepreise stemmen und Bürger wie Firmen schützen zu wollen. Es gibt aber noch einen zweiten Inflationstreiber und das sind Lebensmittel. Wenn es stimmt, was der Online-Supermarkt Knuspr ermittelt hat, dürften sich Familien hier demnächst gezwungen sehen, zu sparen. Acht von zehn befragten Müttern, die in Familien meist für den Lebensmitteleinkauf zuständig sind, wollen beim Essen und Trinken auf die Bremse treten, hat das Marktforschungsinstitut Appinio im Auftrag von Knuspr ermittelt. „Verlierer werden vor allem regionale und Bio-Lebensmittel sein“, sagt Knuspr-Marketingchef Peter Hoffmann. Drei von vier Befragten hätten ausdrücklich Bio-Ware als Sparziel genannt, fast neun von zehn regionale Frischprodukte.

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Letztere könnten preislich oft nicht mit Obst und Gemüse aus Spanien oder Italien mithalten, erklärt Hoffmann. Repräsentativ sei die Umfrage unter bundesweit 500 Müttern zwar nicht. Zweifel, dass die Ergebnisse in die richtige Richtung weisen hat der Lebensmittelhändler aber nicht. Familien mit Kindern habe man gezielt befragt, weil die von Inflation oft besonders betroffen seien.

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Regionale und Bio-Lebensmittel seien lange besonders gefragt gewesen, betont Hoffmann. Wer auf das Geld schauen müsse, sehe aber nun vor allem dort Sparmöglichkeiten. Zwei von drei Befragten haben erklärt, künftig mehr Lebensmittel von geringerer Qualität aber günstigerem Preis kaufen zu wollen. Fast 92 Prozent stimmen folgender Aussage zu, die die Bundesregierung hellhörig machen sollte: „Ich finde, dass die Politik hinsichtlich der steigenden Preise im Lebensmittelhandel eingreifen sollte.“

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Hochwertige Lebensmittel müssten für alle bezahlbar bleiben, findet auch Knuspr. In Spanien würden entsprechende Preisdeckel im Gegensatz zu Deutschland bereits auf Ministerialebene diskutiert. Hoffmann plädiert dabei für eine Abschaffung der Mehrwertsteuer auf Bio-Lebensmittel.

Nur an Kindern wird nicht gespart

Die Sparabsichten von Familien gehen zudem über Essen und Trinken hinaus. Rund zwei Drittel wollen laut Umfrage auch bei Kino und Theater, Kleidung und Urlaub finanziell auf die Bremse treten. Ausnahme sind nur Kindersachen. Nur knapp ein Drittel hat erklärt, künftig an den eigenen Kindern sparen zu wollen. Nicht einmal zwei Prozent haben allerdings auch geantwortet, gar nicht sparen zu wollen.

Im Lebensmittelbereich kommt Obst und Gemüse noch am besten davon. Hier wollen zwei von drei Müttern auch künftig nicht auf den Preis achten. Bei Kaffee, Fleisch, Fisch und Käse will aber schon mehr als jede zweite kürzer treten, bei Schokolade und Süßigkeiten sind es gut drei Viertel. Einzig positiver Aspekt hinsichtlich Volksgesundheit ist, dass fast neun von zehn Befragten vor allem auch weniger Alkohol kaufen wollen. Väter wurden allerdings nicht befragt.

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Knuspr reagiert auf die sich abzeichnende Entwicklung mit Sortimentsumstellung. Es würden mehr kostengünstige Bio-Produkte angeboten, kündigte Hoffmann an. Zudem gebe es 15 Produkte von Brot und Eier über Hackfleisch und Schinken bis Milch und Zucker für die der in Deutschland im Raum München und Frankfurt aktive Lieferdienst bis Ostern einen Preisstopp verhängt hat. Der gelte auch für Klopapier und Küchentücher, betont Hoffmann. Dafür habe Knuspr schon rund 20-prozentige Preiserhöhungen von Lieferanten erhalten, die aber nun nicht an Kunden weitergegeben würden. Verdient werde an diesen Produkten jetzt nichts mehr. Auch Öl, Butter und Käse hätten preislich schon stark angezogen. Bei anderen Lebensmitteln erwarte man demnächst weitere Preiserhöhungen im prozentual zweistelligen Bereich.

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