Belastung für kleine Unternehmen

Ifo-Chef warnt: Höherer Mindestlohn ist Inflationstreiber

Wirtschaftsforscher Clemens Fuest warnt vor einer weiteren Inflationssteigerung durch die Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns auf zwölf Euro.

Wirtschaftsforscher Clemens Fuest warnt vor einer weiteren Inflationssteigerung durch die Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns auf zwölf Euro.

Düsseldorf. Der Wirtschaftsforscher Clemens Fuest warnt vor einer weiteren Inflationssteigerung durch die Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns auf zwölf Euro. „Soweit der Mindestlohn das Einkommen von vulnerablen Gruppen im untersten Einkommensbereich erhöht, ist er hilfreich“, sagte der Präsident des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Samstag). Allerdings belaste er vor allem kleine Unternehmen, die ohnehin unter steigenden Energiepreisen litten. „Sie werden die höheren Löhne soweit möglich durch höhere Preise überwälzen, dadurch verstärkt sich die Inflation.“

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Mindestlohn stieg am Samstag auf zwölf Euro pro Stunde

Zwar steige der Mindestlohn nominal um rund 15 Prozent, sagte Fuest. Durch die aktuelle Inflationsentwicklung reduziere sich die reale Lohnerhöhung aufgrund der Mindestlohnsteigerung aber auf fünf Prozent. Entsprechend begrenzt sei der Kaufkrafteffekt. Der Mindestlohn stieg am Samstag von bisher 10,45 Euro auf zwölf Euro pro Stunde.

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Kritik äußerte der Ifo-Chef auch am Verfahren der Bundesregierung beim geplanten 200-Milliarden-Euro-Gaspreisdeckel. Geld könne auch viel Schaden anrichten, sagte er. Die größte Gefahr bestehe darin, dass die Hilfen die Nachfrage nach Energie in die Höhe schrauben: „Wenn mehr Geld auf eine beschränkte Menge an Gas losgelassen wird, treibt das nur den Gasverbrauch und die Preise in die Höhe“, erklärte Fuest. Er forderte die Bundesregierung auf, mehr Energiesparanreize zu setzen und pauschale Hilfen stärker auf Niedrigverdiener und stark betroffene Unternehmen auszurichten.

RND/epd

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