Temperaturen im Winter stärker absenken

Immobilienkonzern-Chef stimmt Menschen auf Wärmeverzicht im Winter ein

Ein Mann dreht in einer Wohnung am Thermostat einer Heizung. (Symbolbild)

Ein Mann dreht in einer Wohnung am Thermostat einer Heizung. (Symbolbild)

Düsseldorf. Deutschlands zweitgrößter privater Immobilienkonzern LEG stimmt die Mieter auf harte Zeiten ein. „Ich glaube, dass in der derzeitigen Kriegssituation der Bevölkerung in Deutschland klargemacht werden muss, dass jetzt Verzicht angesagt ist“, sagte LEG-Chef Lars von Lackum dem „Handelsblatt“. „Und das wird ein Wärmeverzicht sein - das muss man klar politisch aussprechen.“ In den eigenen vier Wänden einen zusätzlichen Pullover anzuziehen, werde da womöglich nicht ausreichen. „Es wird wohl noch eine warme Wolldecke vonnöten sein.“

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Von Lackum betonte, für Deutschland als Industrieland sei es wichtig, in der Gaskrise Wege zu finden, die eigene Wirtschaft produktionsfähig zu halten. Deshalb müsse die Politik den Menschen jetzt rasch reinen Wein einschenken und klar machen, dass Verzicht notwendig sei. „Wir haben doch nichts davon, wenn wir es privat alle warm haben, aber niemand mehr zur Arbeit geht, weil die Firmen reihenweise die Produktion einstellen.“

Habeck kündigt zusätzliches Energiesparpaket an

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hat ein weiteres Paket zur Energiesicherung in Deutschland vorgestellt.

„Wir brauchen für den Winter eine gesetzliche Möglichkeit, die Temperaturen stärker als bisher absenken zu dürfen“, sagte der Manager. „Ohne harte Entscheidungen werden wir im Winter in große Probleme laufen.“ Die Entscheidung müsse rasch fallen. Denn die Umstellung der Heizungsanlagen werde Monate dauern.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Ein bis zwei Monatsmieten mehr

Der LEG-Chef rechnet damit, dass auf die Mieter des Wohnungsriesen bei der Nebenkostenabrechnung im nächsten Jahr wegen der hohen Gaspreise „eine Zahlung von ein bis zwei Monatsmieten zusätzlich“ zukommt. „Das wird viele finanziell überfordern“, warnte er.

Die LEG werde wie in der Corona-Krise Ratenzahlungen oder Ähnliches anbieten, aber das sei nur eine vorübergehende Hilfe. „Wir gehen davon aus, dass bundesweit bis zu 20 Prozent der Mieter das Problem mit den Energiepreisen finanziell alleine nicht mehr in den Griff bekommen“, warnte von Lackum. Deshalb sei ein Kündigungsmoratorium eine sinnvolle Maßnahme. Ohne staatliche Hilfe werde die Situation am Ende aber nicht zu bewältigen sein.

RND/dpa

Mehr aus Wirtschaft

 
 
 
 
 
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Verwandte Themen

Letzte Meldungen