Kommentar

EU-Kommission verzichtet auf Gaspreisdeckel – zum Glück!

Der Schriftzug «Gas» steht auf einer Straßenkappe.

Der Schriftzug Gas steht auf einer Straßenkappe.

Frankfurt am Main. Die Vorschläge der EU‑Kommission zum Drücken der Energiepreise wirken auf den ersten Blick wie einer dieser mutlosen und schäbigen Kompromisse, die in Brüssel immer wieder zurechtgezimmert werden. Doch diesmal hat die Kommission klug und umsichtig gehandelt. So wird es die von 15 Regierungen geforderten harten Preisobergrenzen vorerst nicht geben. Gut so. Was da in der Diskussion war, hätte brandgefährlich werden können für Verbrauchende und Unternehmen.

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Das gilt insbesondere für das favorisierte hispanische Modell. Es handelt sich um ein Instrument, das elektrische Energie, die mittels Methan erzeugt wird, massiv subventioniert. Mit der Folge, dass in Spanien zwar der Strompreis gesunken, zugleich aber der Gasverbrauch deutlich gestiegen ist. Auf die gesamte EU übertragen, könnte dies dazu führen, dass Europa im Winter in einen extremen Gasnotstand hinein laufen könnte. Zur Besänftigung der 15 Staatschefs steht in den Papieren nur noch eine harte Preisobergrenze für den europäischen Großhandel – aber als allerletztes Mittel. Von dem also nicht Gebrauch gemacht werden soll.

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Jetzt braucht es eine kluge Einkaufsstrategie

In die richtige Richtung geht, dass ein Werkzeug zur gemeinsamen Beschaffung von Erdgas endlich zur Verfügung gestellt werden soll. Das ist dringend nötig, um zu verhindern, dass einzelne Staaten sich weiter bei der Beschaffung von Gas gegenseitig überbieten. Jetzt braucht es aber noch ein zusätzliches Instrument: nämlich eine kluge Einkaufsstrategie. Denn in den vergangenen Monaten wurde auf Anweisung der Politik wie wild gehamstert, was ein maßgeblicher Faktor dafür war, dass die Gaspreise in astronomische Höhen getrieben wurden. Die Regierungen dürfen künftig nur Vorgaben machen, wann wieviel Gas in die Speicher soll. Die Beschaffung selbst sollten Profieinkäufer und Profieinkäuferinnen in den Gasunternehmen übernehmen. Die wissen, wie der Brennstoff besorgt wird, ohne den gesamten Markt auf den Kopf zu stellen.

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