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Kommentar

Konzerne reiten sich immer wieder selbst rein

Allianz-Chef Oliver Bäte ist seit zwei Jahren mit den Folgen der US-Geschäfte beschäftigt.

Die Eigenheiten des amerikanischen Haftungsrechts sind legendär. Dass es dort einen „strafenden Schadensersatz“ gibt und Laienjurys ein gewichtiges Wort mitsprechen, dass die Staatsanwaltschaft gänzlich anders agiert als hier, eine klagefreudige Anwaltsindustrie Kunden sammelt und es schnell um ungeahnte Beträge gehen kann – all das lässt deutsche Manager seit Jahren schaudern. Nein, seit Jahrzehnten: Wer heute in der Chefetage sitzt, hat davon oft schon im Studium gehört.

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„Profiteure der Marktwirtschaft müssen einen Teil ihrer Profite teilen“

Die Teuerung ist nicht nur für den eigenen Geldbeutel eine große Bedrohung. Der Wirtschaftswissenschaftler Prof. Thomas Straubhaar befürchtet, dass viele Menschen das Vertrauen in die Marktwirtschaft verlieren könnten. Im Interview begründet er, warum wohlhabendere Menschen etwas von ihrem Reichtum abgeben müssen und warum das Grundeigentum gerade jetzt eine gute Lösung wäre.

Gebracht hat es aber offenbar nicht viel. Volkswagen schätzte die Strafzahlung für seinen Abgasbetrug in den USA zunächst ungefähr zwei Nullen zu niedrig ein. Bayer kaufte sehenden Auges für viel Geld das Megarisiko Monsanto. Und der Allianz-Konzern ließ seine Fondsmanager in den USA Produkte verkaufen, die so gar nicht zum Bild eines soliden Versicherers passen. Und die sie im Börsencrash offenbar nicht hinreichend beherrschten. Die Folge auch hier: schwerer Imageschaden, Verlust an Börsenwert, Kosten in Milliardenhöhe.

Der Holzhammer beweist Wirksamkeit

Es ist zu billig, das auf die Absonderlichkeiten eines fremden Rechtssystems zu schieben. Denn erstens sollten sich Manager, die über Globalisierung und interkulturelles Management dozieren, dort hineindenken können. Zweitens hat das US-System nicht selten seine Berechtigung bewiesen. Sein Holzhammer ist äußerst wirksam bei der Durchsetzung gültiger Normen.

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Und drittens sind die Folgen für die Unternehmen selbst gemachte Leiden. Viele dieser Skandale haben ihren Ursprung in ausgesprochen überflüssigen Fehlern. Ob VW, Bayer oder Allianz: Selten waren Desaster so leicht vermeidbar.

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