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Reallohnrechner: Wie die Inflation Ihrem Gehalt die Kaufkraft stiehlt

Gehalt hat weniger Kaufkraft.

Die Inflation klettert in Deutschland seit Jahresbeginn auf immer neue Höchststände. Von Januar bis März hat das bereits spürbar die Kaufkraft der Bürger geschmälert. Zwar sind die Löhne der Deutschen auf dem Papier um 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Die Inflation lag aber mit 5,8 Prozent noch ein gutes Stück darüber. Unter dem Strich sanken die Reallöhne um 1,8 Prozent.

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Rechner ermittelt, was das Gehalt noch Wert ist

Seitdem hat sich die Teuerung weiter verschärft. Im Mai 2022 hat das Statistische Bundesamt in Deutschland eine Inflationsrate von 7,9 Prozent gemessen, der höchste Wert seit 40 Jahren. Wie sich die Preissteigerungen auf Ihr persönliches Gehalt auswirken, ermittelt der Reallohnrechner des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND).

Geben Sie dazu Ihr derzeitiges Gehalt und den Monat der letzten Gehaltserhöhung ein und lassen sich ausrechnen, wie viel Euro jeden Monat der Inflation zum Opfer fallen. Sie können auch Ihr Bundesland auswählen, um die passende Inflationsrate zu Grunde zu legen.

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Der Berechnung der Preissteigerung liegt ein imaginärer Warenkorb zugrunde, eine Auswahl von Produkten und Dienstleistungen also, deren Preise überwacht werden. Über die Zusammensetzung des Warenkorbes haben sich die Bundesstatistiker viele Gedanken gemacht, der Warenkorb gilt als repräsentativ.

Individuelle Teuerung kann abweichen

Wie immer bei der Betrachtung von Durchschnittswerten gilt jedoch, dass die einzelnen Fälle davon abweichen können. Je nach individuellen Konsumgewohnheiten kann sich deshalb auch die persönliche Inflationsrate deutlich vom Durchschnitt unterscheiden. Wer beispielsweise aufgrund eines Altvertrags besonders günstig mietet oder wer kein Auto fährt und folglich nicht tanken muss, kommt günstiger weg. Mit einem weiteren Kalkulator, dem RND-Inflationsrechner, können Sie sich die Teuerungsrate Ihres persönlichen Warenkorbs ausrechnen lassen.

Im Durchschnitt der Bevölkerung gilt: Nach vielen Jahren des Aufschwungs sind vorerst keine steigenden Reallöhne mehr zu erwarten. Bereits in den vergangenen beiden Jahren hatten wegen der Kurzarbeit in der Corona-Pandemie die Löhne nur leicht zugelegt, sodass bereits eine moderate Inflationsrate reichte, um die Reallöhne ins Minus zu drücken. Vor der Pandemie waren die Reallöhne viele Jahre lang gewachsen.

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In den kommenden Monaten wird sich für viele Beschäftigte herausstellen, wie die Entwicklung weitergeht. Für knapp 10 Millionen Ar­beit­neh­me­rin­nen und Arbeitnehmer wird in diesem Jahr über neue Vergütungstarifverträge verhandelt. Die größte Gruppe sind dabei die rund 3,9 Millionen Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie.

Gewerkschaften wollen Inflation ausgleichen

Mit welchen Forderungen die IG Metall in die im Herbst beginnenden Tarifverhandlungen gehen wird, ist derzeit noch offen. Dass kräftige Lohnerhöhungen ein zentrales Ziel sein werden, steht für IG-Metall-Chef Jörg Hofmann außer Frage. „Natürlich erwarten die Beschäftigten nun, dass es wieder eine ordentliche Erhöhung gibt und es nicht zu Reallohnverlusten kommt“, sagte der Chef der mächtigsten deutschen Gewerkschaft.

Eine Lohn-Preis-Spirale droht

Drehen sich stark steigende Verbraucherpreise und Löhne wie in einer Spirale hoch, könnte sich die Inflation auf hohem Niveau verfestigen. Die Gefahr ist nicht von der Hand zu weisen, dass es zur gefürchteten „Lohn-Preis-Spirale“ kommt, bei der die Gewerkschaften zum Ausgleich der Preissteigerung besonders hohe Lohnabschlüsse fordern, die wiederum die Inflation zusätzlich befeuern und damit einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden anrichten würden.

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Für den Einzelnen dürfte der Erhalt der eigenen Kaufkraft jedoch wichtiger sein als einen kleinen Beitrag zur Abwendung volkswirtschaftlicher Schäden zu leisten. Die Ansage der neugewählten DGB-Vorsitzenden Yasmin Fahimi dürfte deshalb viele Beschäftigtenherzen höherschlagen lassen. Die Gewerkschaften ließen sich „diesen Unsinn einer Lohn-Preis-Spirale wegen der grassierenden Inflation nicht aufquatschen“, so Fahimi. „Wer jetzt Lohnzurückhaltung verlangt, der will in Wahrheit nichts anderes, als die Krisenbewältigung allein auf dem Rücken der Beschäftigten abzuladen“, sagte sie auf dem DGB-Bundeskongress Anfang Mai. „Und das werden wir nicht mitmachen.“

Kanzler Scholz plant konzertierte Aktion

Bundeskanzler Olaf Scholz hat Arbeitgeber und Gewerkschaften am 4. Juli zu einer sogenannten konzertierten Aktion eingeladen, um zu besprechen, wie man am besten mit der Inflation umgeht. Frank Werneke, Chef der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, hat frühzeitig klargemacht, dass es in den Gesprächen nicht um Lohnverhandlungen gehen könne. „Die Politik sollte sich aus diesen Dingen heraushalten“, so der Verdi-Vorsitzende. Steigende Preise müssten durch steigende Tarife ausgeglichen werden.

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