Microsoft-Chef Berg

„Bei uns zu Hause gibt’s einmal die Woche PC-Stunde“

Herr Berg, vor ein paar Monaten konnte man lesen, dass bei Ihnen zu Hause sieben Computer in Betrieb sind, und auf allen lief damals Windows Vista. Wofür genau brauchen Sie denn so viele Rechner?
Als oberster Produkttester bei uns habe ich immer die neueste Software von Microsoft installiert. Das ist ein Hobby von mir - ich melde bei Produkten auch die ganz kleinen Fehler an unsere Entwickler. Auf unseren Rechnern läuft inzwischen Windows 7, und wir brauchen tatsächlich alle sieben. Mein Sohn hat einen, meine Frau und ich teilen uns einen weiteren Desktop-PC, dazu haben wir zwei Notebooks. Dann habe ich ein Webpad, also ein berührungsempfindliches Display, mit dem ich das gesamte Haus steuern kann. Außerdem noch einen Home Server, auf dem unsere Daten lagern. Und einen Testrechner, auf dem ich Programme ausprobiere, die nicht auf dem Notebook laufen sollen, mit dem ich täglich arbeite.

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Sie steuern Ihr Haus über einen Computer - was heißt das genau?
Ich wohne in einem intelligenten Haus. Da kann ich elektronisch steuern, wann die Jalousien hoch- und runtergehen, und ein Computer entscheidet anhand der Außentemperatur, wie warm er die Räume heizen muss. Als Türschloss nutzen wir ein Lesegerät für den Fingerabdruck. Alles das muss ja elektronisch hinterlegt sein, deshalb brauchen wir den Steuerungscomputer.

Nun sind Sie hier auf der CeBIT, und nicht zu Hause. Wie viel künstliche Intelligenz haben Sie denn unterwegs dabei? Anders gefragt: Wie viele Geräte tragen Sie in diesem Moment mit sich herum?
Ich versuche, so wenig wie möglich mitzunehmen. Was unbedingt dabei sein muss, ist ein Multimediahandy mit allen Funktionen, also E-Mails und Kalender. Das ist selbstverständlich. Dazu habe ich in der Regel ein kleines Notebook dabei, das unbedingt eine große Akkulaufzeit haben muss. Denn damit will ich den ganzen Tag arbeiten, meine Mails lesen und Unterlagen bearbeiten. Im Moment nutze ich ein Sony Vaio mit neun Stunden Laufzeit. Dann brauche ich kein Netzteil, und das ist mir besonders wichtig - mit leichtem Gepäck zu reisen.

Und darauf läuft auch Windows 7?
Das würde darauf laufen, wenn ich es nicht erst gestern bekommen hätte. (lacht)

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Wie häufig wechseln Sie denn Ihre Geräte?
Mein Notebook hält in der Regel ein Jahr. Aber ich probiere sehr gern Neues aus. Das kann ich auch, denn ich habe alle meine Daten online, in der Wolke. Wenn ich dann ein Gerät austausche, braucht es nur einen Knopfdruck, und die Daten werden automatisch übertragen. Selbst wenn mein Gerät gestohlen würde, wären noch alle Daten da, und sie wären auch geschützt.

Wie sicher ist das denn? Welche Schutzmaßnahmen nutzen Sie persönlich, um ihre Daten gegen Angriffe zu verteidigen?
Der Onlinespeicher für die privaten Daten ist schon sehr sicher. Zusätzlich haben meine Festplatten eine "Bitlocker"-Verschlüsselung, die verhindert, dass ein unbefugter Nutzer sie lesen kann. Aber es ist trotzdem ganz wichtig, den Rechner immer abzuschließen, wenn ich ihn verlasse. Das mache ich auch bei meinem Handy: Ohne Passwort kommt man nicht an meine Daten.

Stichwort Passwort. Es wird immer wieder darauf verwiesen, dass Nutzer sehr leichtfertig zu simple Kennwörter vergeben, die einfach geknackt werden können. Wie vergeben Sie Passwörter?
Zunächst mal sind meine Kennwörter sehr lang. Außerdem benutze ich immer Zahlen und Sonderzeichen. Dafür merke ich mir häufig einen Satz, und verwende dann die Anfangsbuchstaben der einzelnen Wörter. Vor allem aber ändere ich das Passwort regelmäßig, und auch die Logik, nach der ich es erstelle. Die werde ich Ihnen hier jetzt aber nicht verraten. Sicherheit ist für uns ein Riesenthema, denn Microsofts Internetseiten werden jeden Tag millionenfach angegriffen. Deshalb haben wir extrem gut gesicherte Rechenzentren.

Zurück zur Familie Berg. Geben Sie Ihrer Frau und Ihrem Sohn auch Tipps, wie sie sich am besten online verhalten sollen?
Das mache ich tatsächlich, vor allem bei meinem Sohn. Er ist elf Jahre alt und in einem technischen Experimentierstadium. Bei seinen ersten Erfahrungen mit dem PC will ich ihn unbedingt begleiten. Deshalb setze ich mich mit ihm einmal pro Woche für eine Stunde hin und mache eine Art familieninterne Schulung. Meist machen wir das am Sonntagvormittag. Das hat er sich so gewünscht. Er stellt mir Fragen, und ich erkläre ihm dann, wie er Ordner anlegt, den Server bedient und auch, welche Seiten er sich im Netz anschaut. Dadurch lernt er, damit umzugehen, und zwar viel besser als durch Verbote. Früher haben wir bestimmte Seiten gesperrt, das war aber der falsche Weg. Jetzt kann er zwar alles anschauen, aber wir schauen das hinterher durch und besprechen es mit ihm.

Und bei welchen Seiten würden Sie mit ihm mal ein ernstes Wort reden?
Er soll einfach keine dubiosen Seiten anschauen.

Zählen Sie dazu auch soziale Netzwerke wie schuelerVZ? Würden Sie es ablehnen, wenn er sich dort tummelte?
Ich bin selbst bei Facebook. Soziale Netzwerke sind wichtig und richtig. Deswegen fände ich es vollkommen okay, wenn er solche Seiten nutzen würde. Dagegen spricht nichts - aber auch damit muss er umgehen können.

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Wo setzen Sie denn da Grenzen? Was wäre zum Beispiel, wenn er Familienfotos auf solche Seiten hochladen würde?
Da haben wir eine klare Vereinbarung getroffen: Er darf keine Fotos einstellen, die er nicht vorher mit mir abgesprochen hat. Denn er weiß aus unseren kleinen Seminaren, dass Fotos im Internet nicht mehr verschwinden. Auch wenn man sie löscht - sie bleiben doch irgendwo gespeichert.

Wann werden sich denn die Rollen umkehren? Wann bringt Ihr Sohn Ihnen Neues bei?
Der Tag wird kommen, an dem mein Sohn mich nicht nur beim Autorennen an der Xbox schlagen wird, sondern auch in Sachen Computer. Das wird mich als Informatiker dann sehr stolz machen.

Interview: Marcus Schwarze und Alexander Nortrup

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