BMW i4 im Test: Das kann Deutschlands erster Tesla-Jäger

Tesla fest im Blick: Der i4 ist BMWs erstes E-Auto, bei dem sich alles um die Freude am Fahren dreht.

Tesla fest im Blick: Der i4 ist BMWs erstes E-Auto, bei dem sich alles um die Freude am Fahren dreht.

Bislang ist der kalifornischen Autobauer Tesla mit seinem Model 3 weitgehend alleine unterwegs. Diese Art von Monopolstellung wirkt sich in Zeiten boomender Nachfrage nach E-Autos natürlich entsprechend auf die Zulassungszahlen aus. Im September führte die elektrische Mittelklasselimousine in Deutschland sogar ihr Segment an, wohlgemerkt vor den konventionellen Verbrennermodellen von Mercedes, Audi und BMW. Eine kleine Sensation.

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Doch endlich tut sich was bei der Konkurrenz. Volvos Tochter Polestar versucht es seit gut einem Jahr mit dem Polestar 2 – mit mäßigem Erfolg. Größere Chancen räumen Experten dem i4 von BMW ein, der Ende November auf den Markt kommt und auf den Kunden bereits sechs Monate warten müssen. „Die Nachfrage übertrifft unsere Erwartungen deutlich“, sagt Projektmanager Andreas Ederer.

Geschmeidiges und hochdynamisches Auto im Stil des 4er Gran Coupé

Was wenig wundert. Die schnittige Coupélimousine entspricht in Form und Größe dem 4er Gran Coupé. Mit vollelektrischem Antrieb wird daraus ein geschmeidiges und gleichzeitig hochdynamisches Auto, das jede Menge Fahrspaß garantiert. Zumal die Entwickler bei BMW dem i4 alles an aktueller e-Drive-Technik unter die Karosserie gepackt haben, was derzeit möglich ist. Schon die Basis i4 eDrive40 tritt mit 250 kW (340 PS) an, hat Hinterradantrieb und schafft bis zu 590 Kilometer an Reichweite. Preis: 58.300 Euro.

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Beim 544 PS starken Performance-M-Modell kommt vorne und hinten je ein Elektromotor zum Einsatz.

Beim 544 PS starken Performance-M-Modell kommt vorne und hinten je ein Elektromotor zum Einsatz.

Das Topmodel i4 M50 packten die Vertriebsstrategen ins Portfolio der Performance-Tochter, der M GmbH. Nicht ohne Grund: Im i4 M50 stecken satte 400 kW (544 PS), die sich auf zwei E-Maschinen aufteilen und die Allradlimousine zum Supersportwagen werden lassen. Dass dieses Auto kein Schnäppchen sein kann, versteht sich von selbst. Mindestens 69.900 Euro müssen überwiesen werden. Kleines Trostpflaster: Im Unterhalt ist der i4 laut interner Analyse zirka 30 Prozent günstiger als ein vergleichbares Modell mit Verbrennungsmotor.

Leichtes Design und intuitive Bedienung

Mag der Ungeübte von außen nicht sofort erkennen, dass hier eine Elektrolimousine ums Eck biegt, die Ähnlichkeit zu den Benzin- und Diesel-Brüdern ist beabsichtigt. Der i4 soll eben nur eine Antriebsvariante des 4er Gran Coupé darstellen. Daher blieb die Fahrgastzelle weitgehend identisch und nur an Front und Heck wurden Detailänderungen vorgenommen, wie beispielsweise am Grill, der seine Kühlfunktion zum großen Teil verloren hat und im oberen Abschnitt zum Hightechschild mutierte. Dahinter stecken diverse Sensoren und Radar fürs semiautonome Fahren nach Level 2 plus.

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Im Cockpit spendierten die Designer dem i4 ein neues Layout, bei dem vor allem das schmale, lange und dünne Display ins Auge fällt. Es wirkt freischwebend und ragt bis weit über die Mitte des Armaturenträgers hinaus. Brillanz, Darstellungen und Reaktionsschnelligkeit sind perfekt, die Bedienung erschließt sich nahezu intuitiv. BMW-Besitzerinnen und -Besitzern dürfte es zudem gefallen, auf der Mittelkonsole nach wie vor den vertrauten iDrive-Controller zwischen die Finger nehmen zu können, selbst wenn sich im i4 vieles über die Sprachsteuerung regeln lässt.

Das Cockpit präsentiert sich digital.

Das Cockpit präsentiert sich digital.

Ein Gefühl des Schwebens – bei einer beachtlichen Reichweite

Das Fahren mit dem i4 M50 ist ein Hochgenuss. Präzises Lenken, hohe Kurvengeschwindigkeiten – der Schwerpunkt liegt 37 Millimeter tiefer als beim Dreier-Modell – und das direkte, neutrale Fahrverhalten übertragen BMWs alten Markenclaim „Aus Freude am Fahren“ 1:1 in die elektrische Neuzeit. Bei zügiger Fahrt über leere Landstraßen glaubt man, mit dem i4 einen halben Meter über dem Asphalt zu schweben.

Die Ruhe und Geschmeidigkeit sind in dieser Fahrzeugklasse einzigartig, ebenso die lineare und gleichzeitig ungemein kräftige Beschleunigung, wie sie in dieser Form kein Verbrennungsmotor bieten kann. Auf der anderen Seite erlaubt der elektrische Antrieb des i4 ein fast lautloses und entspanntes Dahingleiten.

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Damit das möglichst lange anhält, steckt im Boden eine Batterie mit einem nutzbaren Energieinhalt von 80,7 kWh. Nach dem WLTP-Zyklus verspricht BMW eine Reichweite von 521 Kilometer, was den i4 zweifellos zu einem vollwertigen Erstauto im Haushalt macht. Zumal auf Reisen das Batteriemanagement hohe Ladeleistungen zulässt. Innerhalb von zehn Minuten können an einer DC-Säule (Gleichstrom) rund 140 Kilometer nachgefüllt werden.

Dass der BMW i4 darüber hinaus ein rollendes Sicherheitspaket ist, dürfte schon fast als Selbstverständlichkeit abgehakt werden. Alles, was es an Assistenzsystemen derzeit in der Branche gibt, hat der i4 an Bord oder es kann gegen Aufpreis bestellt werden. 40 Features sind es insgesamt.

Auf Autobahnen ist bereits das autonome Level 2 plus möglich. Und als erstes Serienfahrzeug überhaupt kann der i4 eine Strecke bis zu 200 Meter, beispielsweise zu einem bestimmten Platz im Parkhaus, speichern und diesen Weg bei der nächsten Fahrt völlig selbstständig und exakt nachfahren – aus Freude am Parken.

 

BMW i4 M50

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Motor: Elektro

Antrieb: Allrad

Leistung: 400 kW/544 PS

Max. Drehmoment: 795 Nm

0-100 km/h: 3,9 s

Spitze: 225 km/h (abgeregelt)

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Batteriekapazität: 80,7 kWh

Verbrauch: 18,0–22,5 kWh/100 km (WLTP)

Reichweite: 510 km (WLTP)

CO₂-Emission: 0 g/km

Länge/Breite/Höhe: 4783/1852/1448 mm

Radstand: 2,856 m

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Kofferraum: 470 bis 1290 Liter

Leergewicht: 2290 kg

Getriebe: Eingangautomatik

Preis: ab 69.900 Euro

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